„Du bist nicht bereit für die Liebe“, sagt Tobias und geht. Nur weil Susanne ihm nicht sagen kann, ob sie fest zusammen sind oder nicht.
Zu viel Nähe zerstört Beziehungen. Tobias würde ihre dunklen Seiten kennenlernen. Wie chaotisch und sensibel sie oft ist. Manchmal hält sie sich selbst kaum aus. Wieso sollte es bei ihm anders sein?
Tobias Recht hat. Sie ist nicht bereit für die Liebe. Zu sehr ist sie darauf bedacht, Distanz zu wahren, damit niemand ihre Tiefen entdeckt. Doch macht sie das glücklich? Die Antwort flüstert in ihr. Susanne greift nach dem Handy und ruft ihn an.
Sabine hat das Gefühl zu funktionieren; sie erledigt ihre to dos, hält sich an ihren Strukturen fest und geht ihren Routinen nach. Tag für Tag.
An einem ihrer wöchentlichen Putzroutinen findet sie in der hintersten Ecke ihres Schreibtisches eine bunt verzierte Schatulle, die sie öffnet. In ihr liegt ein Brief, den sie als Kind geschrieben hat: Wenn ich groß bin, will ich niemals mein Staunen verlieren; jeder Tag ist wie ein erstes Mal Leben in mir. Sabine drückt den Brief an ihr Herz und fühlt Freude, weil sie sich daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist: Leben ist ein Wunder.











