Winterwonderwrite

Heute veröffentliche ich eine Geschichte in Bildformat. Zu finden ist sie zum Thema „Winterwonderwrite“; ein Projekt auf Instagram.

Dort bin ich wie folgt zu finden: https://www.instagram.com/herzpoeten22/

Vielleicht ist das Thema nicht weihnachtlich, doch die Vorgaben sind erfüllt. In so wenigen Worten eine Geschichte zu erzählen, war wirklich eine Herausforderung. Ich übe mich. 🙂

Für die nächsten Tage nehme ich mir eine kleine Auszeit. Habt ein wunderbares Wochenende! Lieben Dank an euch alle; für eure Aufrufe, Likes und/oder Kommentare. Und natürlich für eure Beträge, die ich alle gerne lese bzw. verfolge. Bis nächste Woche bei HerzPoeten ❣️

Ich bin

Die stärkste schöpferische Kraft liegt in unseren Gedanken; in den Worten ich bin…

Müde Träume

Ich bin zu müde, um zu schlafen,

zu wach, um zu träumen;

schwinde dahin, wartend, auf den einen Traum, der mich in den Schlaf entführt: Dich.

Heilsame Gedanken

Deine Gedanken schreiben die Geschichten deines Lebens, doch der Autor bist du;

achte darauf, welchen Geschichten du glaubst und vergiss nicht, dass es niemals zu spät ist, verletzende Gedanken durch heilsame zu ersetzen.

Flüstern

Wie ein Flüstern legst du dich auf mein Herz,

bist eine leise Sehnsucht, die deinen Namen trägt;

wie ein Kreisel dreh‘ ich mich vor-vor- rückwärts,

in eine stille Erinnerung, die im Winde verweht,

Innen

Schau nach innen und du wirst säen.

Hunderte Male

Ich bin gestorben, Hunderte Male; lebte im Dunkel der Erinnerung, allein im Land der Dämmerung.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; vergaß meinen Namen und wer ich bin, verlernte zu fühlen, wie glücklich meine Stunden sind.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; doch dann, dann bin ich aufgewacht, mit einem Herz das liebt und einer Seele, die lacht.

Augenblick

Ich war hier, für einen kurzen Augenblick;

war bei dir und fand mein größtes Glück.

Ohne Worte

nach Artmajour, Grazyna Federico
Nach Pinterest

Abc.Etüde: Museum der Erinnerung

Informationen zum Projekt findet ihr hier. Danke an alle Organisatoren und Mitstreiter.

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/11/14/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-46-47-21-wortspende-von-erinnerungswerkstatt/

Angelika saß auf dem Boden, um sie herum lagen Fotos verteilt. Ihre Eltern hatten kommendes Wochenende goldenen Hochzeitstag. Sie und ihre Geschwister wollten ihnen als Geschenk ein Fotoalbum überreichen.

Angelika betrachtete die Fotos. Es kam ihr vor, als ob sie ein Museum betreten würde; verstaubte Relikte aus vergangener Zeit flüsterten ihr zu. Sie fühlte sich mehr als unwohl.

Sie betrachtete die Fotos, auf denen ihr Gesicht zu sehen war; müsste sie die Fotos biografisch einordnen, gäbe es nur zwei Kategorien: Bedrückt oder unglücklich.

Auf all den Fotos war ihr Gesicht aschfahl, ihre Mundwinkel nach unten gezogen und ihr Blick gesenkt. Sie begann, sich an ihr kindliches Ich zu erinnern.

Sie war damals nicht sonderlich beliebt gewesen; weder im Kindergarten noch in der Schule. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern hatte sie wenig Freunde oder Freude am Leben. Ihre Eltern sagten oft zu ihr: „Angelika, deine Geschwister sind glücklich, lachen und genießen ihr Leben. Warum kannst du das nicht?“

Dieses Warum blieb, quälte sie und erst Jahre später, fand sie eine Antwort darauf. Es war ihre fehlende Selbstliebe, die ihr das Leben schwer gemacht hatte. Sie seufzte und begann die Fotos zu sortieren.

Nach einer Stunde, hatte sie alle Fotos eingeklebt. Eine Seite war noch leer. Plötzlich hatte sie eine Idee. Sie ergriff ihre Polaroidkamera und machte ein Foto von sich. Sie betrachtete das sofort entwickelte Bild, auf dem sie lachte und glücklich war. Dann klebte sie es ein, nahm einen Stift und schrieb darunter: „Liebe Mama, lieber Papa. Ich wünsche euch alles Gute zum Hochzeitstag. Danke für alles, was ihr für mich getan habt. Ich wollte euch noch sagen, dass ich euer Warum von Damals beantworten konnte und jetzt glücklich bin.“

Dann klappte sie das Buch zu und lächelte.