Heute regnet’s dein Gesicht,
Reste vom wir, zeigen sich,
tief in Pfützen, grau schmutzig;
die Sonne scheint, auf Asphalt,
die Reste schwinden, werden kalt,
wir – ein Flüstern, das leise hallt.
Gedichte, Gedanken, Texte
Heute regnet’s dein Gesicht,
Reste vom wir, zeigen sich,
tief in Pfützen, grau schmutzig;
die Sonne scheint, auf Asphalt,
die Reste schwinden, werden kalt,
wir – ein Flüstern, das leise hallt.
Petra stand am Herd. Wie immer, zurselben Zeit, bereitete sie das Abendessen für ihre Familie zu; Mann und Kinder. Manchmal hatte sie das Gefühl, nur noch für ihre Mutter- und Ehepflichten zu leben; mittlerweile hatten sie ihre Persönlichkeit aufgefressen, ihr altes, leichtes Ich von Damals.
In der Pfanne brutzelten die Schnitzel selig vor sich hin; Mittwoch eben. Wieder etwas, was sich wie eine graue Routine durch ihr Leben zog; eben täglich grüßt das Murmeltier. Ihr Leben war eintönig geworden, hatte die graue Farbe ihrer Küchenschürze angenommen – mehr noch, sie war selbst zu einer grauen, farblosen Kittelschürze geworden, auf der keine Farbe mehr hielt. Petra seufzte, als sie daran dachte.
Die Schnitzel brutzelten weiter vor sich hin, doch Petra hatte sich längst in ihren Gedanken verloren; das Brutzeln der Schnitzel und die Hitze, hatten sie an ihr altes Ich zurück denken lassen – an die Petra damals auf Ibiza und an Dieter, ihre Jugendliebe.
Petra würde nie vergessen, wie sie Dieter kennenlernt hatte; er trat wie ein Wirbelwind in ihr Leben und veränderte es von grundauf. Sie gingen auf exklusive Partys, er schenkte ihr kostspielige Geschenke oder überraschte sie mit spontanen Reisen, darunter auch Ibiza.
Die Reise nach Ibiza gehörte zu Petras Lieblingserinnerung an Dieter. Sie beide, in seinem Cabrio oder auf seiner Yacht; sie war glücklich und alles war so leicht. Jeder Tag war ein Abenteuer, denn Dieter fiel immer etwas neues ein. Alles war aufregend und spannend, jeder Moment raubte ihr den Atem; ihr Leben fühlte sich wie eine nie endende Achterbahnfahrt mit Dauerlooping an. Petra spürte die Ibiza Sonne auf der Haut und den Cabrio Wind in ihren Haaren. Sie lächelte, während sie an Dieter und ihr altes Ich dachte; ein braun gebranntes Ich, mit schlanker Figur, Sommersprossen und braun gebrannter Haut. Damals war sie frei und kostete jeden Moment ihres Lebens aus.
Plötzlich trafen heiße Spritzer ihr Gesicht. Petra fluchte, als sie von den fast verbrannten Schnitzeln wieder in die Realität zurückgeholt wurde; die Sonne, an die sie eben noch gedacht hatte und die sie als angenehm empfunden hatte, verbrannte sie nun fast. Sie stellte die Temperatur herunter und nahm die Schnitzel vom Herd, damit sie abkühlen konnten.
Auf einmal war ihr Ibiza Märchen auserzählt. Petra konnte sich wieder daran erinnern, wie Dieter sie nach dem Ibiza Urlaub abserviert hatten; er sei noch nicht soweit, sich fest zu binden und wolle sich erst einmal austoben, hieß es. Später hörte sie von Bekannten, das er mit einer Arbeitskollegin anbandelte. Mit ihr fuhr er ebenfalls nach Ibiza, während sie mit gebrochenem Herzen in Niedernostheide zurückblieb.
Ihr Märchen, an dem sie festhielt, war eines ohne Happy End. Zwar war mit Dieter immer alles aufregend gewesen, jedoch entstand niemals ein Gefühl von Sicherheit oder Stabilität mit ihm. Dieter änderte oft seine Meinung von jetzt auf, flirtete mit anderen Frauen und legte keinen Wert auf ihre Meinung. So schnell wie er in ihr Leben getreten war, so schnell verließ er es wieder. Nach Dieter dauerte es lange, bis sie einem Mann wieder vertrauen konnten; dann traf sie Uwe.
Uwe war weniger aufregend, dafür aber solide. Anstatt Ibiza gab es die Ostsee, ein Gefühl von emotionaler Sicherheit und ein Ja zu ihr als Mensch; ein Ja zu ihnen, so dass sie ein wir wurden. Uwe wusste, was er wollte. Er wollte sie, bemühte sich um sie und zeigte ihr, dass sie ihm etwas bedeutete. Drei Jahre später heirateten sie, dann kamen die Kinder.
„Schatz, alles in Ordnung? Es riecht etwas verbrannt“, fragte Uwe aus dem Esszimmer. Ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit ergriff Petra, als sie begriff, welch großes Glück sie mit ihrem Mann und ihrer Familie hatte. „Danke Schatz, es ist alles ok. Heute sind die Schnitzel besonders knusprig“. Das Dieter Märchen war verschwunden, Ibiza auch; Petra griff nach den Schnitzeln, um sie ins Esszimmer zu bringen. Währenddessen wurde Petra klar, woher ihre Unzufriedenheit rührte.
Sie liebte Niedernostheide und ihr Leben mit ihrer Familie. Ihr fehlte nicht Ibiza, sondern etwas Farbe, in ihrer routinierten Eintönigkeit.
„Du, Uwe, wie wäre es, wenn wir morgen mal den Nudeltag ausfallen lassen und stattdessen eine Paella essen? Immer dasselbe zu essen, ist doch langweilig. Ich kann die Nudeln langsam nicht mehr sehen.“ „Gott sei Dank Petra, gerne. Mir geht es genauso. Ich habe mich nur einfach nicht getraut, etwas zu sagen, da ich dir nicht noch mehr zumuten wollte; mit dem ganzen Haushalt und den Kindern hast du schon genug zu tun. Ich dachte, dass du es einfacher hast, wenn du nicht noch jeden Tag überlegen musst, was wir essen.“ „Du wieder“, Petra lächelte. „Keine Sorge, ich schaffe alles gut und falls nicht, dann habe ich ja dich“. Sie küssten sich und riefen ihre Kinder zum Abendessen.
Du kannst erst Liebe wahrnehmen, fühlen und geben, wenn du dir darüber bewusst bist, dass sie in deinem Sein begründet ist.
Du bist die Liebe selbst; für dich und andere.


Informationen zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/10/17/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-42-43-21-wortspende-von-puzzleblume/
Danke an alle Organisatoren und Mitschreiber.
Als sie ihre Wohnung betrat, fühlte sie eine tiefe Ruhe in sich. Sie legte ihr Biedermeier-Kostüm, bestehend aus Pumps, Trenchcoat und Blazer mit passendem Rock ab, um in ihre Wohlfühlklamotten zu schlüpfen; Jogginghose und T-Shirt. Ein Gefühl von Freiheit dehnte sich in ihrem Inneren aus. Dann entfernte sie ihre Haarspange und schüttelte ihre Locken. „Endlich ich sein, wieder Luft bekommen, atmen können“, dachte sie bei sich.
Sie beschloss, zu Zeichnen. Sie liebte es kreativ zu sein, ihrem Inneren eine Stimme zu geben, indem sie ihren Gedanken und Gefühle Ausdruck verlieh; etwas, das in ihrem Beruf als Bürokauffrau nicht möglich war.
Sie zeichnete und vergaß die Zeit. Ihre Gedanken schwirrten umher, drehten sich, um sie selbst, ihre Träume und Sehnsüchte.
Sie kam sich niederträchtig vor, denn sie wusste, dass sie sich selbst belog; sie übte einen Beruf aus, den sie nicht wirklich mochte, weil sie nicht den Mut hatte, ihre Träume zu verfolgen. Sie verkleidete sich, um den Erwartungen anderer zu entsprechen. Ihre Eltern sagten damals zu ihr: „Künstlerin, das ist doch kein sicherer Beruf. Lern‘ etwas Solides. Zeichnen kannst du nebenbei.“
Nach diesem Gedanken verfiel sie in einen Trance Zustand. Sie zeichnete drauf los, ließ sich von den Stiften führen und gab sich ihrer inneren Eingabe vollkommen hin.
Als sie fertig war, betrachtete sie ihr Bild. Ein bunter Vogel, der aus einem schwarz-weiß Käfig flog. Sie wusste, was diese Zeichnung bedeutete. Es war Zeit, aus dem selbst erbauten Käfig zu fliegen und das Leben zu beginnen, von dem sie träumte. Ihr Anspruch, ihr Selbst beherrschen zu wollen verabschiedete sich, ihre Selbstzweifel und inneren Glaubenssätze gingen flöten. Sie lächelte. Von nun an, wollte sie der bunte Vogel sein, der sie immer gewesen ist und ihr schwarz-weißes Käfig-Kostüm hinter sich lassen; sie würde sie selbst sein, endlich.
Unter Laub und Eicheln lag’s versteckt, mein Herz, in Erde, ganz verdreckt;
du hast’s gefunden, zum Leben erweckt, gemeinsam mit ihm den Sommer entdeckt.
Mit jedem deiner Gedanken kreierst du deinen eigenen Film; dein Leben, das deinen Film im Außen widerspiegelt.
Wenn sich Szenen, die dir nicht gefallen, in deinem Film und in deinem Leben ständig wiederholen, erinnere dich daran, dass du der Regisseur deines Leben bist.
Jeder Moment ist wie ein weißes Stück Papier, in dem du gedanklich deine Stifte zum Malen bzw. Schreiben wechseln kannst, um neue Szenen kreieren zu können; Szenen, die dir gefallen und die dich glücklich machen.
Ich atmete dich, Zug um Zug,
in mein Herz und es schlug;
ich war Liebe, mit dir genug,
mit deinem Atem, der mich trug.
Wie eine Fremde striff ich umher, von außen gesegnet, doch innerlich leer.
Dann fand ich dich, fand Heimat in dir – von Liebe erfüllt, fand ich Frieden in mir.
Deine innere Welt spiegelt deine äußere wider; ist dein innerer Garten voller Blumen, fühlst du die Schönheit um dich herum und riechst den Duft des Lebens. Sind deine Blumen in deinem Garten vertrocknet, verletzt dich jede Dorne, auf die dein Herz trifft und du verlernst, dich der Sonne entgegen zu strecken, um den Regen zum Wachsen auffangen zu können.