Fieber, Wolken, Wimpern
Das Leben ist anstrengend für sie; wie ein Fieber, das sie ergreift und lahm legt: Sie fühlt zu viel, zu intensiv und wird von ihren Gefühlen umgeworfen. Sie seufzt, fragt sich, ob es immer so schwer für sie sein wird.
Dann blickt sie in die Wolken, spürt ihre Weichheit und lässt sich fallen. Ihr Herz schlägt ruhig, alles ist federleicht. Ihr wird klar, dass ihr intensives Fühlen eine wertvolle Fähigkeit ist. Wenn sie sich akzeptiert wie sie ist, wird es leichter für sie. Sie pustet eine herausgefallene Wimper mit einem Gedanken in die Luft: „Leben ist fühlen und ich bin.“
Er liegt neben ihr auf einer Picknickdecke. Beide teilen diesen Moment, der stille Nähe zwischen ihnen flüstert. Ihre Hände berühren sich leicht, spüren ein zartes Versprechen, das sehnsüchtig wartet. Sie fühlt seinen Herzschlag, es kribbelt in ihr. Als sie ihren Kopf zur Seite dreht und ihm in die Augen schaut, packt es sie wie Fieber: Beim Anblick seiner langen Wimpern und den fröhlichen Grübchen lächelt sie glücklich. Er zieht sie zu sich und küsst sie. Ihr wird heiß und kalt; sie begreift, dass sie zum allerersten Mal verliebt ist. Unter den Wolken küssen sie sich erneut. Die Zeit steht still.
