Worte

Es sind selten die gesprochenen Worte, die entzweien; sie verletzen derweil, doch können reinigend wirken. Wie ein Sturm oder ein Gewitter. Die Worte, die man sich nicht sagt, sich nicht wagt auszusprechen, aus Angst vor Unverständnis oder Ablehnung, – diese Worte entzweien. Sie schaffen Distanz, „ganze Ozeane“ zwischen den Menschen. Man redet einander vorbei, verstrickt sich in belanglosen Sätzen, versteht einander scheinbar nicht; bis die Distanz irgendwann unüberbrückbar wird. Traurig daran ist, dass es „so“ einfach gewesen wäre, diese gefühlte Distanz gar nicht erst entstehen zu lassen; indem man Menschen sagt, was man für sie fühlt, was man von ihnen möchte und was sie einem bedeuten. Nach einem Sturm lässt sich oft neu beginnen, Ozean sind schon schwieriger zu überqueren, vor allem wenn einem das passende Boot dazu fehlt.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

4 Kommentare zu „Worte

  1. Du hast mit Deinem Eintrag da oben „die Philosophie über die Sprache“ um ein wichtiges Kapitel fortgeschrieben, liebe Lene. Du konntest das auf diese Weise, nur, weil Du eine sehr feine Zuhörerin und Beobachterin bist, viel Sensibilität für Sprache hast.

    Dein Boot hat ein schönes, kräftiges Segel …

    Liebe Morgengrüße für Dich ❣

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    1. Guten Morgen 😊
      Lieben Dank. Ach ja, die Kommunikation. Manchmal habe ich selbst nicht das passende Boot… Aber ich übe noch, die Segel „richtig“ einzusetzen und sie nicht einknicken zu lassen.
      Danke an dich auch ❣️

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  2. Hallo Madeleine, ich erinnere mich an Zeiten, wie ein Wir, damals, mit unserem gemeinsamen Sprachschatz spielte, durch Worte die Gedanken in die Tiefe trieben; wie es dann eine Zeit gab, in der man sich sogar ohne Worte verstand.

    Und irgendwann, ich weiß auch nicht wann, und warum, war der gemeinsame Sprachschatz fort. Es war so, als ob ein Niederländer und ein Chinese in ihrer Muttersprache miteinander redeten.

    Und es begann das auf-die-Zungebeißen. Aus Angst vor Diskussionen, in denen man vom Hundertsten ins Tausendste stolperte, ohne mehr auf das Wesentliche zu kommen. Oder man schluckte es hinunter weil man müde war, so unsäglich müde und erschöpft, von all den Mikro-Auseinandersetzungen.

    Erst verschwand das „Ich mag dich.“ oder „Du bist mir immer noch wichtig.“ aus dem Mund, und kurz darauf aus den Gedanken. Und irgendwannn trat der Verlust des Gefühls für den Anderen ein.

    Doch wenn einer der Beiden seinen Standpunkt nicht verlässt, dass nur der Andere sich ändern müsse, dann hat das, den Ozean zu überquerende Boot, nur noch ein Ruder.

    Liebe Grüße, schönes Wochenende, Bernd

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