abc.Etüden – Masken –

Mein Beitrag zur aktuellen Runde; Danke an alle Organisatoren und Mitstreiter. Informationen zum Projekt findet ihr unter dem Link: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/10/03/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-40-41-21-wortspende-von-umgebucht/

Sie stand vor dem Spiegel und erkannte sich nicht. Ihr Gesicht war bleich, ohne Züge, fast maskenhaft. Sie strengte sich an, eine Gefühlsregung in ihrem Gesicht zu erkennen, doch es gelang ihr nicht. Es blieb starr, ohne eine Bewegung, ausdruckslos und leer. Diese Leere, die sie anblickte, breitete sich in ihrem Inneren aus. Ihr wurde bewusst, dass sie ihre Gefühle lange Zeit verdrängt hatte; sie wollte sie weder wahrzunehmen noch äußern. Stattdessen war zu einem Geheimkünstler geworden, der ständig darauf bedacht war, sich selbst und anderen zu suggerieren, das alles in Ordnung ist. In Wirklichkeit war es das nicht. Schon lange nicht mehr. Auf einmal überkam es sie; ein Gefühl, sperrig wie ein zu großes Holzbrett, drang aus ihrem Inneren hervor., um sich seinen Weg nach Außen zu bahnen Plötzlich fing sie an zu weinen. Je mehr sie sich anstrengte ihr Weinen zu unterdrücken, desto stärker wurde es. Irgendwann hörte sie auf, sich gegen dieses Gefühl zu stemmen; sie ließ es zu und weinte hemmungslos. Um ihre zerbrochenen Träume, enttäuschte Hoffnungen und verpasste Chancen auf Glück.

Nach einiger Zeit des Weinens fühlte sie, wie ihr Inneres leichter wurde. Ihr Weinen ebbte ab. Sie betrachtete ihr Gesicht erneut. Sie hatte ihre Maske abgenommen, ihre Gesichtszüge wirkten weich und entspannt. Sie fühlte sich befreit. Doch, das war erst der Anfang eines langen Weges, den sie vor sich hatte. Sie war bereit, sich neu kennenzulernen, mit allem was dazu gehört; mit ihren Gefühlen, Träumen und Hoffnungen.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

12 Kommentare zu „abc.Etüden – Masken –

  1. Wie schön, was für eine großartige Idee, diesen Zustand als „Geheimkünstler“ zu bezeichnen. Gefällt mir wirklich ausgezeichnet – und vor allem, das gibt es so oft, so viele machen gute Miene zum bösen Spiel … Prima, vielen Dank!
    Nachmittagskaffeegrüße 😁🌥️☕🍪👍

    Gefällt 1 Person

  2. Liebende Lene
    Was sind wir vier Jahreszeiten
    Eis Kälte Schnee
    Gerfrorene Angst das kein Frühling
    je wieder werde ach Winter ich tröste dich
    Was ist der Frühling die lustvolle Wut
    der Samen der Keime durchs Erdreich ja Schnee
    sich emporschiebend ins freudige Licht abenteuerlich
    Ach ich Sommer schwelge in Wonne
    bade im Licht pralles Leben denn feiernd
    hochzeitlich ich küße dich dankbar inniglich
    Und herbstlich trauert das Wachsen o weh
    nur Welkes Verlebtes dankbar loszulassen
    für werdendes künftiges Glück ich tröste dich
    Dank Segen Mut und Freude
    Kaspar Hauser von Herzen dir

    Gefällt 1 Person

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