Der Brief

Sie hatte an einem Online-Seminar teilgenommen, um Rückschau auf das alte Jahr halten zu können und, um ihre Ziele für 2022 zu visualisieren. Der Abschluss des Seminars umfasste die Aufgabe, 2021 in Dankbarkeit zu verabschieden. Höhen und Tiefen sollten betrachtet werden, um altes loslassen zu können.

Ihre Ziele für das neue Jahr hatte sie schon notiert; das Visualisieren ihrer Wünsche und Träume fiel ihr leicht. Es hatte ihr Freude bereitet. Die Aufgabe, 2021 in Dankbarkeit zu verabschieden sowie Höhen und Tiefen zu beschreiben, schob sie jedoch vor sich hin. Gedankenverloren starrte sie auf ein Stück weißes Papier.

Sie fand nichts, für das sie im alten Jahr Dankbarkeit empfinden sollte. Es gab viele Fehlschläge, doch keine Höhepunkte. Ihr Herzenswunsch hatte sich immer noch nicht erfüllt und sie hatte Menschen verlassen, die ihr etwas bedeutet hatten; die sie eigentlich nicht verlassen wollte. So sehr sie sich auch anstrengte, ihr fiel nichts Gutes ein, mit dem sie ihr Blatt füllen konnte. Stattdessen fühlte sie den Widerstand in ihr, Wut und Traurigkeit. Daher beschloss sie, etwas Gutes für sich zu tun, um sich nicht in ihren Emotionen zu verlieren; früher hätte sie das und der ganze Tag wäre verloren gewesen.

Sie beschloss, einen Spaziergang zu unternehmen und sich in ihrem Lieblingscafé ein Stück Kuchen zu gönnen. Nach ihren Unternehmungen fühlte sie sich besser. Sie hatte die Natur und ihren Kuchen genossen, andere Menschen glücklich gesehen, was sie selbst mit Freude erfüllte. Sie war wieder ganz bei sich, im Einklang mit ihrem Sein und bereit, nach Hause zu gehen. Sie wusste nun, wie sie ihr weißes Blatt Papier füllen konnte.

Zu Hause angekommen, nahm sie einen Stift in ihre Hand und lächelte. Durch ihren Spaziergang und ihren Zwischenstopp im Café, wurde ihr bewusst, für was sie in diesem Jahr dankbar war; sie hatte gelernt, sich selbst zu lieben, sich um sich selbst zu kümmern und auf ihre Bedürfnisse zu hören. Sie hatte sich verändert, weiterentwickelt, was erst durch ihren Verlust möglich geworden ist. Dieser hatte dazu geführt, dass sie sich ihren schmerzhaften Erfahrungen gestellt hatte, was ihre Wunden geheilt hatte; sie hatte Frieden in ihrem Inneren erfahren, durch bedingungslose Liebe für sich selbst; eine Liebe, die ihr dabei helfen würde, ihre Wünsche im neuen Jahr Wirklichkeit werden zu lassen. Sie war zur Schöpferin ihres Lebens geworden, übernahm die Verantwortung, ihr Glück selbst zu erschaffen; durch ihre innere Welt, in der ihre Gedanken und Gefühle über sich selbst liebevoll sind.

In diesem Sinne möchte ich euch ein wundervolles neues Jahr wünschen; lasst uns das alte in Liebe verabschieden und das neue mit Hoffnung begrüßen. Kommt gut ins neue Jahr; entweder mit euren Lieben oder in Stille. Danke für eure Unterstützung und eure Beiträge. Bis bald, bei HerzPoeten.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

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