Drabble: Liebe und Wunder

„Du bist nicht bereit für die Liebe“, sagt Tobias und geht. Nur weil Susanne ihm nicht sagen kann, ob sie fest zusammen sind oder nicht.

Zu viel Nähe zerstört Beziehungen. Tobias würde ihre dunklen Seiten kennenlernen. Wie chaotisch und sensibel sie oft ist. Manchmal hält sie sich selbst kaum aus. Wieso sollte es bei ihm anders sein?

Tobias Recht hat. Sie ist nicht bereit für die Liebe. Zu sehr ist sie darauf bedacht, Distanz zu wahren, damit niemand ihre Tiefen entdeckt. Doch macht sie das glücklich? Die Antwort flüstert in ihr. Susanne greift nach dem Handy und ruft ihn an.


Sabine hat das Gefühl zu funktionieren; sie erledigt ihre to dos, hält sich an ihren Strukturen fest und geht ihren Routinen nach. Tag für Tag.

An einem ihrer wöchentlichen Putzroutinen findet sie in der hintersten Ecke ihres Schreibtisches eine bunt verzierte Schatulle, die sie öffnet. In ihr liegt ein Brief, den sie als Kind geschrieben hat: Wenn ich groß bin, will ich niemals mein Staunen verlieren; jeder Tag ist wie ein erstes Mal Leben in mir. Sabine drückt den Brief an ihr Herz und fühlt Freude, weil sie sich daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist: Leben ist ein Wunder.

Gedanken

Verletzlich

Heimat

Allerlei

Weit

Allerlei

Drabble: Mantel

Es ist warm und kuschelig unter ihrem Mantel. Sie zieht ihn nicht aus. Selbst im Sommer nicht. Dich eigentlich weiß sie, dass er ihr keinen Schutz bietet, sondern ihr Herz versteckt. „Ich sollte oder ich könnte“, sagt sie mit Mut, doch ändert nichts, sondern zieht ihren Mantel bei jeder Gelegenheit noch fester zu, weshalb alles beim Alten bleibt. So schwitzt sie weiter, fühlt sich beengt und bekommt schwer Luft.

Doch tief im Inneren träumt sie; von ihrem Frühling, der zum ersten Sommer wird. Ein Sommer, in dem sie ohne ihren Mantel aus Angst frei in die Sonne blickt und atmet.


Allerlei

Mauern 2