Schwere

Mein Kopf liegt schwer auf deinem Schoß und du streichst mir sanft übers Haar. Du sagst zu mir, dass mein Kopf viel zu klein ist, um all die Gedanken zu tragen, die in ihm tanzen. Dann legst du deine Hände auf mein Herz, blickst mir in die Augen und flüsterst: „Hörst du wie dein Herz schlägt, wie es größer wird, weil du im jetzigen Moment ruhst und das Leben fühlst?“

Ich schließe meine Augen, lausche meinem Herzschlag und spüre, wie mein Kopf leichter wird; im Gegensatz zu meinem Herzen, das sich weitet, weil es diesen Augenblick der Liebe spürt.

Selbstliebe

Menschen, die sich selbst lieben, betrachten ihre Umwelt und ihr Gegenüber mit den Augen der Liebe. Sie schenken Menschen, die in sich selbst erfrieren, einen Teil ihrer Herzenswärme; bis sie ihre Wärme selbst entzünden und mit anderen teilen können. Die Welt braucht mehr Menschen, die sich selbst bedingungslos lieben, um all die Kälte aus Angst, Wut und allem, was uns erfrieren lasst, zu erhellen.

Wer möchte kann unter meiner neuen Rubrik „Herpoeten-Wärmetipps“ (zu finden auf meiner Startseite, unter Menü) Artikel zum Thema Selbstliebe lesen. Ich plane auch, hin und wieder kleine Dinge zum Download anzubieten.

https://herzpoeten.com/herzpoeten-waermetipps/

Einen schönen Abend und bis bald bei Herzpoeten.

Geschichten

Lasst uns neue Geschichten schreiben anstatt Vergangene immer wieder neu zu erzählen.

Geschichten von Liebe, Frieden und innerem Glück; solange, bis wir sie glauben und damit verstehen, wie wunderbar wir sind und wie wertvoll unser Leben ist.

Abc.Etüde: Gesicht

Mein Beitrag zur aktuellen Schreibrunde der abc.Etüden. Infos zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/09/18/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-38-39-22-wortspende-von-nellindreams/

Wie immer gilt mein Dank Christiane, der Wortspenderin und allen Mitwirkenden. Ich wurde heute darauf aufmerksam gemacht, dass es einen Antidepressionstag gibt; wobei Anti hier als Enttabuisierung zu verstehen ist. Inspiriert durch diese Information, nimmt sich meine Etüde dieser Thematik an.

Ihr Inneres glich oft einer Regentonne; ihre Gedanken zu den Stimmungen und Verhalten anderer sammelten sich darin, bis sie überfloss. Dann verkroch sie sich, eingehüllt in ihrer Welt, die aus Funktionieren im Außen und Weinen im Inneren bestand.

Sie versteckte ihre Trauer gut. Niemand ahnte, dass ihr Selbstbild sofort zum Schwanken kam, wenn sie ihre Umwelt durch ihren schwarz-weiß Filter wahrnahm. Man schätze sie als selbstbewusst ein; als Macherin, die Ziele, die sie sich steckte, erreichte.

Ihre Freunde nahmen ihre Gefühle als Stimmungsschwankungen wahr. Wenn sie Verabredungen absagte, weil sie in ihrem schwarzen Loch gefangen war, wurde ihr kein Verständnis entgegengebracht. „Du bist zu sensibel“, sagten sie zu ihr. Oder, „Ich verstehe dich nicht, du hast alles was du brauchst, um ein glückliches Leben zu führen. Sei dankbar dafür.“

Lange Zeit teilte sie die Ansicht ihrer Freunde, da sie sich selbst nicht verstand. Doch nach einer Phase, in der das schwarze Loch erneut fast ihr ganzes Inneres aufgefressen hatte, beschloss sie, sich selbst verstehen zu lernen; Farbe in ihr Leben zu holen, indem sie ihren Filter, durch den sie die Welt wahrnahm, änderte.

Die Diagnose einer Therapeutin brachte Licht in ihr Inneres. Depression hat viele Gesichter, sie war eins davon. Doch das hieß nicht, dass ihr Gesicht irgendwann wieder vor Freude lachen konnte.

Wortlos

Plötzlich stand er vor ihr, wie aus dem Nichts. Ihre Blicke trafen sich. Sie erkannten einander, wie damals, als sie sich das erste Mal trafen.

Ihr stockte der Atem, während ihr Herz Wärme verspürte und ihre Seele zur Ruhe kam. Ihm ging es genauso, das fühlte sie. All das Unausgesprochene, das zwischen ihnen stand und sie getrennt hatte, musste nicht mehr in Worte verpackt werden.

Wortlos, in ihren Blicken, fanden ihre Seelen zueinander. Die Mauern in ihren Herzen waren gefallen. Als sie aufeinander zugingen, fing sie vor Freude und Erleichterung an zu weinen. Während sich beide in die Arme fielen, spürte sie, dass sie nun zu Hause war.

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