Der Grinch

Melanie griff grimmig nach den Mandarinen, um sie auf die Geschenktüten aufteilen zu können. Ihr Chef hatte sie dazu verdonnert, Präsente für alle Mitarbeiter vorzubereiten. Morgen war der 06.12, Nikolaus. Melanie lachte innerlich; die meisten ihrer Kollegen hätten eher die Rute von Knecht Ruprecht verdient, anstatt Geschenke vom Nikolaus.

Sie dachte an Robert, der bei jeder Gelegenheit zeigen musste, wie kompetent er ist; wieviel er in der Firma erreicht hatte. Mehr als sie, obwohl er nach ihr im Unternehmen angefangen hatte. Melanie verdrehte die Augen. Sie stellte sich vor, wie Robert am Nikolausmorgen über eine Rute stolperte, bevor er die Tür zu seinem Büro öffnen konnte. Sie kicherte bei diesem Gedanken.

Melanie ging ihrer Tätigkeit weiter nach. Dabei dachte sie an ihre anderen Kollegen. Bei jedem, für den sie eine Tüte füllte, fand sie eine Eigenschaft, die eine Rute verdient hätte. Ihre Gedankengänge wurden von Tüte zu Tüte bissiger, sie verfing sich geradezu darin.

Nachdem Melanie die Hälfte der Tüten befüllt hatte, hielt sie inne; ihr Herz wog zentnerschwer, sie fühlte sich fürchterlich. Sie erschrak über ihre finsteren Gedanken und ihre Bissigkeit. Ihr wurde bewusst, dass sie mit sich selbst unzufrieden war, wofür sie ihre Kollegen verantwortlich gemacht hatte. Anstatt das Gute in ihnen zu sehen, den Geist der Weihnachtszeit zu fühlen, hatte sie sich nur auf das Schlechte konzentriert und Wärme bzw. Mitgefühl aus ihrem Herzen verbannt. Etwas, was sie seit längerem tat. Sie war zu einem Grinch geworden, der mit sich selbst unzufrieden war und vergessen hatte, wie sich Liebe anfühlt. Liebe für das Leben und die Menschen um einen herum. In der Weihnachtszeit, die für sie als kinderloser Single schwer zu ertragen war, wurde ihre Unzufriedenheit noch größer und fraß sie förmlich auf.

Melanie wurde klar, dass sie selbst eine Rute verdient hatte; als mahnende Erinnerung, dass es an der Zeit ist, sich wieder in sich selbst und das Leben zu verlieben. Sie wollte lieben, Mitgefühl und Dankbarkeit in ihr Herz lassen, nicht nur an Weihnachten. Sie würde gleich damit anfangen. Nachdem sie alle Tüten befüllt hatte, wollte sie in die Stadt fahren und Nikoläuse kaufen, die sie Morgen ihren Kollegen vor ihre Bürotür legen würde. Einfach so, ohne Erwartung, um anderen eine Freude zu machen. Melanie fühlte, wie ihr Herz leichter wurde. Eine Woge von Wärme stieg in ihr auf. Sie griff beschwingt die nächste Tüte und summte ein Weihnachtslied.

Winterwonderwrite

Heute veröffentliche ich eine Geschichte in Bildformat. Zu finden ist sie zum Thema „Winterwonderwrite“; ein Projekt auf Instagram.

Dort bin ich wie folgt zu finden: https://www.instagram.com/herzpoeten22/

Vielleicht ist das Thema nicht weihnachtlich, doch die Vorgaben sind erfüllt. In so wenigen Worten eine Geschichte zu erzählen, war wirklich eine Herausforderung. Ich übe mich. 🙂

Für die nächsten Tage nehme ich mir eine kleine Auszeit. Habt ein wunderbares Wochenende! Lieben Dank an euch alle; für eure Aufrufe, Likes und/oder Kommentare. Und natürlich für eure Beträge, die ich alle gerne lese bzw. verfolge. Bis nächste Woche bei HerzPoeten ❣️

Ich bin

Die stärkste schöpferische Kraft liegt in unseren Gedanken; in den Worten ich bin…

Müde Träume

Ich bin zu müde, um zu schlafen,

zu wach, um zu träumen;

schwinde dahin, wartend, auf den einen Traum, der mich in den Schlaf entführt: Dich.

Heilsame Gedanken

Deine Gedanken schreiben die Geschichten deines Lebens, doch der Autor bist du;

achte darauf, welchen Geschichten du glaubst und vergiss nicht, dass es niemals zu spät ist, verletzende Gedanken durch heilsame zu ersetzen.

Flüstern

Wie ein Flüstern legst du dich auf mein Herz,

bist eine leise Sehnsucht, die deinen Namen trägt;

wie ein Kreisel dreh‘ ich mich vor-vor- rückwärts,

in eine stille Erinnerung, die im Winde verweht,

Innen

Schau nach innen und du wirst säen.

Hunderte Male

Ich bin gestorben, Hunderte Male; lebte im Dunkel der Erinnerung, allein im Land der Dämmerung.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; vergaß meinen Namen und wer ich bin, verlernte zu fühlen, wie glücklich meine Stunden sind.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; doch dann, dann bin ich aufgewacht, mit einem Herz das liebt und einer Seele, die lacht.

Augenblick

Ich war hier, für einen kurzen Augenblick;

war bei dir und fand mein größtes Glück.

Ohne Worte

nach Artmajour, Grazyna Federico
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