20.12. – O du Schreckliche | Adventüden

Es war Freitag, der 24.12. Heiligabend. Während sich alle in ihre jährlichen Glitzer-Outfits warfen, lag sie auf ihrer Couch im Schlafanzug. Wie sie Weihnachten hasste; sie, als Single ohne Familie und Kinder. Wenigstens musste sie keine übertriebene Dankbarkeit für unnütze Geschenke wie eine Aktentasche schauspielern, Geschenke, bei deren Übergabe man »Ah« und »Oh« ausruft, während […]

20.12. – O du Schreckliche | Adventüden

Freund

Als ich begann, mir selbst ein Freund zu sein, fand ich etwas in mir, was ich vorher bei anderen suchte: Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit.

Und erst, als ich diese Dinge für mich empfand, konnte ich sie für das Leben und für andere empfinden.

Poesie

Wie Poesie schreibt dein Sein

Verse in mein Herz hinein;

wir reimen, dichten, klingen

in Strophen, die von Liebe singen.

Du kannst

Denk‘ daran: Wenn du es träumen kannst, dann kannst du es auch sein!

Oh du Fröhliche

Bettina ging gedanklich ihre to do Liste durch; wie immer war sie zu spät dran. Wenn sie jetzt nicht losfahren würde, würde sie das traditionelle Familien Weihnachtsessen verpassen. Da ihre Mutter ihre Familie an Weihnachten gern mit ungewöhnlichen Kompositionen wie versalzenen Honig-Wasabi Kartoffeln überraschte, gäbe es sicherlich Schlimmeres; wäre da nicht ihre Ur-Oma, die ihr Gesicht im Falle ihres Zuspätkommens in vorwurfsvolle “typisch Bettina“ Falten legen würde.

Bettina überlegte; alle Geschenke waren im Kofferraum ihres Auto verstaut, sie hatte an den Wein für ihren Vater gedacht und ihre Übernachtungstasche gepackt. Wenigstens konnte sie heute etwas trinken, was die Beantwortung der obligatorischen Fragen zu ihrem Liebesleben erträglicher machen würde. Mit vier Gläser Wein intus würde es ihr nichts mehr ausmachen, die gut gemeinten Ratschläge ihrer 55-jährigen Tante Erika anzuhören und wiederholt ihre Aussage “Der Richtige kommt, wenn du nicht daran denkst“ zu bestätigen. Ein Märchen, an das sie nicht mehr glaubte, seit die Vierziger immer näher rückten.

Bettina verließ ihre Wohnung und stieg in ihr Auto. Bevor sie losfuhr, atmete sie tief ein und aus. Sie hatte das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. “Vielleicht meine kabellosen Kopfhörer, um den langweiligen Gespräche meiner Familienmitglieder über Haus und Kinder entkommen zu können.“ Mit einem Lachen auf dem Gesicht fuhr Bettina los.

Auf der Hälfte der Strecke fing ihr Auto an zu ruckeln. Plötzlich wurde Bettina bewusst, was sie vergessen hatte. Sie war nicht wie geplant zur Tankstelle gefahren und einen Ersatzkanister hatte sie nicht dabei. “Na Klasse“, dachte Bettina. Ihr Auto fuhr noch ein paar Meter, dann blieb es stehen.

Bettina griff zum Handy, um ihren Vater anzurufen. Da ihr Vater abends nicht mehr mit seinem Auto fuhr, würde Onkel Peter kommen. Sie freute sich schon auf seine dämlichen Witze, die er auf ihre Kosten reißen würde. Grimmig entsperrte Bettina ihr Handy.

Als sie die Nummer ihres Vaters wählen wollte, ging ihr Handy aus. Natürlich hatte sie es vergessen, es vor ihrer Fahrt aufzuladen. Bettina stieß innerlich Schimpftiraden aus; gegen Weihnachten, ihre Familie und am Ende gegen sich selbst.

Alle würden wieder sagen,“Typisch Bettina, etwas anderes kennen wir nicht von ihr.“ Bettina sank auf ihrem Lenkrad zusammen. Sie sehnte sich nach dem vorwurfsvollen Faltengesicht ihrer Ur-Oma und den versalzenen Honig-Wasabi Kartoffeln ihrer Mutter. Dann dachte sie an den Wein, den sie für ihren Vater mitgenommen hatte. Sie griff neben sich, öffnete die Flasche und trank einen Schluck. Gedanklich prostete sie ihrer Familie zu. “Frohe Weihnachten“, sagte sie zu sich selbst.

Als Bettina zu einem weiteren Schluck ansetzte, sah sie zwei Rücklichter, die sich aus der Ferne näherte. Das Auto fuhr immer langsamer und hielt schließlich an.

Bettina bekam es mit der Angst zu tun, sie überlegte, ob sie die Weinflasche notfalls als Waffe einsetzen konnte.

Ein Klopfen an der Scheibe ertönte. Bettina umklammerte die Weinflasche, drehte sie sich um und blickte in zwei bekannte Augen.

“Dirk, was machst du denn hier? Das gibt es doch nicht.“, sagte Bettina erleichtert. Dirk antwortete lachend: “Nabend Bettina. Ich bin auf dem Weg zu meiner Familie. Und du? Hast du es dir doch anders überlegt und beschlossen, dich hier vor deiner fröhlich-schrecklichen Familie zu verstecken?“

Dirk lachte über das ganze Gesicht, seine Grübchen traten hervor. Bettina hatte Dirk während ihres Studiums kennengelernt und sofort attraktiv gefunden. Leider blieb ihre Schwärmerei einseitig, denn er kam mit Manuela zusammen und war es auch heute noch. Wenigstens konnte sie später ihrer Familie von einem geheimnisvollen Mann erzählen, der sie gerettet hatte. Das aufregendste, das in ihrem Liebesleben in den letzten Monaten passiert war.

Bettina stieg die Röte ins Gesicht, wieder einmal wurde sie sich lächerlich machen. “Was soll ich sagen, typisch Frau. Mein Display ist kaputt, daher leuchten keine Warnsignale, die mich daran erinnern hätten könnten, zur Tankstelle zu fahren.“

Dirk antwortete verschmitzt: “Gut, dass ich für uns beide getankt habe. Komm, ich nehm dich mit. Das heiligste aller Feste darfst du auf keinen Fall verpassen.“

Beide packten ihre Sachen in Dirks Auto, dann fuhren sie los.

“Weißt du Bettina, in letzter Zeit habe ich oft an dich denken müssen.“ “Wirklich?“, fragte Bettina überrascht. “Ja, ich mochte schon damals deine chaotische Art. Der umgedrehte Pulli, die zweifarbigen Socken oder deine wilden Locken, die im Wind hin und her wehten.“ Am liebsten hätte Bettina Dirk gestanden, dass sie ihn ebenfalls sehr gemocht hatte. Stattdessen sagte sie: “Wie du siehst, habe ich mich kaum verändert; nur meine Haare trage ich jetzt glatt.“ Beide lachten.

“Du Bettina, was hältst du davon, wenn wir uns später, nachdem wir den Weihnachtshorror überstanden haben, in unserer Stammkneipe treffen?“ “Was ist denn mit Manuela?“, fragte Bettina verwundert. “Ach weißt du, Manuela und ich haben uns getrennt. Es hat einfach nicht mehr zwischen uns gepasst.“ Am liebsten hätte Bettina laut gejubelt; sie antworte: “Na dann steht unserer Wiedersehensfeier nichts im Wege und schließlich muss ich mich bei meinem Retter in der Not gebührend bedanken.“

“Weißt du, was seltsam ist?“, fügte Dirk hinzu, “eigentlich plane ich immer alles im Voraus, außer heute. Wäre ich nicht tanken gewesen und dein Auto nicht stehen geblieben, hätten wir uns heute nicht getroffen.“ “Na dann“, erwiderte Bettina, “haben wir beide Glück gehabt und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ “Ja, da hast Recht“, sagte Dirk.

Bettina wurde bewusst, wie sehr sie sich auf dieses Weihnachtsfest freute; “Manchmal ist es das Unperfekte, das Chaos, was unser Leben perfekt macht“, dachte sie vergnügt.

Weihnachtsmarkt der Erkenntnis

Es war ihr erster Besuch in diesem Jahr auf einem Weihnachtsmarkt. Sie ließ sich treiben und nippte gedankenverloren an ihrem Glühwein. Er schmeckte bitter-süß; ein Geschmack, der sie an das Leben erinnerte.

Wo sie auch hinsah, standen Menschen paarweise zusammen; Freunde, Eheleute oder frisch Verliebte. Sie war alleine hier. Ihr Blick streifte weiter und blieb an einem Essensstand, aus dem Rauchschwade aufstiegen, hängen; unweigerlich dachte sie daran, wie sich in den letzten Wochen ihr bisheriges Sozialleben in Rauch aufgelöst hatte.

Sie hatte ihren Job gewechselt und arbeitete nun im Schichtdienst. Eine Tätigkeit, die nicht nur körperlich anstrengend war. Damals hatte sie sich eingeredet, sie wäre gegangen, um mit einer Herzensangelegenheit abschließen zu können. Heute wusste sie es besser. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht glücklich gewesen; mit einem Job, bei dem ihr wenig Wertschätzung entgegen gebracht wurde, obwohl sie damals quasi Mädchen für alles gewesen war. Stück für Stück verlor sie ihre berufliche Identität, bis sie vollkommen wider ihrer Werte und Wünsche handelte; sie war Pädagogin geworden, um mit Menschen arbeiten zu können, nicht für sie.

Die Anfangszeit war hart für sie gewesen. Ihr Körper rebellierte und ihre eigenen schwarzen Löcher kamen ihr regelmäßig entgegen. Sie fühlte sich permanent inkompetent und haderte mit sich. Doch anders als zuvor gab sie nicht auf, sondern nutzte ihre Widerstände, um an sich arbeiten zu können. Sie lernte sich selbst neu kennen, fand zu sich und erkannte ihr wahres Ich.

Sie laß Bücher, meditierte, affirmierte und erkannte, dass es an der Zeit war, ihre Vergangenheit und schmerzhaften Erfahrungen loszulassen. Sie schloss Frieden mit ihr und auch mit sich. Je mehr Frieden sie in sich spürte, um so leichter fiel es ihr, sich in die neue Arbeitssituation einzufinden. Sie hatte wieder Spaß an ihrer Arbeit, fühlte sich kompetent und nahm Äußerungen ihrer Kollegen nicht mehr persönlich. Sie war stolz auf sich.

Sie arbeitete viel, mehr als zuvor. An freien Tagen fühlte sie sich müde und ausgelaugt. Daher begann sie, Treffen abzusagen, worunter ihre Freundschaften litten. Sie versuchte, ihre Freunde zu halten, sich mit ihnen zu verabreden, doch irgendwann meldete sich niemand mehr zurück. Irgendwann hatten sich die meisten ihrer Freundschaften in Rauch aufgelöst und sie war allein.

Ihr altes Ich, hätte alles dafür getan, diese Freundschaften zu retten. Doch ihr innerlicher Wandel hatte zu einer Erkenntnis geführt, die noch bitter-süßer schmeckte, als der Billigglühwein, den sie gerade trank: Oft war sie für ihre Freunde Kummerkasten, Therapeutin oder Entertainerin gewesen,eine wirklich tiefe Verbindung war nie entstanden. Im Grunde hatten sich diese Menschen nie wirklich für sie interessiert. Es waren oberflächliche Beziehungen gewesen, die ihrem Gegenüber mehr genutzt hatten, als ihr. Einen Preis, den man zahlt, wenn man oft umzieht und sich vor lauter Einsamkeit auf Menschen einlässt, ohne sich selbst zu kennen oder zu mögen.

Sie kehrte ins Ist zurück und trank einen Schluck von ihrem Glühwein. Mittlerweile war er nur noch lauwarm und schmeckte schal; so, wie ihr nach diesem gedanklichen Rundgang in ihr Lebensmuseum zu Mute war. “Nächstes Jahr wird alles besser“, versuchte sie sich aufzumuntern. Ich habe drei Menschen, die sich wirklich für mich interessieren, die jedoch aufgrund ihrer Kinder bzw. Beziehungen wenig Zeit für mich haben. Ich werde Menschen kennenlernen, mit denen ich eine erfüllende Zeit verbringen kann. Ich weiß heute, wer mir gut tut und was ich will.“

Beschwingt durch ihren eigenen Zuspruch, setzte sie ihren Rundgang fort. Sie versuchte sich auf das Schöne, das um sie herum leuchtete, zu konzentrieren; die Lichter, die Musik und die weihnachtlichen Gerüche. Doch alles was sie wahrnahm, waren fröhliche Menschen, die beinander standen und ihr wachsendes Gefühl von Einsamkeit, das in ihr hochkroch.

Sie fühlte, wie die Traurigkeit von ihrem Herzen Besitz ergriff. Sie erfreute sich am Glück anderer, doch ihr wurde einmal mehr schmerzhaft bewusst, wie sehr ihr das Beisammensein mit Freunden fehlte; mit Menschen, die gerne Zeit mit ihr verbrachten und mit denen sie sich austauschen konnte. Auch verspürte sie die Sehnsucht nach einem besonderen Menschen. Auf einmal dachte sie an die einsamen Abende und an das Gefühl der Leere, wenn sie nach Hause kam. Es gab niemanden, der fragte, wie ihr Tag gewesen ist und wie es ihr erging. Sie fühlte sich in ihre Sehnsucht immer tiefer ein, dachte an ihre Freunde und auch an ihn.

Sie schluckte und versuchte ihre schlechten Gedanken mit dem Rest ihres Glühwein wegzuspülen; er schmeckte auf einmal wie bittere Medizin.“ Was mache ich mir eigentlich vor?“, fragte sie sich. “Wenn ich Frieden mit mir und meiner Vergangenheit geschlossen habe, mich auf das Gute konzentrieren will, warum fühle ich mich dann so schlecht?“

Ihre Affirmationen, die ihr sonst halfen, kamen ihr in diesem Moment wie blanker Hohn vor; sie fühlte sich weder erfüllt noch besonders glücklich, sondern vollkommen allein, inmitten fröhlicher Menschen, die einander hatten. Sie wollte nur noch nach Hause, fliehen von diesem Ort, der ihr schmerzlich bewusst machte, was sie vermisste.

Schnellen Schrittens ging sie Richtung Ausgang und kämpfte gegen ihre Tränen, die in ihr hochstiegen. Den Glühweinbecher, den sie weiter in ihrer Hand hielt, zerquetschte sie fast. Sie ging immer schneller und achtete nicht auf die Menschen, die ihr entgegen kamen. Plötzlich stieß sie gegen einen Mann.

Sie wollte sich nur kurz entschuldigen, ohne in Tränen auszubrechen, um. dann nach Hause gehen zu können. Sie drehte sich um und erblickte den Mann, den sie angerempelt hatte. Ihr Herz begann zu klopfen, die Musik und die Geräusche verstummen. Alles im Außen wurde still. Sie blickten einander an, doch keiner von ihnen sagte ein Wort. Da war er, einfach so. Sie hatte nicht damit gerechnet, ihn wiederzusehen. Sie schaute in seine Augen; in dieses Braun, das ihr Wärme vermittelt hatte. Sie hatten sich beide lange nicht gesehen, keinen Kontakt zueinander gehabt und doch konnte sie eine Art von Vertrautheit zwischen ihnen spüren; etwas, das sie schon damals gefühlt hatte.

Sie wusste nicht, was sie sagen soll; ihr Abschied war ihrerseits relativ wortlos ausgefallen und auch sonst war Vieles zwischen ihnen schief gelaufen. Am liebsten wäre sie einfach weggerannt, so wie sie es früher gemacht hätte. Doch sie hielt inne, etwas hinderte sie daran. Ihr wurde bewusst, dass sie nicht mehr die Person war, die sie früher gewesen ist. Sie würde nicht mehr weglaufen, denn sie hatte keine Angst mehr. Sie hatte gelernt, dass es wichtig ist, auf Gefühle zu vertrauen und an Wünsche zu glauben.

Innerlich schmunzelte sie. Vielleicht sollte alles genau so kommen; der Wechsel der Arbeitsstelle, der Verlust von Menschen und die innere Arbeit an sich selbst, hatten sie scheinbar hierhin geführt. Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das spürte sie. Ihre Traurigkeit wandelte sich in Vorfreude, wodurch Platz für einen Neuanfang entstand. Ein neuer Raum, den sie mit anderen Erfahrungen füllen konnte und wollte. Mit ihm. Was gewesen war, war ihr in diesem Moment egal. Wichtig war, was und wie sie fühlte; sie hatte ihn in all der Zeit nicht vergessen und oft an ihn gedacht. Nun stand er vor ihr. Diese Chance, die ihr das Leben schenkte, würde sie nutzen.

Anstatt wegzulaufen, wie sie es früher getan hätte, holte sie tief Luft, lächelte und ging einen Schritt auf ihn zu. Ihr Neuanfang begann mit einem “Hallo“.

Wahres Ich

Ich deck‘ mich zu, mit deinem dich, du bist Liebe, wärmst mein ich;

Ich schau‘ dich an, spiegel mich, find‘ mich selbst, mein wahres Ich.

Schmetterling

Du wirst geboren; als Schmetterling, mit bunten Mustern und eigenem Kleid. Alles was du tun musst, ist deine Flügel auszubreiten und zu fliegen.

Der Grinch

Melanie griff grimmig nach den Mandarinen, um sie auf die Geschenktüten aufteilen zu können. Ihr Chef hatte sie dazu verdonnert, Präsente für alle Mitarbeiter vorzubereiten. Morgen war der 06.12, Nikolaus. Melanie lachte innerlich; die meisten ihrer Kollegen hätten eher die Rute von Knecht Ruprecht verdient, anstatt Geschenke vom Nikolaus.

Sie dachte an Robert, der bei jeder Gelegenheit zeigen musste, wie kompetent er ist; wieviel er in der Firma erreicht hatte. Mehr als sie, obwohl er nach ihr im Unternehmen angefangen hatte. Melanie verdrehte die Augen. Sie stellte sich vor, wie Robert am Nikolausmorgen über eine Rute stolperte, bevor er die Tür zu seinem Büro öffnen konnte. Sie kicherte bei diesem Gedanken.

Melanie ging ihrer Tätigkeit weiter nach. Dabei dachte sie an ihre anderen Kollegen. Bei jedem, für den sie eine Tüte füllte, fand sie eine Eigenschaft, die eine Rute verdient hätte. Ihre Gedankengänge wurden von Tüte zu Tüte bissiger, sie verfing sich geradezu darin.

Nachdem Melanie die Hälfte der Tüten befüllt hatte, hielt sie inne; ihr Herz wog zentnerschwer, sie fühlte sich fürchterlich. Sie erschrak über ihre finsteren Gedanken und ihre Bissigkeit. Ihr wurde bewusst, dass sie mit sich selbst unzufrieden war, wofür sie ihre Kollegen verantwortlich gemacht hatte. Anstatt das Gute in ihnen zu sehen, den Geist der Weihnachtszeit zu fühlen, hatte sie sich nur auf das Schlechte konzentriert und Wärme bzw. Mitgefühl aus ihrem Herzen verbannt. Etwas, was sie seit längerem tat. Sie war zu einem Grinch geworden, der mit sich selbst unzufrieden war und vergessen hatte, wie sich Liebe anfühlt. Liebe für das Leben und die Menschen um einen herum. In der Weihnachtszeit, die für sie als kinderloser Single schwer zu ertragen war, wurde ihre Unzufriedenheit noch größer und fraß sie förmlich auf.

Melanie wurde klar, dass sie selbst eine Rute verdient hatte; als mahnende Erinnerung, dass es an der Zeit ist, sich wieder in sich selbst und das Leben zu verlieben. Sie wollte lieben, Mitgefühl und Dankbarkeit in ihr Herz lassen, nicht nur an Weihnachten. Sie würde gleich damit anfangen. Nachdem sie alle Tüten befüllt hatte, wollte sie in die Stadt fahren und Nikoläuse kaufen, die sie Morgen ihren Kollegen vor ihre Bürotür legen würde. Einfach so, ohne Erwartung, um anderen eine Freude zu machen. Melanie fühlte, wie ihr Herz leichter wurde. Eine Woge von Wärme stieg in ihr auf. Sie griff beschwingt die nächste Tüte und summte ein Weihnachtslied.

Winterwonderwrite

Heute veröffentliche ich eine Geschichte in Bildformat. Zu finden ist sie zum Thema „Winterwonderwrite“; ein Projekt auf Instagram.

Dort bin ich wie folgt zu finden: https://www.instagram.com/herzpoeten22/

Vielleicht ist das Thema nicht weihnachtlich, doch die Vorgaben sind erfüllt. In so wenigen Worten eine Geschichte zu erzählen, war wirklich eine Herausforderung. Ich übe mich. 🙂

Für die nächsten Tage nehme ich mir eine kleine Auszeit. Habt ein wunderbares Wochenende! Lieben Dank an euch alle; für eure Aufrufe, Likes und/oder Kommentare. Und natürlich für eure Beträge, die ich alle gerne lese bzw. verfolge. Bis nächste Woche bei HerzPoeten ❣️