Abc.Etüde – Quilt –

Neues Jahr, neue Etüden; diesmal in einer anderen Form. Ich werde, wenn ich darf, ab und an, mitschreiben.

Informationen zum Projekt, findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/01/02/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-01-02-22-wortspende-von-ludwig-zeidler/

Wie immer gilt der größte Dank den Organisatoren und den Mitschreibern.

Es sind Erinnerungen an Menschen, die wir einst geliebt und verloren haben, die unseren Quilt des Lebens nähen.

Manche Stücke in unserem Quilt sind kunterbunt, andere dagegen schwarz-weiß gestreift; wir verbinden sowohl Schönes als auch Schmerzhaftes mit unseren Erinnerungen.

Dabei ist es unwichtig, was wir mit den einzelnen Stücken verbinden, solange wir nicht vergessen, das keins davon „unverzeihlich“ ist; jede Erinnerung, ob schmerzhaft oder nicht, gehört zu uns, zu unserem Quilt des Lebens.

Wir lernen aus unseren Erfahrungen, wir nähen weiter, in bunt oder grau. Denn letztlich wissen wir, dass jedes Stück einen neuen Hoffnungsschimmer darstellt, Menschen zu finden, mit denen wir unseren Quilt gemeinsam gestalten oder teilen können; solange, bis wir gegangen sind.

Neues

Ein neues Jahr, um zu kreieren,

Momente zu leben, Freude zu spüren;

schöpfe Wünsche, um Träume zu fliegen,

hab‘ Vertrauen, dein Leben zu lieben.

Der Brief

Sie hatte an einem Online-Seminar teilgenommen, um Rückschau auf das alte Jahr halten zu können und, um ihre Ziele für 2022 zu visualisieren. Der Abschluss des Seminars umfasste die Aufgabe, 2021 in Dankbarkeit zu verabschieden. Höhen und Tiefen sollten betrachtet werden, um altes loslassen zu können.

Ihre Ziele für das neue Jahr hatte sie schon notiert; das Visualisieren ihrer Wünsche und Träume fiel ihr leicht. Es hatte ihr Freude bereitet. Die Aufgabe, 2021 in Dankbarkeit zu verabschieden sowie Höhen und Tiefen zu beschreiben, schob sie jedoch vor sich hin. Gedankenverloren starrte sie auf ein Stück weißes Papier.

Sie fand nichts, für das sie im alten Jahr Dankbarkeit empfinden sollte. Es gab viele Fehlschläge, doch keine Höhepunkte. Ihr Herzenswunsch hatte sich immer noch nicht erfüllt und sie hatte Menschen verlassen, die ihr etwas bedeutet hatten; die sie eigentlich nicht verlassen wollte. So sehr sie sich auch anstrengte, ihr fiel nichts Gutes ein, mit dem sie ihr Blatt füllen konnte. Stattdessen fühlte sie den Widerstand in ihr, Wut und Traurigkeit. Daher beschloss sie, etwas Gutes für sich zu tun, um sich nicht in ihren Emotionen zu verlieren; früher hätte sie das und der ganze Tag wäre verloren gewesen.

Sie beschloss, einen Spaziergang zu unternehmen und sich in ihrem Lieblingscafé ein Stück Kuchen zu gönnen. Nach ihren Unternehmungen fühlte sie sich besser. Sie hatte die Natur und ihren Kuchen genossen, andere Menschen glücklich gesehen, was sie selbst mit Freude erfüllte. Sie war wieder ganz bei sich, im Einklang mit ihrem Sein und bereit, nach Hause zu gehen. Sie wusste nun, wie sie ihr weißes Blatt Papier füllen konnte.

Zu Hause angekommen, nahm sie einen Stift in ihre Hand und lächelte. Durch ihren Spaziergang und ihren Zwischenstopp im Café, wurde ihr bewusst, für was sie in diesem Jahr dankbar war; sie hatte gelernt, sich selbst zu lieben, sich um sich selbst zu kümmern und auf ihre Bedürfnisse zu hören. Sie hatte sich verändert, weiterentwickelt, was erst durch ihren Verlust möglich geworden ist. Dieser hatte dazu geführt, dass sie sich ihren schmerzhaften Erfahrungen gestellt hatte, was ihre Wunden geheilt hatte; sie hatte Frieden in ihrem Inneren erfahren, durch bedingungslose Liebe für sich selbst; eine Liebe, die ihr dabei helfen würde, ihre Wünsche im neuen Jahr Wirklichkeit werden zu lassen. Sie war zur Schöpferin ihres Lebens geworden, übernahm die Verantwortung, ihr Glück selbst zu erschaffen; durch ihre innere Welt, in der ihre Gedanken und Gefühle über sich selbst liebevoll sind.

In diesem Sinne möchte ich euch ein wundervolles neues Jahr wünschen; lasst uns das alte in Liebe verabschieden und das neue mit Hoffnung begrüßen. Kommt gut ins neue Jahr; entweder mit euren Lieben oder in Stille. Danke für eure Unterstützung und eure Beiträge. Bis bald, bei HerzPoeten.

Herz-Takt

Leben beginnt, wenn unser Herz schlägt; im eigenen Takt, der Liebe aussät.

Es ist das Herz, dass unser Sein trägt; folge der Liebe, sie zeigt dir den Weg.

Herz

Und all die Worte fühlen nicht, wenn dein Herz nicht Liebe spricht;

hab‘ keine Angst, dass es bricht, ein Herz will lieben, sonst lebt es nicht.

Selbstliebe und Liebe

Alles, was wir von anderen verlangen, müssen wir uns zunächst selbst geben.

Nur mit einer bedingungslosen Liebe für uns selbst, können wir andere Menschen ausnahmslos lieben, so wie sie sind; für sie Mitgefühl, Güte und Respekt empfinden oder ihnen vergeben.

Wir säen, was wir für uns selbst empfinden, in uns sehen; dabei ernten wir durch unsere Liebe in und für uns – denn wer liebt, seine Liebe ohne Erwartung mit anderen teilt, zudem kommt dieses Gefühl tausendfach zurück.

Alle Jahre wieder

Die letzte Weihnachtsgeschichte für dieses Jahr. Habt einen schönen zweiten Feiertag und lasst es euch gut gehen. Eure Lene von HerzPoeten.

Alle saßen beisammen, beim traditionellen Weihnachtsessen. „Du Mama, reich mir doch bitte den Kartoffelsalat rüber“, sagte Peter. „Du hast doch daran gedacht, dass Helga und ich nur noch vegane Lebensmittel zu uns nehmen“?, ergänzte er. Sabine kam ins Straucheln, ihr Kopf wurde hochrot. „Also, ich (…) tut mir leid das habe ich vergessen“, stotterte sie. „Ach Mama“, enttäuscht stellte Peter den Kartoffelsalat zurück.

„Du Mama, wo ist denn der schöne Weihnachtsschmuck von Oma hin? Der hing doch sonst immer am Weihnachtsbaum“, warf Bettina ein. „Schatz, ich wollte etwas neues ausprobieren und du weißt doch, dass ich die Farbe Pink mag“, antwortete Sabine lächelnd. „Also ich finde Pink zu grell; weiß/gold ist doch für Weihnachten viel traditioneller Mama“, meinte Bettina.

In Sabine begann es zu brodeln, mühsam schnitt sie ihr Fleisch zurecht. „Schatz, ich freue mich schon den ganzen Abend auf meinen Bratapfel. Wann kommt der Nachttisch eigentlich in den Ofen“?, fragte ihr Mann Uwe. Sabine knallte das Besteck hin, wütend blickte sie in die Runde: „Ich springe sofort auf, mache den Nachtisch fertig und streue für euch noch etwas Glitzer drauf. Nebenbei backe ich noch Kekse, bereite einen veganen Salat zu und hole Oma’s Schmuck aus dem Keller, während ihr in Ruhe weiter esst“.

Es herrschte Stille, alle blickten sich betroffen an. Dann sagte Uwe, „Schatz, wenn du schon dabei bist, könntest du auch noch zur Tankstelle fahren, um ein Marzipan-Brot zu holen? Du weißt doch, das es nur dann ein traditionelles Weihnachten für mich ist“.

Plötzlich begannen alle zu lachen. „Mama es tut uns leid; auch mit pinkem Schmuck oder verbrannten Nachttisch ist es ein traditionelles Weihnachtsfest für uns – denn die Hauptsache ist, dass wir alle zusammen sind.

Und mit dem Gefühl familiärer Geborgenheit, konnte Weihnachten endlich beginnen.

Wunschzettel

Claudia setzte sich mit einem Glas Rotwein an ihren Küchentisch, um ihren alljährlichen Wunschzettel zu schreiben; es war in ihrem Freundeskreis mittlerweile zur festen Tradition geworden, sich untereinander Wunschlisten zu schickten, um ein passendes Geschenk besorgen zu können.

Sie und ihre Freunde verwendeten viel Zeit damit, die Wunschzettel schön zu gestalten. Die Auswahl des passenden Papiers und die dazugehörigen Bastelarbeiten waren fast aufwändiger, als das Schreiben der Liste selbst. Doch Claudia hatte jedes Jahr Freude daran, schöne Stifte zu kaufen oder sich etwas Neues einfallen zu lassen, damit der Wunschzettel besonders wird.

Doch dieses Jahr war es anders; Claudia musste sich förmlich dazu zwingen, ihre Liste zu basteln und zu schreiben.

Nachdem Claudia ihren Zettel fertig gestaltet hatte, nahm sie einen besonderen Stift und fing an, ihre Wunschliste zu schreiben. Ihr fiel ein, dass sie letztens eine schöne Tasche gesehen hatte, die gut zu ihrem roten Kleid passen würde, dass sie immer trug, wenn sie mit ihren Freunden ausging. Dann dachte Claudia an die hübschen Perlenohrringe, die sie neulich auf einem Online Portal gesehen hatte. Ihr fielen noch weitere Dinge ein. Nach und nach füllte sich ihre Liste.

Als Claudia all ihre Wünsche aufgeschrieben hatte, las sie sich ihren Zettel laut vor. Von der roten Handtasche über weiße Perlenohrringe bis hin zur Yogamatte war alles dabei. Sie hatte nichts vergessen. Claudia lächelte und stellte sich vor, wie sie am Weihnachtsabend mit ihren Freunden ihre Geschenke öffnete; wie sie vor dem Spiegel ihre neuen Errungenschaften betrachten würde. Doch so sehr Claudia sich auch anstrengte, sie empfand keine Freude in ihren Gedanken daran. Sie hielt inne, das war ihr noch nie passiert.

Claudia trank einen Schluck Wein und überlegte. Dann las sie ihre Liste erneut und ihr wurde klar, dass ihr all diese materiellen Dinge keine Freude bringen würden, wenn sie niemanden hatte, mit dem sie diese nutzen konnte. Ihre Freunde sah sie nur noch an Feiertagen oder, wenn Geburtstage anstanden; wann sie zum letzten Mal zusammen ausgegangen waren oder Dinge zusammen unternommen hatten, wusste Claudia nicht. Die schöne neue Handtasche würde, wie die Yogamatte, nur verstauben, da sie alleine weder ausging noch Yogakurse besuchte. Was ihr wirklich fehlte, waren Menschen, die Zeit mit ihr verbrachten; die Dinge mit ihr erlebten und schöne Momente mit ihr teilten.

Claudia trank ihr Glas Wein aus. Sie sah auf ihre Liste, dann kam ihre eine Idee. Sie nahm ein einfaches Stück weißes Papier, einen gewöhnlichen Kugelschreiber und schrieb: Ich wünsche mir dieses Jahr von euch, dass wir mehr Zeit zusammen verbringen und Dinge miteinander unternehmen; zum Beispiel, möchte ich einen Yoga Kurs besuchen oder abends mit euch zusammen ausgehen. Das wichtigste in meinem Leben sind die Momente mit euch, den Menschen, die ich liebe; schöne Momente, die ich mit euch gemeinsam erleben und teilen will. Davon habe ich viel mehr, als von Handtaschen, Ohrringen oder Yogamatten, die ungenutzt keine Geschichten von erlebter Freude erzählen.

Dann steckte Claudia ihren Wunschzettel in einen weißen Briefumschlag und beschriftete ihn. Sie ging zu Bett und spürte etwas, das sie seit langer Zeit nicht mehr gefühlt hatte; sie freute sich auf Weihnachten.

In diesem Sinne wünsche ich euch frohe Weihnachten im Kreis eurer Lieben. Seid gut zueinander, nicht nur an Weihnachten. Haltet eure Liebsten fest, zeigt und sagt ihnen, dass ihr sie liebt / sie euch wichtig sind! Habt eine gute Zeit. Eure Lene von HerzPoeten.

Essenz der Liebe

Unsere Essenz ist Liebe, die in unserem Herzen ruht. Ein Ort, der unendlos ist; in den wir uns zurückziehen können, um der Liebe zuzuhören, uns mit ihr zu verbinden.

Liebe flüstert, in unseren Herzen, immerzu; wir hören ihre Stimme und fühlen ihre Stärke, wenn wir innehalten.

Wenn wir der Liebe zuhören, uns mit ihr verbinden, fühlen und verstehen wir, wie heilsam es ist, zu lieben; sich selbst und andere.

Wir begreifen, dass wir keine Angst vor der Liebe zu haben brauchen und, dass Mauern unnötig sind; wir bleiben immer unsere Essenz – Liebe, die immer in und bei uns ist.

Dunkelblau und wolkensanft

Mit deinem Sein in dunkelblau, malt Himmelsfrieden durch mein Grau

und wolkensanft, da trägst du mich, in deiner Seele, deinem dich.