Selbstliebe und Liebe

Alles, was wir von anderen verlangen, müssen wir uns zunächst selbst geben.

Nur mit einer bedingungslosen Liebe für uns selbst, können wir andere Menschen ausnahmslos lieben, so wie sie sind; für sie Mitgefühl, Güte und Respekt empfinden oder ihnen vergeben.

Wir säen, was wir für uns selbst empfinden, in uns sehen; dabei ernten wir durch unsere Liebe in und für uns – denn wer liebt, seine Liebe ohne Erwartung mit anderen teilt, zudem kommt dieses Gefühl tausendfach zurück.

Alle Jahre wieder

Die letzte Weihnachtsgeschichte für dieses Jahr. Habt einen schönen zweiten Feiertag und lasst es euch gut gehen. Eure Lene von HerzPoeten.

Alle saßen beisammen, beim traditionellen Weihnachtsessen. „Du Mama, reich mir doch bitte den Kartoffelsalat rüber“, sagte Peter. „Du hast doch daran gedacht, dass Helga und ich nur noch vegane Lebensmittel zu uns nehmen“?, ergänzte er. Sabine kam ins Straucheln, ihr Kopf wurde hochrot. „Also, ich (…) tut mir leid das habe ich vergessen“, stotterte sie. „Ach Mama“, enttäuscht stellte Peter den Kartoffelsalat zurück.

„Du Mama, wo ist denn der schöne Weihnachtsschmuck von Oma hin? Der hing doch sonst immer am Weihnachtsbaum“, warf Bettina ein. „Schatz, ich wollte etwas neues ausprobieren und du weißt doch, dass ich die Farbe Pink mag“, antwortete Sabine lächelnd. „Also ich finde Pink zu grell; weiß/gold ist doch für Weihnachten viel traditioneller Mama“, meinte Bettina.

In Sabine begann es zu brodeln, mühsam schnitt sie ihr Fleisch zurecht. „Schatz, ich freue mich schon den ganzen Abend auf meinen Bratapfel. Wann kommt der Nachttisch eigentlich in den Ofen“?, fragte ihr Mann Uwe. Sabine knallte das Besteck hin, wütend blickte sie in die Runde: „Ich springe sofort auf, mache den Nachtisch fertig und streue für euch noch etwas Glitzer drauf. Nebenbei backe ich noch Kekse, bereite einen veganen Salat zu und hole Oma’s Schmuck aus dem Keller, während ihr in Ruhe weiter esst“.

Es herrschte Stille, alle blickten sich betroffen an. Dann sagte Uwe, „Schatz, wenn du schon dabei bist, könntest du auch noch zur Tankstelle fahren, um ein Marzipan-Brot zu holen? Du weißt doch, das es nur dann ein traditionelles Weihnachten für mich ist“.

Plötzlich begannen alle zu lachen. „Mama es tut uns leid; auch mit pinkem Schmuck oder verbrannten Nachttisch ist es ein traditionelles Weihnachtsfest für uns – denn die Hauptsache ist, dass wir alle zusammen sind.

Und mit dem Gefühl familiärer Geborgenheit, konnte Weihnachten endlich beginnen.

Wunschzettel

Claudia setzte sich mit einem Glas Rotwein an ihren Küchentisch, um ihren alljährlichen Wunschzettel zu schreiben; es war in ihrem Freundeskreis mittlerweile zur festen Tradition geworden, sich untereinander Wunschlisten zu schickten, um ein passendes Geschenk besorgen zu können.

Sie und ihre Freunde verwendeten viel Zeit damit, die Wunschzettel schön zu gestalten. Die Auswahl des passenden Papiers und die dazugehörigen Bastelarbeiten waren fast aufwändiger, als das Schreiben der Liste selbst. Doch Claudia hatte jedes Jahr Freude daran, schöne Stifte zu kaufen oder sich etwas Neues einfallen zu lassen, damit der Wunschzettel besonders wird.

Doch dieses Jahr war es anders; Claudia musste sich förmlich dazu zwingen, ihre Liste zu basteln und zu schreiben.

Nachdem Claudia ihren Zettel fertig gestaltet hatte, nahm sie einen besonderen Stift und fing an, ihre Wunschliste zu schreiben. Ihr fiel ein, dass sie letztens eine schöne Tasche gesehen hatte, die gut zu ihrem roten Kleid passen würde, dass sie immer trug, wenn sie mit ihren Freunden ausging. Dann dachte Claudia an die hübschen Perlenohrringe, die sie neulich auf einem Online Portal gesehen hatte. Ihr fielen noch weitere Dinge ein. Nach und nach füllte sich ihre Liste.

Als Claudia all ihre Wünsche aufgeschrieben hatte, las sie sich ihren Zettel laut vor. Von der roten Handtasche über weiße Perlenohrringe bis hin zur Yogamatte war alles dabei. Sie hatte nichts vergessen. Claudia lächelte und stellte sich vor, wie sie am Weihnachtsabend mit ihren Freunden ihre Geschenke öffnete; wie sie vor dem Spiegel ihre neuen Errungenschaften betrachten würde. Doch so sehr Claudia sich auch anstrengte, sie empfand keine Freude in ihren Gedanken daran. Sie hielt inne, das war ihr noch nie passiert.

Claudia trank einen Schluck Wein und überlegte. Dann las sie ihre Liste erneut und ihr wurde klar, dass ihr all diese materiellen Dinge keine Freude bringen würden, wenn sie niemanden hatte, mit dem sie diese nutzen konnte. Ihre Freunde sah sie nur noch an Feiertagen oder, wenn Geburtstage anstanden; wann sie zum letzten Mal zusammen ausgegangen waren oder Dinge zusammen unternommen hatten, wusste Claudia nicht. Die schöne neue Handtasche würde, wie die Yogamatte, nur verstauben, da sie alleine weder ausging noch Yogakurse besuchte. Was ihr wirklich fehlte, waren Menschen, die Zeit mit ihr verbrachten; die Dinge mit ihr erlebten und schöne Momente mit ihr teilten.

Claudia trank ihr Glas Wein aus. Sie sah auf ihre Liste, dann kam ihre eine Idee. Sie nahm ein einfaches Stück weißes Papier, einen gewöhnlichen Kugelschreiber und schrieb: Ich wünsche mir dieses Jahr von euch, dass wir mehr Zeit zusammen verbringen und Dinge miteinander unternehmen; zum Beispiel, möchte ich einen Yoga Kurs besuchen oder abends mit euch zusammen ausgehen. Das wichtigste in meinem Leben sind die Momente mit euch, den Menschen, die ich liebe; schöne Momente, die ich mit euch gemeinsam erleben und teilen will. Davon habe ich viel mehr, als von Handtaschen, Ohrringen oder Yogamatten, die ungenutzt keine Geschichten von erlebter Freude erzählen.

Dann steckte Claudia ihren Wunschzettel in einen weißen Briefumschlag und beschriftete ihn. Sie ging zu Bett und spürte etwas, das sie seit langer Zeit nicht mehr gefühlt hatte; sie freute sich auf Weihnachten.

In diesem Sinne wünsche ich euch frohe Weihnachten im Kreis eurer Lieben. Seid gut zueinander, nicht nur an Weihnachten. Haltet eure Liebsten fest, zeigt und sagt ihnen, dass ihr sie liebt / sie euch wichtig sind! Habt eine gute Zeit. Eure Lene von HerzPoeten.

Essenz der Liebe

Unsere Essenz ist Liebe, die in unserem Herzen ruht. Ein Ort, der unendlos ist; in den wir uns zurückziehen können, um der Liebe zuzuhören, uns mit ihr zu verbinden.

Liebe flüstert, in unseren Herzen, immerzu; wir hören ihre Stimme und fühlen ihre Stärke, wenn wir innehalten.

Wenn wir der Liebe zuhören, uns mit ihr verbinden, fühlen und verstehen wir, wie heilsam es ist, zu lieben; sich selbst und andere.

Wir begreifen, dass wir keine Angst vor der Liebe zu haben brauchen und, dass Mauern unnötig sind; wir bleiben immer unsere Essenz – Liebe, die immer in und bei uns ist.

Dunkelblau und wolkensanft

Mit deinem Sein in dunkelblau, malt Himmelsfrieden durch mein Grau

und wolkensanft, da trägst du mich, in deiner Seele, deinem dich.

20.12. – O du Schreckliche | Adventüden

Es war Freitag, der 24.12. Heiligabend. Während sich alle in ihre jährlichen Glitzer-Outfits warfen, lag sie auf ihrer Couch im Schlafanzug. Wie sie Weihnachten hasste; sie, als Single ohne Familie und Kinder. Wenigstens musste sie keine übertriebene Dankbarkeit für unnütze Geschenke wie eine Aktentasche schauspielern, Geschenke, bei deren Übergabe man »Ah« und »Oh« ausruft, während […]

20.12. – O du Schreckliche | Adventüden

Freund

Als ich begann, mir selbst ein Freund zu sein, fand ich etwas in mir, was ich vorher bei anderen suchte: Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit.

Und erst, als ich diese Dinge für mich empfand, konnte ich sie für das Leben und für andere empfinden.

Poesie

Wie Poesie schreibt dein Sein

Verse in mein Herz hinein;

wir reimen, dichten, klingen

in Strophen, die von Liebe singen.

Du kannst

Denk‘ daran: Wenn du es träumen kannst, dann kannst du es auch sein!

Oh du Fröhliche

Bettina ging gedanklich ihre to do Liste durch; wie immer war sie zu spät dran. Wenn sie jetzt nicht losfahren würde, würde sie das traditionelle Familien Weihnachtsessen verpassen. Da ihre Mutter ihre Familie an Weihnachten gern mit ungewöhnlichen Kompositionen wie versalzenen Honig-Wasabi Kartoffeln überraschte, gäbe es sicherlich Schlimmeres; wäre da nicht ihre Ur-Oma, die ihr Gesicht im Falle ihres Zuspätkommens in vorwurfsvolle “typisch Bettina“ Falten legen würde.

Bettina überlegte; alle Geschenke waren im Kofferraum ihres Auto verstaut, sie hatte an den Wein für ihren Vater gedacht und ihre Übernachtungstasche gepackt. Wenigstens konnte sie heute etwas trinken, was die Beantwortung der obligatorischen Fragen zu ihrem Liebesleben erträglicher machen würde. Mit vier Gläser Wein intus würde es ihr nichts mehr ausmachen, die gut gemeinten Ratschläge ihrer 55-jährigen Tante Erika anzuhören und wiederholt ihre Aussage “Der Richtige kommt, wenn du nicht daran denkst“ zu bestätigen. Ein Märchen, an das sie nicht mehr glaubte, seit die Vierziger immer näher rückten.

Bettina verließ ihre Wohnung und stieg in ihr Auto. Bevor sie losfuhr, atmete sie tief ein und aus. Sie hatte das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. “Vielleicht meine kabellosen Kopfhörer, um den langweiligen Gespräche meiner Familienmitglieder über Haus und Kinder entkommen zu können.“ Mit einem Lachen auf dem Gesicht fuhr Bettina los.

Auf der Hälfte der Strecke fing ihr Auto an zu ruckeln. Plötzlich wurde Bettina bewusst, was sie vergessen hatte. Sie war nicht wie geplant zur Tankstelle gefahren und einen Ersatzkanister hatte sie nicht dabei. “Na Klasse“, dachte Bettina. Ihr Auto fuhr noch ein paar Meter, dann blieb es stehen.

Bettina griff zum Handy, um ihren Vater anzurufen. Da ihr Vater abends nicht mehr mit seinem Auto fuhr, würde Onkel Peter kommen. Sie freute sich schon auf seine dämlichen Witze, die er auf ihre Kosten reißen würde. Grimmig entsperrte Bettina ihr Handy.

Als sie die Nummer ihres Vaters wählen wollte, ging ihr Handy aus. Natürlich hatte sie es vergessen, es vor ihrer Fahrt aufzuladen. Bettina stieß innerlich Schimpftiraden aus; gegen Weihnachten, ihre Familie und am Ende gegen sich selbst.

Alle würden wieder sagen,“Typisch Bettina, etwas anderes kennen wir nicht von ihr.“ Bettina sank auf ihrem Lenkrad zusammen. Sie sehnte sich nach dem vorwurfsvollen Faltengesicht ihrer Ur-Oma und den versalzenen Honig-Wasabi Kartoffeln ihrer Mutter. Dann dachte sie an den Wein, den sie für ihren Vater mitgenommen hatte. Sie griff neben sich, öffnete die Flasche und trank einen Schluck. Gedanklich prostete sie ihrer Familie zu. “Frohe Weihnachten“, sagte sie zu sich selbst.

Als Bettina zu einem weiteren Schluck ansetzte, sah sie zwei Rücklichter, die sich aus der Ferne näherte. Das Auto fuhr immer langsamer und hielt schließlich an.

Bettina bekam es mit der Angst zu tun, sie überlegte, ob sie die Weinflasche notfalls als Waffe einsetzen konnte.

Ein Klopfen an der Scheibe ertönte. Bettina umklammerte die Weinflasche, drehte sie sich um und blickte in zwei bekannte Augen.

“Dirk, was machst du denn hier? Das gibt es doch nicht.“, sagte Bettina erleichtert. Dirk antwortete lachend: “Nabend Bettina. Ich bin auf dem Weg zu meiner Familie. Und du? Hast du es dir doch anders überlegt und beschlossen, dich hier vor deiner fröhlich-schrecklichen Familie zu verstecken?“

Dirk lachte über das ganze Gesicht, seine Grübchen traten hervor. Bettina hatte Dirk während ihres Studiums kennengelernt und sofort attraktiv gefunden. Leider blieb ihre Schwärmerei einseitig, denn er kam mit Manuela zusammen und war es auch heute noch. Wenigstens konnte sie später ihrer Familie von einem geheimnisvollen Mann erzählen, der sie gerettet hatte. Das aufregendste, das in ihrem Liebesleben in den letzten Monaten passiert war.

Bettina stieg die Röte ins Gesicht, wieder einmal wurde sie sich lächerlich machen. “Was soll ich sagen, typisch Frau. Mein Display ist kaputt, daher leuchten keine Warnsignale, die mich daran erinnern hätten könnten, zur Tankstelle zu fahren.“

Dirk antwortete verschmitzt: “Gut, dass ich für uns beide getankt habe. Komm, ich nehm dich mit. Das heiligste aller Feste darfst du auf keinen Fall verpassen.“

Beide packten ihre Sachen in Dirks Auto, dann fuhren sie los.

“Weißt du Bettina, in letzter Zeit habe ich oft an dich denken müssen.“ “Wirklich?“, fragte Bettina überrascht. “Ja, ich mochte schon damals deine chaotische Art. Der umgedrehte Pulli, die zweifarbigen Socken oder deine wilden Locken, die im Wind hin und her wehten.“ Am liebsten hätte Bettina Dirk gestanden, dass sie ihn ebenfalls sehr gemocht hatte. Stattdessen sagte sie: “Wie du siehst, habe ich mich kaum verändert; nur meine Haare trage ich jetzt glatt.“ Beide lachten.

“Du Bettina, was hältst du davon, wenn wir uns später, nachdem wir den Weihnachtshorror überstanden haben, in unserer Stammkneipe treffen?“ “Was ist denn mit Manuela?“, fragte Bettina verwundert. “Ach weißt du, Manuela und ich haben uns getrennt. Es hat einfach nicht mehr zwischen uns gepasst.“ Am liebsten hätte Bettina laut gejubelt; sie antworte: “Na dann steht unserer Wiedersehensfeier nichts im Wege und schließlich muss ich mich bei meinem Retter in der Not gebührend bedanken.“

“Weißt du, was seltsam ist?“, fügte Dirk hinzu, “eigentlich plane ich immer alles im Voraus, außer heute. Wäre ich nicht tanken gewesen und dein Auto nicht stehen geblieben, hätten wir uns heute nicht getroffen.“ “Na dann“, erwiderte Bettina, “haben wir beide Glück gehabt und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ “Ja, da hast Recht“, sagte Dirk.

Bettina wurde bewusst, wie sehr sie sich auf dieses Weihnachtsfest freute; “Manchmal ist es das Unperfekte, das Chaos, was unser Leben perfekt macht“, dachte sie vergnügt.