Frühling

Sonne küsst Knospen,

Vögel singen im Kanon –

Frühlingserwachen.

Welten

Meine Welt, möchte in deine. Auf ihren Meeren reisen, ihre Länder erkunden, sich mit ihren Farben mischen.

Eine Welt werden; mit Booten, Landschaften und Kunstwerken, welche die Ewigkeit überdauern.

Ein Satz

Ein Satz zieht aus, will zu dir. Was würde die Liebe sagen? „Lass unsere Herzen anstatt unser Ego sprechen und als Wir von vorne beginnen.“

Treibsand

Gedanken Treibsand,

Gewicht auf meiner Seele;

ich lasse dich los.

Lass uns

Lass uns Liebe sprechen,

Mauern brechen,

schwindelig küssen,

weil wir wollen, ohne müssen.

Lass uns Liebe fühlen,

Wunden kühlen,

Seelen streicheln,

weil wir glauben und nicht zweifeln.

Zu ihm

Vögel am Himmel –

in Gedanken fliegt sie mit;

nach Hause. Zu ihm.

Abc.Etüde: Selbsthilfegruppe

Nach langer Pause mal wieder ein Beitrag zur aktuellen Etüdenrunde. Danke, dass ich wieder mitschreiben darf. Mein Dank gilt wie immer Christiane und allen Beteiligten. Informationen zum Projekt findet ihr hier:https://wp.me/p4Z44p-4kc

Lena öffnete die Tür des Restaurants: Mädelsabend. Sie konnte ihre Freundinnen schon vom Weiten erblicken. Alle saßen am Tisch und redeten miteinander. Die Gespräche glichen keiner Dichterlesung, eher die einer Selbsthilfegruppe. Es wurden keine poetischen Gedichte vorgetragen oder fröhliche Kurzgeschichten. Vielmehr klagte man sich gegenseitig sein Leid; wer von wem geghosted wurde, wessen Freunde einen verkuppeln wollten oder wer bei einem Date die Joker Karte „Freundin in Not“ gezogen hatte. Lena holte tief Luft und begrüßte ihre Freudinnen.

„Hallo Lena. Schick siehst du aus“, sagte Patrizia. „Ach danke. Ihr aber auch. Na, was habe ich verpasst? Wer hat wen betrogen und wessen Date war mal wieder eine Vollkatasstrophe?“, fragte Lena lachend. Ihre Freundinnen sahen sich betreten an. „Was ist los? Habe ich etwas Falsches gesagt?“ „Nein“, erwiderte Lisa. „Uns ist aufgefallen, dass wir bei unseren Treffen nur über Männer reden. Vor allem darüber, dass wir keinen passenden Mann finden. Das ist frustrierend.“ „Ja“, Patrizia zu.

Es herrschte Stille am Tisch. Alle ihre Freundinnen, jenseits der 30, unverheiratet und Single, blickten gedankenverloren umher. Lena wusste, was sie dachten. „Was, wenn es nie anders sein wird? Wenn ich niemals einen passenden Partner für mich finde.“ Lena spürte einen Kloß in ihrem Herz.

„Vielleicht müssen wir genügsam sein“, sagte Lisa leise. „Mit uns?“, fragte Patrizia. „Ja“, sagte Lena. „Es ist doch so Mädels, wir alle suchen den passenden Partner und haben Angst davor, alleine zu bleiben. Doch ständig über unsere negativen Erfahrungen und Ängste zu sprechen macht’s nicht besser. Wir vergessen, dass wir uns haben. Das ist mehr als genug.“ „Darauf trinken wir“, stimmte Patrizia zu.

15 Minuten später saßen alle bei Cocktails beisammen, redeten miteinander und lachten. Zwar wurden erneut keine Gedichte und Kurzgeschichten vorgetragen, dafür aber Reisepläne für die anstehenden Ferien gemacht und Anekdoten gemeinsamer Unternehmungen ausgetauscht.

Hass

Hass

macht blind –

Scheuklappen, die dein

Herz verdunkeln; es einsam machen,

ohne die Liebe,

fürsverbundenewir.

Katharsis

Wankelmütig begegnest du mir,

flüsterst Sternenworte in mein Ohr, wärmst meine Haut mit deinen Sonnenstrahlen.

Ich lege dir mein Herz zu Füßen, falle immer wieder für dich; nur um aufzustehen, weiterzugehen, bis zu unsrem Wiedersehen.

Du bist meine Katharsis, doch ich will an dich glauben, bis zu meinem letzten Atemzug; Liebe.

Teestunde

„Tante Petra, trinken wir Tee zusammen?“ Lotte liebte es, Teestunde zu spielen. Stundenlang saß sie mit ihren Puppen an ihrem Kindertisch, führte Selbstgespräche, trank Tee und aß Kuchen.

Lotte blickte Petra mit ihren großen blauen Augen erwartungsvoll an und lächelte. Petra seufzte innerlich. Der Gedanke, sich auf einen Kinderstuhl quetschen zu müssen, auf dem man sinnfreie Gespräche führte und Lufttee bzw. -kuchen aß, löste Unbehagen in ihr aus. Petra konnte solchen Phantastereien nichts abgewinnen. Für sie zählten die harte Realität, alles andere war Zeitverschwendung. „Tante Petra, bitte.“ Den blauen Augen von Lotte, die sie nun flehend ansahen, konnte Petra nichts abschlagen. „Ach was soll’s“, dachte sie.

Viele ihrer beruflichen Meetings verbrachte sie auf zu unbequemen Stühlen. Meistens waren die Gespräche auf diesen Treffen sinnlos und ihr Interesse geheuchelt. Glücklich war im Anschluss niemand. Nicht einmal ihr Chef. Lotte war ihre Nichte. Eine halbe Stunde die Teetante zu spielen, würde sie nicht umbringen. „Ok Lotte. Eine halbe Stunde.“ „Ja“, jauchzte Lotte.

10 Minuten später saßen Petra und Lotte am Kindertisch. Lotte goss imaginären Tee ein. „So Emily, für dich“, sagte sie zu einer ihrer Puppen. Petra bereute bereits ihre Entscheidung. Ihr Rücken tat ihr vom Sitzen auf dem zu kleinen Stuhl weh und ihre Finger krampften von den zu kleinen Kindertassen. „Hmm, lecker Erdbeertee.“ Lotte schlürfte geräuschvoll von ihrer Tasse. „Und ein Stück vom Kuchen. Du auch, Tante Petra.“

Petra lächelte leicht, nahm einem Schluck aus ihrer Tasse und aß vom Kuchen. „Der Kuchen schmeckt gut oder? Emily findet ihn auch lecker. Das hat sie eben gesagt.“ „Ja, lecker“, antwortete Petra genervt. „Das stimmt gar nicht, was du sagst“, Lottes Mine verfinsterte sich. „Du hast den Kuchen und den Tee gar nicht probiert. Du tust nur so.“ Petra war baff. Ein kleines Mädchen hatte ihr Schauspiel durchschaut, während ihr Chef und ihre Kollegen ihr auf den Leim gegangen waren. Oder war Lotte einfach nur mutig genug, sie darauf anzusprechen?

„Ach Lotte, wir trinken weder Tee noch essen wir Kuchen. Wir tun nur so.“ „Doch, wohl. Du siehst es nur nicht.“ „Was soll ich denn sehen Lotte? Wir spielen, das ist alles nicht echt.“ „Du machst das falsch. Du musst die Augen schließen und an Tee mit Kuchen denken. Dann siehst und schmeckst du sie. Ich mache das oft. Auch Draußen. Ich schließe die Augen und denke an Feen. Bis ich sie sehe. Es macht Spaß, Tante Petra. Es wäre doof, ohne Feen, Teestunden und meinen Puppen, die mir alles erzählen.“

Petra lachte. Lotte, ein sechsjähriges Kind, brachte ihr komplettes Weltbild durcheinander. „Vielleicht probiere ich es aus“, schlussfolgerte Petra. Es gäbe weitaus Schlimmeres, als eine Fee zu sehen. „Na gut Lotte.“ Petra schloss die Augen und dachte an Tee mit Kuchen. „Riechst du den Erdbeertee und siehst du den Kuchen?“ Petra atmete langsam ein und aus. Sie konzentrierte sich auf den Geruch von Erdbeeren und dachte an den Geschmack ihres Lieblingskuchens. Die Realität wurde mit jedem Atemzug kleiner. Ihre Zweifel auch. Plötzlich lächelte Petra. Der Duft von frischen Erdbeeren und frisch gebackenen Kuchen hing in der Luft. „Und Tante Petra?“, fragte Lotte gespannt. Petra öffnete die Augen. „Ich habe Lust auf Erdbeertee und Käsekuchen.“ Lotte jauchzte.

Petra nahm sich nach einem Schluck Erdbeertee und einem Stück Käsekuchen vor, öfter an Feen zu denken. Petra hatte von Lotte gelernt, dass Phantastereien phantastisch geeignet sind, um das Leben mit seiner oft harten Realität bunter zu machen. Manchmal können sie auch helfen, die Realität zu ändern. „Vielleicht muss man erst träumen, um es ändern zu können“, dachte Petra; von einem Chef zum Beispiel, der Meetings strukturiert abhält. Sie müsste nur mutig genug sein, ihren Traum laut auszusprechen, um ihn leben zu können; so wie es ein kleines Mädchen heute bei ihr getan hat. Wer weiß, welche Träume sie noch finden konnte, um ihre eigene Realität kreieren zu können, dachte Petra. Sie freute sich darauf.