Manchmal steht mein Herz Kopf, rieseln leise all die Erinnerungen an dich wie sanfter Sand durch mich hindurch.
Zeit verlangsamt sich, bleibt stehen, ich fühle dich und mich, lasse mich fangen, von unserem Hauch der Ewigkeit.
Gedichte, Gedanken, Texte
Manchmal steht mein Herz Kopf, rieseln leise all die Erinnerungen an dich wie sanfter Sand durch mich hindurch.
Zeit verlangsamt sich, bleibt stehen, ich fühle dich und mich, lasse mich fangen, von unserem Hauch der Ewigkeit.
Informationen zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/04/17/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-16-17-22-wortspende-von-ludwig-zeidler/
Vielen Dank an Christiane, Ludwig Zeidler und alle Mitschreiber. Los geht’s.
Melanie betrachtete den Königskuchen, den sie gebacken hatte. Sie wollte Peter, der Morgen 50ig wurde, überraschen; ihm zeigen, dass er ihr König war. Bei ihrem Ehegelübde, hatten sie sich versprochen, sich immer wie „König und Königen“ zu behandeln; selbst in schlechten Zeiten. Dies war ihnen gelungen. Nun wollte sie Peter für ihre wunderbaren, gemeinsamen Jahre danken.
Als Melanie erneut auf ihren Backversuch blickte, war ihr zum Weinen zumute. Sie verstand nicht, was schief gelaufen war. Akribisch hatte sie sich an alle Backschritte gehalten, hatte aber als Ergebnis ein zermatschtes etwas erhalten, das in keinster Weise an einen König erinnerte. Peter würde beim Anblick des Kuchens nichts ins Träumen geraten, sondern lauthals lachen.
Es klackte an der Tür. Peter kam nach Hause, betrat den Flur, dann die Küche. „Hallo mein Schatz, wie war dein Tag? Was ist das denn auf unserer Arbeitsplatte? Hast du mit einem der Nachbarkinder gebacken?“
Melanie druckste herum, dann antwortete sie: „Das ist ein Kuchen, den ich für dich gebacken habe. Es sollte ein Königskuchen werden. Erinnerst du dich an unser Ehegelübde? Leider ist er nicht sonderlich königlich geworden. Vielleicht kaufen wir für Morgen lieber eine Torte.“
Peter erwiderte liebevoll: „Schatz, du braucht mir keinen Kuchen backen, um mich an unser Gelübde zu erinnern oder mir zu beweisen, dass ich dein König bin. Du zeigst mir jeden Tag, wie sehr du mich liebst; durch die Art und Weise, wie du mich behandelst.“
Beide blickten sich an, dann umarmten und küssten sie sich. „Weißt du was mein Schatz, der Kuchen ist wunderbar, so wie er ist.“ „Wie das?“, fragte Melanie. „Selbst ein König durchläuft schwierige Zeiten an der Seite seiner Königin. Nichts strahlt immerzu. Es ist unser Königskuchen, ich hätte ihn nicht anders haben wollen. Er erinnert mich an Liebe und damit an uns.“
Wir fallen, ohne Masken, hüllenlos, in das pure Sein des anderen, bis auf seinen Grund und erkennen, wer oder was wir wirklich sind: Liebe.
Es sind unsere Ängste und Zweifel, die etwas zu Ende denken, bevor es wirklich ist.
Wir sind zu verkopft,
in unserem ich,
mit Herzen verstopft,
fühlen wir nicht,
wie schön unser Leben ist,
wenn das Denken mal vergisst.
Die Abc.Etüden sind ein Schreibprojekt von Christiane: https://365tageasatzaday.wordpress.com/
Vielen Dank für die Wortspende / an alle Beteiligten des Projektes.
Beim Schreiben hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte auch gut zur aktuellen Runde von Myriades Impulswerkstatt passen würde: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/die-impulswerkstatt/

Ich hoffe, keinen Stilbruch oder Regelverstoß begangen zu haben und es für beide Projektorganisatoren in Ordnung ist.
Sie schlug ein Kapitel ihres Herzbuches auf, um dem Erzählstoff aus ihrer Vergangenheit lauschen zu können; all den Geschichten, die von ihrem Herzen für ihn geschrieben worden waren.
Es waren Geschichten, die Liebe sanft malten und die Sehnsucht flüsterten; eine Sehnsucht, die in ihrem Inneren laut erklang, doch im Außen still blieb.
Er hatte niemals eine von ihren Geschichten gelesen und ihre versteckten Versuch, ihm diese vorzulesen, sein Herz mit ihrem Sein zu erreichen, scheiterten. Er hörte ihre Seele, ihr Herz nicht vibrieren.
Irgendwann hörte sie auf, Geschichten für ihn zu schreiben. In ihrem Inneren wurde es still. Sie versuchte, ihre Sehnsucht und ihre gemalten Bilder zu vergessen, wodurch sich ihr Herz veränderte. Es wurde grau und vertrocknete, da sie es nicht mehr mit Liebe goß.
Erst als sie all den vergessenen Geschichten erneut lauschte, fand ihr Herz in den Frieden und in die Liebe zurück. Ihr wurde bewusst, dass keine Geschichte umsonst geschrieben wird.
Er war es gewesen, der sie aufgeweckt hatte; der ihr Herz Lebendigkeit und Liebe fühlen ließ. Durch ihn war sie heute der Mensch, der sie war. Ein Mensch, mit einem Herzen, das liebt; sich selbst, das Leben und andere.
Lass alles einfach mal nur sein – vor allem dich.
Nackt zeigt man sich nicht, wenn man seine Kleider auszieht; vielmehr dann, wenn man den anderen in seine Seele blicken lässt.
Jeder Tag, als kleines Leben,
heißt aufzuwachen, mit Gottes Segen –
solang‘ Atem deine Lungen trägt,
der in deinem Herzen schlägt,
hast du alles, was du haben musst,
sei dankbar dafür und leb‘ bewusst.
Wir alle sind nur zu Besuch, als Kinder einer Mutter – unserer Erde.