Myriades Impulswerkstatt:Sonnen-Bank

Informationen zum Projekt gibt es hier: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2021/11/04/varianten-impulswerkstatt/

Danke für die Inspiration, an die Organisatorin und alle Mitstreiter.

Denkst du noch an unsre‘ Bank, auf der wir saßen, Hand in Hand; die Sonne strahlte übers Land, es war Liebe, die uns fand.

Und heut‘ sitz‘ ich alleine hier, frage mich, wie geht es dir; die Sonne scheint noch über mir, träumend seh‘ ich uns in ihr.

Jetzt

Im Jetzt steckt Leben, die Zeit zum Glücklichsein im Moment.

abc.Etüde: Die Halloween-Fee

Mein Beitrag zur aktuellen Runde. Informationen zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/10/31/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-44-45-21-wortspende-von-wortverdreher/

Danke an alle Organisatoren und Mitstreiter.

Sie gab sich Mühe, den Preis leserlich auf das Schild zu krakeln, um sich dann ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen. Sie hievte einen schweren Kürbis hoch und trat auf die kleine Leiter, die vor ihr stand. „Wie ich Halloween hasse; nicht wegen den grinsenden Kürbissen, sondern wegen den Menschen, die sich in dieser Zeit in ihre Hexen- bzw. Vampirkostüme warfen, um einen gruseligen Anschein erwecken zu können.“

Sie betrachtete ihren Gemüseturm, bevor sie gedanklich weiter philosophierte. „Die meisten Menschen bräuchten an Halloween gar keine Verkleidung; die Kostüme und Masken könnten sie sich sparen, wenn sie ihr Inneres nach Außen kehren würden. All der Neid, die Unzufriedenheit oder die passive Aggression, die sie täglich bei ihren Kunden beobachtete, wären gruselig genug. Würden diese Verhaltensweisen am Gesicht abzulesen sein, zum Beispiel Neid durch ein grünes spitzes Gesicht, wären alle Verkleidungen hinfällig.“

Sie lachte bei diesem Gedanken, ein Haar von ihr berührte ihre Nase. Es fühlte sich kitzelig an. Sie musste niesen, verlor den Halt und stürzte auf die Gemüsekiste am Boden. Da saß sie nun, mit orangefarbenen Resten in ihren Haaren. „Orange steht vielleicht für Hochmut; etwas, was ich heute an den Tag gelegt habe“, dachte sie und lachte erneut.

„Ihr nehmt Halloween in eurem Supermarkt aber sehr ernst“, hörte sie eine Stimme zu ihr sagen. Sie schaute auf und blickte in zwei warme, braune Augen. „Michael heiße ich. Deine Verkleidung steht dir, wie heißt du?“

Michaels Gesicht war weder grün, noch orange, sondern strahlte hell und freundlich. Wie sie, war er einfach er selbst, auch an diesem Tag. Sie lächelte, dann antwortete sie: „Ich heiße Martina und bin heute die Halloween-Fee, die unseren Kunden besondere Wünsche erfüllt.“ Beide lachten und Martina wusste, dass Halloween von nun an ihr Lieblingstag sein würde.

Straßen der Poesie

Auf den Straßen der Poesie, liegt ein See voll Melancholie.

Worte wandern in Verse hinein, fühlen den Winter in grauem Sein.

Sehnsucht schreibt ein kleines Gedicht, über mein Herz, das Liebe spricht.

Ohne Worte

Pinterest, Clipart me

Muss, soll, darf

Ein muss, soll, darf wird hinfällig, wenn du beschließt, du selbst zu sein.

Reste

Heute regnet’s dein Gesicht,

Reste vom wir, zeigen sich,

tief in Pfützen, grau schmutzig;

die Sonne scheint, auf Asphalt,

die Reste schwinden, werden kalt,

wir – ein Flüstern, das leise hallt.

Ibiza war gestern

Petra stand am Herd. Wie immer, zurselben Zeit, bereitete sie das Abendessen für ihre Familie zu; Mann und Kinder. Manchmal hatte sie das Gefühl, nur noch für ihre Mutter- und Ehepflichten zu leben; mittlerweile hatten sie ihre Persönlichkeit aufgefressen, ihr altes, leichtes Ich von Damals.

In der Pfanne brutzelten die Schnitzel selig vor sich hin; Mittwoch eben. Wieder etwas, was sich wie eine graue Routine durch ihr Leben zog; eben täglich grüßt das Murmeltier. Ihr Leben war eintönig geworden, hatte die graue Farbe ihrer Küchenschürze angenommen – mehr noch, sie war selbst zu einer grauen, farblosen Kittelschürze geworden, auf der keine Farbe mehr hielt. Petra seufzte, als sie daran dachte.

Die Schnitzel brutzelten weiter vor sich hin, doch Petra hatte sich längst in ihren Gedanken verloren; das Brutzeln der Schnitzel und die Hitze, hatten sie an ihr altes Ich zurück denken lassen – an die Petra damals auf Ibiza und an Dieter, ihre Jugendliebe.

Petra würde nie vergessen, wie sie Dieter kennenlernt hatte; er trat wie ein Wirbelwind in ihr Leben und veränderte es von grundauf. Sie gingen auf exklusive Partys, er schenkte ihr kostspielige Geschenke oder überraschte sie mit spontanen Reisen, darunter auch Ibiza.

Die Reise nach Ibiza gehörte zu Petras Lieblingserinnerung an Dieter. Sie beide, in seinem Cabrio oder auf seiner Yacht; sie war glücklich und alles war so leicht. Jeder Tag war ein Abenteuer, denn Dieter fiel immer etwas neues ein. Alles war aufregend und spannend, jeder Moment raubte ihr den Atem; ihr Leben fühlte sich wie eine nie endende Achterbahnfahrt mit Dauerlooping an. Petra spürte die Ibiza Sonne auf der Haut und den Cabrio Wind in ihren Haaren. Sie lächelte, während sie an Dieter und ihr altes Ich dachte; ein braun gebranntes Ich, mit schlanker Figur, Sommersprossen und braun gebrannter Haut. Damals war sie frei und kostete jeden Moment ihres Lebens aus.

Plötzlich trafen heiße Spritzer ihr Gesicht. Petra fluchte, als sie von den fast verbrannten Schnitzeln wieder in die Realität zurückgeholt wurde; die Sonne, an die sie eben noch gedacht hatte und die sie als angenehm empfunden hatte, verbrannte sie nun fast. Sie stellte die Temperatur herunter und nahm die Schnitzel vom Herd, damit sie abkühlen konnten.

Auf einmal war ihr Ibiza Märchen auserzählt. Petra konnte sich wieder daran erinnern, wie Dieter sie nach dem Ibiza Urlaub abserviert hatten; er sei noch nicht soweit, sich fest zu binden und wolle sich erst einmal austoben, hieß es. Später hörte sie von Bekannten, das er mit einer Arbeitskollegin anbandelte. Mit ihr fuhr er ebenfalls nach Ibiza, während sie mit gebrochenem Herzen in Niedernostheide zurückblieb.

Ihr Märchen, an dem sie festhielt, war eines ohne Happy End. Zwar war mit Dieter immer alles aufregend gewesen, jedoch entstand niemals ein Gefühl von Sicherheit oder Stabilität mit ihm. Dieter änderte oft seine Meinung von jetzt auf, flirtete mit anderen Frauen und legte keinen Wert auf ihre Meinung. So schnell wie er in ihr Leben getreten war, so schnell verließ er es wieder. Nach Dieter dauerte es lange, bis sie einem Mann wieder vertrauen konnten; dann traf sie Uwe.

Uwe war weniger aufregend, dafür aber solide. Anstatt Ibiza gab es die Ostsee, ein Gefühl von emotionaler Sicherheit und ein Ja zu ihr als Mensch; ein Ja zu ihnen, so dass sie ein wir wurden. Uwe wusste, was er wollte. Er wollte sie, bemühte sich um sie und zeigte ihr, dass sie ihm etwas bedeutete. Drei Jahre später heirateten sie, dann kamen die Kinder.

„Schatz, alles in Ordnung? Es riecht etwas verbrannt“, fragte Uwe aus dem Esszimmer. Ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit ergriff Petra, als sie begriff, welch großes Glück sie mit ihrem Mann und ihrer Familie hatte. „Danke Schatz, es ist alles ok. Heute sind die Schnitzel besonders knusprig“. Das Dieter Märchen war verschwunden, Ibiza auch; Petra griff nach den Schnitzeln, um sie ins Esszimmer zu bringen. Währenddessen wurde Petra klar, woher ihre Unzufriedenheit rührte.

Sie liebte Niedernostheide und ihr Leben mit ihrer Familie. Ihr fehlte nicht Ibiza, sondern etwas Farbe, in ihrer routinierten Eintönigkeit.

„Du, Uwe, wie wäre es, wenn wir morgen mal den Nudeltag ausfallen lassen und stattdessen eine Paella essen? Immer dasselbe zu essen, ist doch langweilig. Ich kann die Nudeln langsam nicht mehr sehen.“ „Gott sei Dank Petra, gerne. Mir geht es genauso. Ich habe mich nur einfach nicht getraut, etwas zu sagen, da ich dir nicht noch mehr zumuten wollte; mit dem ganzen Haushalt und den Kindern hast du schon genug zu tun. Ich dachte, dass du es einfacher hast, wenn du nicht noch jeden Tag überlegen musst, was wir essen.“ „Du wieder“, Petra lächelte. „Keine Sorge, ich schaffe alles gut und falls nicht, dann habe ich ja dich“. Sie küssten sich und riefen ihre Kinder zum Abendessen.

Für dich und andere

Du kannst erst Liebe wahrnehmen, fühlen und geben, wenn du dir darüber bewusst bist, dass sie in deinem Sein begründet ist.

Du bist die Liebe selbst; für dich und andere.

Ohne Worte

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