Retro – Love

Pinguin

Ich bin ein Pinguin, der sein Herz selten verschenkt; wenige Menschen umschließt, dafür uneingeschränkt.

Mein Herz umschließt auch dich, hat unsre Momente konserviert; Bilder und Worte farbig abfotografiert –

nun läss’s dich ziehn, fliegen, wie nen Luftballon; was bleibt, sind Erinnerungen, verpackt in nem Karton.

Und ich weiß, dass ich gegangen bin, dir nicht gesagt hab‘, das du etwas für mich bist; es war nicht die Angst, sondern nur die Akzeptanz, dass es für dich einfach nicht dasselbe ist –

denn ich hab’s dir nie gesagt, doch in vielem gezeigt, das du etwas für mich bist; so sehr hab‘ ich mir gewünscht, dass du’s auch zeigst, es ein kleines bisschen für dich genauso ist.

Mein Herz ist ein Pinguin; bleibt dir zugeneigt, doch akzeptiert das Ist, wie es ist – es wünscht sich für dich, dass du glücklich bist und weiß, dass es das irgendwann auch wieder ist.

Saite

Wir spielen sanft des andren Saiten, fühlen unser‘ Seelen ineinander gleiten;

Töne, die wir füreinander spielen, klingen, fühlen wir als Ganzes; unsre Seelen singen.

Ohne Worte V

Liebe…

Grauer Vorhang

Ohne einen grauen Vorhang vor unserem Herzen, bestehend aus Erfahrungen und erlittenen Verletzungen, könnten wir einfach sein, was wir sind; ein Wesen mit Schatten und Licht. Wir würden aufhören, jemand anders sein zu wollen, unsere Licht- und Schattenseiten akzeptieren, könnten Mitgefühl für uns entwickeln und achtsam mit uns umgehen; eine Ansicht, die dazu führt, das wir auch andere Menschen so lieben, wie sie sind – achtsam zu ihnen sind, ohne sie verändern zu wollen, egal ob sie im Schatten stehen oder im Licht.

Ohne einen grauen Vorhang vor unserem Herzen, könnten wir die Schönheit des Lebens erkennen und unser Augenmerk auf dessen kleine Wunder legen; unserem Atem oder unser schlagendes Herz. Wir würden aufhören, das Leben als ungerecht zu empfinden oder wütend zu sein, weil wir uns etwas vom Leben wünschen, das es uns unserer Ansicht nach nicht schenkt; stattdessen wären wir dankbar und hätten ein offenes Herz, was dazu führt, das wir mit uns, mit dem was wir haben, glücklich und zufrieden sind. Eine Einstellung, die dazu führt, das wir Momente und Chancen, die uns das Leben im Ist schenkt, präsent wahrnehmen – denn meistens liegt das Glück in diesen Momenten, nicht in der Suche danach.

Ohne einen grauen Vorhang vor unserem Herzen würden wir aufhören, uns in negativen Gefühle zu verlieren; in Neid, Missgunst oder Hass auf andere, weil sie etwas haben, was wir nicht haben. Wir würden aufhören, unser Glück im Außen zu suchen oder in Dingen bzw. anderen Menschen; stattdessen würden wir Zufriedenheit und Glück spüren, weil wir uns für andere freuen können. Eine Einstellung, die dazu führt, dass wir das Leben annehmen wie es ist, ohne uns bei Stürmen in Frage zu stellen, da wir fest in uns verwurzelt sind – wir könnten die Stürme als Rückenwind nutzen und bei Krisen wachsen, da wir uns sicher sind, dass das Glück uns irgendwann wieder findet.

Ohne einen grauen Vorhang vor unserem Herzen, könnten wir einfach lieben; etwas wofür wir geschaffen sind. Wir würden uns nicht mehr in Illusionen oder Phantasien verlieren, da wir fühlen, das beidseitig Interesse besteht, unser Herz dem anderen zu öffnen; denn wir senden Signale, die klar sind und dem anderen auf unsere Weise zeigen, was wir für ihn fühlen. Wir würden uns nicht mehr von Ängsten oder innere Blockaden leiten lassen; stattdessen würden wir uns einfach lieben lassen und selbst lieben – uns fallen lassen, um uns im anderen erkennen zu können. Eine Einstellung, die Liebe frei wachsen lässt, da sie auf Anerkennung des Seins unseres Gegenübers beruht.

Wir alle haben einen grauen Vorhang vor unserem Herzen, eingefärbt durch unser Leben. Er schützt uns, doch blockiert uns auch; dann, wenn wir ihn geschlossen halten, er für neue Erfahrungen und Ansichten zu blickdicht ist – doch es lohnt sich, unseren grauen Vorhang ab und an zu öffnen.

Ozean

Unser Leben wird zu einem Ozean voller Möglichkeiten, wenn wir lernen, die Gedanken loszulassen, die uns in die Tiefe ziehen; erst dann können wir uns von den Wellen des Lebens tragen lassen und uns freischwimmen – selbst im Wechsel von Ebbe und Flut.

Ohne Worte IV

Liebe…

Wir

Es ist still, es schlägt keine Zeit;

wir – ein kleiner Raum Unendlichkeit.

Du und ich, eine eigene Welt;

wir – ein kleiner Raum, der uns warm hält.

Die Blumenwiese

Es war einmal eine bunte Blumenwiese, auf der viele Blumen standen; alle waren am blühen.

Die Blumen blühten friedlich miteinander und erfreute sich an ihrem Sein. Sie liebten es, sich der Sonne entgegen zu strecken und mit dem Regen auf ihren Blättern „Fang den Tropfen“ zu spielen. Manchmal wetteiferten die Blumen auch untereinander; sie fragten einander, wie oft sie bestäubt wurden oder, welche von ihnen am längsten auf der Wiese stand.

Die Blumenwiese war besonders; es blühten viele unterschiedliche Blumen auf ihr. Rote, langstilige Rosen, riesige, fast in den himmelragende Sonnenblumen, gelb-orangene Tulpen und violette Lilien.

Viele Menschen kamen an der Wiese vorbei und blieben bei den Blumen stehen, um sie anzusehen; dies erfreute die Blumen am meisten, doch gaben sie es untereinander nicht zu. Sie fühlten sich beliebt und bewundert durch die Blicke der Menschen und ihre lobende Worte über ihre Schönheit.

Eines späten nachmittags, nachdem viele Menschen die Blumenwiese besucht hatten, sagte die Sonnenblume voller stolz laut in die Wiese hinein: „Habt ihr bemerkt, wie viele Menschen heute unsere Wiese besucht haben und wie wir bewundert wurden? Sie haben alle gesagt, wie schön wir sind. Das sind wir auch. Ich habe das Gefühl, dass bei mir die meisten Menschen standen; wahrscheinlich bin ich die beliebteste Blume von allen hier“. Die gelben Blütenblätter der Sonnenblume wiegten beim Sprechen hin und her; der große, fast schwarze Kopf von ihr strahlte im tiefem dunkelbraun. „Moment mal“, ging die Rose schnippisch dazwischen, „ich weiß nicht, was du da heute gefühlt hast, doch ich muss dich berichtigen; die Menschen standen eindeutig am längsten bei mir. Ihre Blicke glitten bewundernd an meinen Blüten herunter und jeder roch an mir; es tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber du bist nie im Leben die beliebteste Blume auf dieser Wiese hier. Das bin eindeutig ich! Du riechst nicht einmal annähernd so gut wie ich.“ Der Kopf der Sonnenblume verdunkelte sich und wirkte grimmig; ihre gelben Blütenblätter zogen sich zu. „Das war klar, dass du das sagt“, antwortete die Sonnenblume im hohen Ton, „du warst schon immer die eingebildeste Blume auf dieser Wiese hier; du, die Rose – Symbol der Liebe. Dass ich nicht lache. Du hast Dornen, die habe ich nicht!“ Die Dornen der Rose stellten sich auf, doch bevor sie antworten konnte, hörten sie und die Sonnenblume ein lautes Lachen; beide drehte sich zur lachenden Tulpe um. „Wieso lachst du?“, fragten die Sonnenblume und die Rose erbost. „Ihr habt beide unrecht, natürlich bin ich die beliebteste Blume auf dieser Wiese hier. Im Unterschied zu euch bin ich zweifarbig, etwas besonderes. Ihr habt nur eine Farbe und seid gewöhnlich; also, warum solltet ihr die beliebteste Blume auf dieser Wiese sein?“, fragte die Tulpe lachend. Die Sonnenblume und die Rose schauten sich ungläubig an. „Du bist eine gewöhnliche Tulpe; es kann doch nicht dein Ernst sein, dass du denkst, du seist die beliebtestes Blume hier auf dieser Wiese. Lachhaft. Du bist nichts besonders“, sagte die Sonnenblume mit spitzem Blütenblatt zur Tulpe. Die drei fingen lauthals an darüber zu streiten, wer die schönste Blume auf der Wiese ist, bis sie von der Lilie unterbrochen wurden: „Ihr habt mich total vergessen; ich, in meinem schönem Violett. Nicht viele Blumen haben solch eine schöne Farbe wie ich; ich finde, ich bin die schönste Blume auf dieser Wiese hier“. Die Tulpe wollte der Lilie gerade etwas entgegnen, als sie aus einiger Entfernung einen jungen Mann auf die Wiese zukommen sah.

„Seht ihr den jungen Mann, der auf uns zukommt“, fragte die Tulpe mit einem ihrer Blütenblätter in dessen Richtung zeigend, „wir fragen ihn, wer die schönste Blume auf dieser Wiese ist; natürlich werdet ihr enttäuscht sein, weil ich die schönste Blume auf dieser Wiese bin, doch so hören wir wenigstens auf, uns zu streiten. Was meint ihr?“

Die Blumen sahen einander an; der Vorschlag der Tulpe klang gut. Ihre Blütenblätter hatten von der ganzen Streiterei schon Risse und kleine schwarze Flecken bekommen; sie würden nicht mehr schön aussehen, wenn sie sich weiter streiten würden. „Also gut“, brummte die Lilie, „wir fragen den jungen Mann, wer die schönste Blume auf dieser Wiese hier ist“. Auch die anderen Blumen stimmten zu. Der junge Mann näherte sich, da rief ihm die Tulpe ihn zu. „Hallo du, wir brauchen ganz dringend deine Hilfe. Kannst du eine Weile bei uns bleiben und uns ansehen?“

Der junge Mann blieb überrascht stehen und strahlte über sein ganzes Gesicht, er antwortete: „Natürlich, kann ich das. Ach, was seid ihr für schöne Blumen; eine schöner als die andere“ „Genau das ist unser Problem“, erwiderte die Rose, „wir haben uns eben gestritten, weil wir uns nicht entscheiden können, wer die schönste Blume auf dieser Wiese ist. Bitte hilf uns. Sag uns, welche Blume ist die schönste hier?“ „Genau, bitte hilf uns“, stimmten die anderen Blumen zu.

Der junge Mann wirkte überfordert, er betrachtete nacheinander die Blumen und blieb an der Rose hängen. „Nun“, sagte er, „ Du Rose bist wirklich wunderschön. Ich mag die Struktur deiner Blüten, so fein und zart. Dein Dunkelrot ist wirklich wunderschön und du riechst so wunderbar; ich rieche deinen Duft bis hierhin“. Die Rose lächelte über ihre ganze Blüten und wurde noch dunkler in ihrem Rot. „Danke, dass du dich entschieden hast, wer die schönste Blume von uns ist. Natürlich wusste ich das vorher, aber die anderen Blumen einfach nicht“. „Halt, nicht so schnell liebe Rose. Ich habe mich nicht entschieden; ich möchte mir auch die anderen Blumen ansehen.“, erklärte der junge Mann. Die Rose sank enttäuscht in sich zusammen. Der Blick des jungen Mannes glitt zur Sonnenblume. „Du bist auch sehr schön, liebe Sonnenblume; dein Gelb erinnert mich an Sommer und Freude; dein fast schwarzer Kopf an die Erde, auf der ich gerne gehe. Und ich mag, dass du so groß bist. Größer als ich“.

Die Sonnenblume strahlte; ihre Blütenblätter gingen wieder auf und ihr Kopf wurde dunkelbraun. „Seht ihr, der junge Mann findet, dass ich die schönste Blume von euch bin“, sagte sie stolz zu den anderen Blumen. „Ich habe nicht gesagt, dass du die schönste Blume auf dieser Wiese bist. Es sind noch zwei andere Blumen da, die ich mir auch ansehen möchte“, unterbrach der junge Mann die Sonnenblume bei ihrer Lobrede; ihre Blätter zogen sich traurig zusammen. Der junge Mann betrachtete die Tulpe: „Liebe Tulpe, ich mag, dass du zweifarbig bist und deine Blüten sich vorsichtig öffnen. Manche sind noch geschlossen, das wirkt geheimnisvoll“. Die Tulpe freute sich so sehr, dass sich einer ihrer Blüten für einen Spalt öffnete. „Also, bin ich die schönste Blume auf dieser Wiese hier?“, fragte die Tulpe aufgeregt. „Das kann ich noch nicht entscheiden, denn ich möchte mir noch die Lilie ansehen“, antwortete der junge Mann. Die Blüte der Tulpe zog sich vor Enttäuschung über die Worte des jungen Mannes wieder zu. „Liebe Lilie, du riechst sehr gut und ich mag deine Farbe; dieses dunkle Violett. Die Farbe beruhigt mich irgendwie, ich fühle mich sicher und beschützt, wenn ich dich ansehe. Doch bevor du mich fragst, ob du die schönste Blume auf dieser Wiese bist, muss ich euch allen etwas sagen; ich muss euch leider enttäuschen, denn ich kann euch nicht weiterhelfen. Ihr gefallt mir alle gut. Ich kann euch nicht sagen, wer die schönste Blume von euch ist“, erklärte der junge Mann.

„Was?“, fuhr es aus den Blumen heraus. „Das kann doch nicht wahr sein,“ sagte die Rose laut, „ich bin eindeutig, die schönste Blume hier und…“, „Nein, ich“, unterbrach die Tulpe die Rose. Die Blumen waren kurz davor, sich erneut zu streiten, bis der junge Mann sie mit einer Frage unterbrach: „Was bringt es euch denn zu wissen, wer die schönste Blume auf dieser Wiese ist? Blüht ihr dadurch länger? Werdet ihr dadurch schöner?

Die Blumen wurden plötzlich still; sie dachten über die Frage des jungen Mannes nach, fanden aber keine Antwort darauf. „Meint ihr nicht, dass ihr alle auf eure Art schön seid; jede einzelne von euch, so wie sie ist?, sagte der junge Mann in die Stille hinein.

Du liebe Rose, bist ein Liebessymbol und riechst wunderbar; du, meine große Sonnenblume, du stehst für den Sommer und bringst den Menschen Freude. Aber auch ihr beide, du zarte Lilie und du vorsichtige Tulpe, erfreut die Menschen. Jeder von euch ist besonders; durch eigene Blüten, einen eigenen Duft und individuelle Merkmale; etwas, was jeden von euch wunderschön macht. Jeder von euch ist nun mal anders, aber genau richtig, so wie er ist; liebe Rose, du wirst niemals eine Lilie sein und du, meine vorsichtige Tulpe, bist nun einmal keine Sonnenblume. Hört auf, euch einander zu messen, bewerten oder vergleichen zu wollen. Das macht euch nur unzufrieden. Erfreut euch lieber, an eurem Sein und an der Vielfalt der Wiese. An den verschiedenen Blumen, die hier alle stehen.“

Die Blumen ließen betreten ihre Köpfe hängen, sie trauten sich nicht, einander anzusehen; die Worte des jungen Mann hatten sie getroffen, denn sie waren wahr. Sie hatten durch ihr Wetteifern vergessen, wie sehr sie sich mochten und wie gerne sie blühen; dass sie ihr Sein und den Frieden auf ihrer Wiese liebten. Sie hatten solch einen Wert auf die Bewunderung der Menschen gelegt, ihr Sein daran gemessen und gedacht, dass sie deshalb wichtig sind. Ihre bösen Worte, die sie sich untereinander gesagt hatten, waren ihnen sehr unangenehm.

„Du hast recht“, unterbrach die Tulpe kleinlaut die Stille, „es tut mir sehr leid, dass ich so gemein zu euch gewesen bin“. Die Tulpe öffnete eine ihrer Blüten ein klein wenig in die Richtung der anderen Blumen. Alle lächelten und öffneten ebenfalls ihre Blüten. „Uns tut es auch leid“, sagten sie. „Lasst uns einfach blühen, am Leben erfreuen und sein, wer wir sind“, schlug die Rose vor. Die anderen stimmten zu. „Danke, dass du uns daran erinnert hast, wer wir wirklich sind“, sprach die Lilie zu dem jungen Mann. Wir würden uns gerne bei dir bedanken, hast du einen Wunsch?“ Der jungen Mann überlegte, doch ihm fiel nichts ein. Bevor er antworten konnte, sagte die Sonnenblume: „Lasst uns ihm von jedem von uns ein Blütenblatt schenken, dann vergisst er die Vielfalt unserer Wiese nicht; und wir vergessen sie ebenfalls nicht. Der junge Mann freute sich über den Vorschlag der Sonnenblume, die anderen Blumen nickten zustimmend zu. Sie schüttelten alle ihre Köpfe, bis jeweils ein Blütenblatt abfiel. Der junge Mann hob diese auf und bedankte sich. Die Blumen und er verabschiedeten sich voneinander.

Es war Abend geworden, die Sonne war nicht mehr am Himmel zu sehen und der Mond stieg langsam auf. „Lasst uns alle schlafen legen, damit wir morgen wieder um die Bienen und Sonne wetteifern können“, schlug die Lilie vor. „Ja, das machen wir“, bejahte die Tulpe.

„Schlaft gut. Ich freue mich auf morgen; dann können wir wieder Blumen sein und blühen. Wir erfreuen die Menschen und stehen glücklich auf dieser Wiese; eben das, was wir Blumen tun“, sagte die Sonnenblume. „Absolut“, stimmte die Rose zu.

Die Blumen wünschten sich eine gute Nacht und schlossen ihre Blütenblätter; bereit, morgen wieder zu blühen – jede von ihnen, in ihrer eigenen Schönheit, denn sie waren alle wunderschön.

Erde, Luft, Feuer, Wasser

Du bist meine Erde, die mich sicher trägt,

ich deine Luft, für die dein Herz schlägt;

unser Feuer brennt, doch es verbrennt uns nicht,

wie Wellen im Wasser treiben wir, ohne Gewicht.