Die Mitte des Lebens ist angebrochen,
die Hälfte davon ist ausgesprochen;
hab gelernt, bin manchmal zerbrochen,
weitergegangen und mir selbst versprochen,
die Liebe in mir bleibt ungebrochen.
Gedichte, Gedanken, Texte
Die Mitte des Lebens ist angebrochen,
die Hälfte davon ist ausgesprochen;
hab gelernt, bin manchmal zerbrochen,
weitergegangen und mir selbst versprochen,
die Liebe in mir bleibt ungebrochen.
Informationen zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/09/04/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-36-37-22-wortspende-von-ludwig-zeidler/
Danke an Organisatoren und Mitschreiber.
Da war sie wieder, anschmiegsam wie immer. Leas ständige Begleiterin, fast Weggefährtin; die Angst. Sorgenvolle Gedankenwolken, die ihren Kopf vernebelten und sich als Schwere in ihrem Körper manifestierten.
Dieses Gefühl, das wie Brechreiz aus ihrem Herzen kam, lähmte Lea sie selbst zu sein. Sie vertraute weder ihrer Liebenswürdigkeit noch ihren Fähigkeiten, weshalb sie Harmonie wahrte und Bedürfnisse oder Ansichten nicht äußerte; zu groß war die Angst, etwas falsch zu machen und von anderen abgelehnt zu werden.
Lea begriff, dass die Angst begann, ihr Selbst zu buchstabieren; als ein Teil ihrer Vergangenheit, das danach strebte, ihre Zukunft zu werden. Doch nun sah Lea ihrer Angst direkt ins Gesicht; dem kleinen Kind von damals, das um seiner selbst geliebt werden wollte. Sie nahm es in die Arme und weinte mit ihm. Mit jeder Träne wurde ihr Kopf ein Stück klarer, löste sich die Schwere in ihr. Am Ende ihrer Tränen flüsterte ihr Herz ihrem Kinder-Ich zu: „Du bist liebenswert und wunderbar, genauso wie du bist.“
Wir bleiben eine Insel mit brachem Land, wenn wir für andere keine Brücken bauen; erst dann können sie unsere Felder betreten, um sie mit ihrem Sein zu pflügen, zu begrünen und zu bepflanzen.
Wir warten, auf den richtigen Moment, um zu leben oder auf Züge oder Busse, um zu fahren, an Orte und zu Menschen, die uns glücklich machen sollen. Ohne Ziel irren wir umher, kommen nirgendwo an, vor allem nicht bei uns selbst. Wechseln Wohnungen, Freundschaften und Beziehungen, weil wir uns nicht finden, nichts fühlen, außer Leere und Reste vom erträumten großen Glück. Abgeschnitten, von unserem Körper und unserer Seele, verfangen in unserem Geist, wissen wir weder wer wir sind noch was uns glücklich macht. Am Ende unseres Lebens fragen wir uns, haben wir wirklich gelebt oder wurden wir es?
Ein Kind will lebenslang geliebt werden; vor allem dein eigenes, das tief in deinem Inneren sitzt.
Sie hatte sein Herz beschützt in ihren Händen gehalten, als es auseinander gefallen war. All die Risse hatte sie zärtlich berührt, ihnen neues Leben eingehaucht. Sein Herz fügte sich wieder zusammen, die Risse verwuchsen und wurden wieder rot. Er hatte sich in ihr gespiegelt, war an ihr gewachsen und sein Herz war durch ihre Lieber geheilt; es atmete wieder. Seine Heilung war spürbar für sie, denn ihre Seelen waren einander verbunden. Durch ihre gemeinsame Zeit, den Schmerz und die Liebe, die sie miteinander geteilt hatten.
Eines Tages öffnete sie ihre Hand und sagte zum ihm: „Du bist bereit, mich zu verlassen; loszufliegen, um dein Herz erneut zum Tanzen zu bringen.“ Er schaute sie erstaunt an, ein Stich durchbohrte sein Inneres. „Liebst du mich denn nicht mehr?“, fragte er. Sie erwiderte: „Ich liebe dich und werde dich immer lieben. Du bist ein Teil von mir, von meinem Herzen. Und weil ich dich liebe, lasse ich dich frei. Du bist mir nichts schuldig, wir sind einander gewachsen. Ich durch dich und du durch mich. Auch ich habe mich in dir gespiegelt und dadurch Heilung erfahren. Durch deine Liebe zu mir. Unsere Seelen werden für immer verbunden sein. Doch nicht durch Abhängigkeiten oder weil sie es müssen, sondern durch ihre tiefe Liebe zueinander. Eine Liebe, die frei ist, weil sie sich weder am anderen bereichern will noch von ihm verlangt.“
Er blickte sie an, in ihr Herz und begriff, dass er wahrlich der Liebe begegnet war.
Lauf deinen Catwalk des Lebens aufrecht, mit der Gewissheit, dass du wunderbar und einzigartig bist; unabhängig von und deinem Kostüm oder deinen Schuhen. Wenn du hinfällst, erinnere dich daran, rappel dich auf und lauf weiter.
In jeder Begegnung findet sich,
ein Stückchen deines wahren ichs;
deine Schatten werden Licht,
fallen ab, Schicht für Schicht.
Wir zeigen in Statusmeldungen Momente aus unserem Leben, die andere beeindrucken oder unterhalten sollen, doch vergessen, dass unser Leben aus einmaligen Momenten besteht, die für uns unvergesslich beeindruckend oder unterhaltend sind – wenn wir uns ihnen voll und ganz hingeben.
Wenn wir aufhören nachzuahmen, was wir aus der Vergangenheit von Familienmitgliedern, Freunden oder Ex-Partnern kennengelernt haben, leben wir eigenes Leben; kein Leben anderer. Wir steigen aus erlernten Verhaltens-und Beziehungsmustern aus, weil wir begreifen, wer wir wirklich sind und was uns glücklich macht. Beziehungen auf Seelenebene werden dadurch möglich. Wir zeigen uns, wie wir sind, sehen und akzeptieren, wie andere sind; mehr noch, wir lernen und wachsen durch andere, weil wir uns mit ihnen zusammen entwickeln wollen anstatt uns von ihnen abzugrenzen.