Nachtgeflüster

Leben

Sammlung

Drabble Schicksal

Wir leben in unseren Mauern und betrachten Leben von unserem Turm aus: Wann kommt der Prinz und wer tötet unsere Drachen? Und was ist, wenn uns niemand rettet? –

wir nennen es Schicksal und akzeptieren es, wenn sich unsere Träume nicht erfüllen; machen es uns warm und gemütlich in unserem Turm. Bis wir verstehen, dass wir Gottes Schöpfung sind und ein Funken von ihm in uns steckt: Wir können uns für das Leben entscheiden, unser Haar aus dem Fenster werfen, um aus unserem Turm zu klettern.

Wir sind unser Schicksal, Prinzen und Drachentöter – ein Funke, der leuchtet und Träume selbst entzündet.

Drabble

Zeit, Schwert, Erbe

Die Zeit vergeht und doch steht sie still. Zumindest für sie. Sätze ihrer Mutter bohren sich immer noch wie ein Schwert in ihr Herz: „Du bist nicht gut genug. Du bist eine Last.“ Noch heute stellen ihr diese Annahmen ein Bein: Zum Beispiel bei der Jobsuche oder ihrer Partnerwahl. Wie kann sie ihre Muster durchbrechen und zu einem Mensch werden, der sich selbst liebt und dem Leben vertraut?

Sie steht am Grab ihrer Mutter. Die Beerdigung ist vorbei. Dann nimmt sie Abschied von ihr und den alt bekannten Sätzen: Ihr wird klar, dass sie selbst entscheidet, welches Erbe sie antritt.

Leben

Sie blickt in den Spiegel: Erste graue Haare und Falten sind zu sehen. Wo sind die Jahre hin, die in ihrem Spiegelbild flüstern; der Wimpernschlag Zeit, der an ihr vorbeizieht: Arbeit, Verpflichtungen und dazwischen die Suche nach dem großen Glück. Doch wie sieht dieses Glück aus?

Die meisten suchen im Außen danach: In Anderen oder in einer Aufgabe. Doch was ist, wenn sie dieses Glück niemals findet? Und sieht eigenes, inneres Glück bloß aus?

Dann wird ihr klar, was sie glücklich macht: Die Tatsache, graue Haare und Falten zu haben. Ihr Glück ist es zu leben, an jedem einzelnen Tag.


Zuhause

Sich zeigen

Elke schreibt, löscht, überlegt, formuliert neu – alles, für die perfekte Nachricht an ihn nach dem ersten Date. Jedes Wort dreht sie auf links, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Schließlich fragt sie ChatGTP und ihre Freunde um Rat. Die vielen Tipps bringen sie durcheinander. Sie kann sich nicht entscheiden und starrt auf ihr Handy. Als sie kurz davor ist, ihr Vorhaben aufzugeben, wird ihr klar, dass sie die Sache unnötig verkompliziert: Sie braucht weder ChatGTP noch ihre Freunde, um ehrlich und authentisch zu sein. Sie tippt eine Nachricht und sendet sie ab: Ich mag dich und möchte dich gerne wiedersehen.


Leben

Gesammeltes