Wellen

Mein Boot schwimmt auf dem Meer, die Wellen schlagen dagegen; sie kommen mit voller Wucht und verschwinden leise, ebben sterbend ab. Manchmal bringen sie mein Boot fast zum Kentern.

Es ist kein Hafen in Sicht, für mein Boot; nur kurzweilige Ankermöglichkeiten, die keine Ruhe oder Sicherheit bieten. Sie fordern schnell zur Weiterfahrt auf; zurück ins dunkle, kalte Meer.

Mein Boot schwimmt weiter, umgeben von Wellen; die Gefahr zu kentern, ist ihm wohl bekannt. Es wirft seine Anker nur noch selten aus; es sucht einen Hafen, an dem es bleiben kann. So lange schwimmt es weiter, mit den Wellen; manchmal gegen sie, doch immer in der Gewissheit, dass es nie untergehen wird – selbst beim stärksten Wellengang.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

12 Kommentare zu „Wellen

  1. Auf den Tag vor drei Monaten sah ich mir den Film „All Is Lost“ an. Ein sehenswerter Film. Ein Mann (Robert Redford) auf dem Meer. Er gerät in eine heikle Lage (Randnotiz: Der Film hat nur einen Darsteller, entsprechend gibt es keine Dialoge und nur wenig Worte). Daran musste ich denken, als ich diesen Blogpost eben las. Das zentrale Thema von ‚All Is Lost‘ ist, dass niemals wirklich alles verloren ist. Der unermüdliche Kampf gegen Wind, Wetter und Wasser, gegen alle Arten von Rückschlägen und Hindernissen, erzählt vor allem vom puren menschlichen Lebens- und Überlebenswillen. Diesen Willen hast du, liebe Madeleine. Mit deiner Gewissheit, niemals zu kentern, wirst du deinen Hafen finden. Liebe Grüße, Bernd (-:

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  2. Nachdem ich Deinen Text hier gelesen hatte, fiel mir eine alte Geschichte wieder ein, die ich mal aufgeschrieben habe. (Das habe ich vor nunmehr fast sechs Jahren getan.) – Ich schreib darin von Gedankenschiffchen, die ich aufs Wasser setze, die neben meinen Gedanken auch die Hoffnung mit sich nehmen, gefunden zu werden.

    Du beschreibst Dich auf einem Boot befindend auf dem großen Meer, hoffend einen Hafen oder wenigstens einen Ankerplatz zu finden.

    Ich stelle mir Deinen Blog hier als ein Meer vor. Und jeder Text, den Du schreibst, jeder Gedanke, ist ein Schiffchen, das Du zu Wasser lässt. Sie treiben hier durch Dein Meer, uns so mancher hat das eine und das andere gefunden, denn Du bist ja nicht allein auf dem Meer.

    Ich finde, das ist ein schönes und lehrhaftes Bild. Es zeichnet ein sich öffnen, ein sich beschreiben, ein sich zeigen, in die Zeilen, die Du in Deine Schiffchen legst. – Wenn Du das so wie hier in Deinem Blogmeer auf dem ganz großen Wasser, Deinem Lebensmeer, auch tust, so gibt es immer wieder eine Chance, das Du auch ein bisschen gefunden wirst, und dann vielleicht mehr und mehr. Und dann könnte es doch sehr wohl geschehen, das es einmal jemanden gibt, der Dich einlädt, seinen Hafen zu besuchen …

    Ich glaube für Dich daran, liebe Lene, und ich wünsche es Dir so sehr …

    Liebste Grüße ❣💞

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    1. Danke für diese liebsten Worte. Ist schon ein sehr toller Vergleich; einiges habe ich erreicht, durch das Schreiben oder eher ein Öffnen.

      Ich bewundere immer alle euren tollen Posts, bin dankbar dafür, dass sich jemand für meine Gedanken interessiert. Ist schon toll, hätte ich niemals gedacht.

      Mal sehen, aktuell fühle ich mich so, als ob ich nur noch mein eigener Hafen sein kann. Vielleicht ist es besser so. 😊
      Liebste Grüße an dich ❣️❣️💕

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      1. Ach, liebe Lene … Du schreibst selbst so schön, so prosaisch, in ebenso gewählten wie treffenden Worten und nie langweilig, denn Du hast etwas zu sagen. Seien es Deine kleinen Texte, in die Du Lebenserfahrung und Sehnsucht, in die Du Weltsicht und Hoffnung legst, alles ganz aus Dir geboren, oder seien es die Einblicke in Deine Lebenswelt, all das ist so lesenswert, weil Du so authentisch schreibst und obendrein in einem angenehmen, ausdrucksvollen Stil. Was sollte daran nicht toll sein und was nicht interessant. – – Und ich finde es schön, dass hier vor allem Menschen lesen die ZUHÖREN und also auch so eine sanfte, leise Stimme, wie die Deine.

        … der eigene Hafen sein. – Daran denke ich gerade auch sehr viel, ja, ich versuche mich darauf einzurichten, dass es wohl so sein wird, sein muss.

        Es hat viel mit dem „sich selbst annehmen“ zu tun, aber es ist doch weit mehr, weil es auch heißt, einen Verzicht anzunehmen (annehmen zu müssen). Da ist es gut, wenn man nie irgendeiner Verheißung nachgejagt ist, wenn man sich auf Mögliches besinnen konnte. – Wenn nur ein paar Menschen verbleiben, die man doch sehr im Herzen tragen, die man wahre Freunde nennen kann, selbst, wenn sie in weiter Ferne wohnen. Ein paar seelische Verbindungen, ein paar aufrichtige Leuchttürme – die braucht es, auch, wenn man sein eigener Hafen ist.

        Ich denke an Dich und wünsche Dir einen schönen Sonnabend, liebe Lene ❣💞

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      2. Lieben Dank. Wie du siehst, auch bei mir gibt es diese Tage/Phasen, an denen es mit der Liebe zu mir selbst nicht immer klappen will. Aber so. Ist das wohl.
        Ja, da hast du recht. Ich denke, ich sehe dies auch zukünftig für mich so. Ich bin mein eigener Hafen, und einer für andere. 💕
        Danke, dir auch! Hab einen wunderbaren Tag. Liebe Grüße

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