Sensibilität für andere Menschen und die Welt um einen herum ist wichtig; zu viel davon, erschwert oft das Leben. Sensible Menschen spüren ihren Schmerz oft nicht nur intensiver, sondern den der Welt und anderer Menschen so, als wenn es der eigene wäre.
Nähe
Nähe hat nicht ausschließlich etwas mit Körperlichkeit oder physischer Nähe an sich zu tun; vielmehr mit ähnlichen biographischen Erfahrungen, Werten und Einstellungen. Man kann jemandem körperlich nah sein oder viel Zeit mit dem anderen verbringen, aber trotzdem keine Nähe zum anderen fühlen. Viel wichtiger ist, dass die Zeit, die man zusammen verbringt, Nähe fühlen lässt. Nähe entsteht, wenn man sich verstanden fühlt und fallen lassen kann; und dafür braucht es Gemeinsamkeiten, die einen verbinden.
Anzahl von Liebe
Vielleicht hat jeder Mensch nur eine begrenzte Anzahl von „Lieben“ in seinem Leben. Auf diese Weise bleibt jede von ihnen besonders.
Eventuell ist nicht „genügend“ Liebe für alle da. Die Welt hat die Menschen „erkaltet“ und nicht alle können Liebe empfinden oder schenken.
Und vielleicht ist es bei manchen Menschen so, dass sie in ihrem Leben mehr Liebe geben, als erhalten. Sie sind das Licht in der Welt, damit sich die Kälte nicht weiter ausbreitet.
Kreisel
Sobald wir unseren Gedankenkreiseln nachgehen, hören wir auf, wir selbst zu sein. Wir werden das Selbst, dass wir uns erdenken; mehr noch: Wir kreieren uns, unsere eigene Realität auf Basis von Bildern, die wir selbst erschaffen haben und verdrängen, was im Hier und Jetzt wahrhaft ist.
Unsterblich
Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir vergessen werden; selbst wenn wir nicht mehr auf dieser Welt wandeln. Unsere Freunde, unsere Familie und all die Menschen, mit denen wir eine Beziehung hatten, werden sich an uns erinnern. Ihre Liebe und ihre Erinnerungen machen uns unsterblich; daher ist ein Leben auch nie „umsonst“ gelebt worden.
Neuanfang
Manchmal stellt sich die Frage, ob man geht oder bleibt. Soll man schwierige Situationen aushalten oder lieber unnötigen Konflikten aus dem Weg gehen? Ist es besser, alte Wunden hinter sich zu lassen, indem man neu anfängt, oder sollte man sich besser mit ihnen auseinandersetzen, damit sie heilen können?
So viele Fragen, keine Antworten. Aber vielleicht ist allein der Gedanke daran ein Indiz dafür, neu anzufangen.
Was machen nicht ausgesprochene Gefühle mit uns?
Ist man glücklich verliebt, möchte man die ganze Welt umarmen, allen davon erzählen und jede freie Minute mit dem anderen verbringen. Doch verliebt zu sein, macht nicht immer glücklich. Es kann auch belasten, zum Beispiel wenn man es nicht schafft, dem anderen zu sagen, wie man für ihn empfindet.
Gründe dafür gibt es genügend. Angst ist ein Grund, persönliche Umstände ebenfalls. Oder das soziale Umfeld, in dem sich beide bewegen. Daher versteckt man seine Gefühle vor dem anderen oder verdrängt sie. Man versucht, mit dem anderen im Kontakt zu bleiben – denn, man mag ihn. Auf diese Weise bleibt es beim heimlichen Verliebt sein – doch wie wirken sich diese nicht ausgesprochenen Gefühle, auf lange Zeit gesehen, auf uns und die Beziehung mit dem anderen aus?
Sich zu verstellen oder Gefühle zu verdrängen, sind selten Strategien, die sich positiv auf uns oder die Beziehung mit dem anderen auswirken. Nicht ausgesprochene Gefühle wiegen irgendwann schwer; es ist wie ein Geheimnis, dass man mit sich trägt, aber nicht aussprechen darf. Es macht irgendwann unsere Seele krank, da man ständig eine Rolle spielt und seine wirklichen Bedürfnisse verdrängt.
Die Beziehung mit dem anderen leidet ebenfalls. Die Gespräche, die man führt, gehen meistens aneinander vorbei. Während man emotional spricht, tut es der andere sachlich. Zwei unterschiedliche Ansichten der Beziehung, die irgendwann aufeinander prallen. Denn während man sachlichen Inhalten eine emotionale Bedeutung zuweist, um die Beziehung deuten zu können, meint es der andere sachlich.
Diese unterschiedlichen Ansichten der gemeinsamen Beziehung und die Schwere des „Geheimnisses“ bzw. der selbst erstellte Druck, sich verstellen zu müssen, beeinflussen irgendwann unser Verhalten. Mal verhalten wir uns distanziert, mal zugewandt. Der andere kann dieses Verhalten nicht deuten, ordnet es als seltsam ein und distanziert sich. Diese Distanz kann den vollkommen Beziehungsabbruch bedeuten, wenn man es nicht schafft, sich dem anderen zu offenbaren.
Nicht ausgesprochene Gefühle „nimmt“ man mit. So einfach ist das. Selbst, wenn man den anderen erst nach einer Weile wieder sieht, werden sie wieder aktiv. Die Beziehung bleibt ungeklärt und aus Schutz vor weiteren Verletzungen, wird sie meistens schnell wieder beendet. Der oben beschriebene Prozess setzt viel schneller ein. Dazu gelernt hat man nichts.
Natürlich kann man nun sagen, was nicht passieren soll, passiert auch nicht. Ob es so einfach ist, weiß ich nicht. Manchmal schaffen es auch beide nicht, dem anderen ihre Gefühle zu gestehen.
Vielmehr geht es um uns selbst, um persönliche Weiterentwicklung. Man sollte zu seinen Gefühlen stehen und sie ehrlich aussprechen; für sein Wohlbefinden und um Bedürfnisse stillen bzw. Chancen ergreifen zu können.
Wenn wir lernen, zu unseren Gefühlen zu stehen und sie auszusprechen, geht es unserer Seele besser; denn wir zollen unseren Bedürfnisse Tribut und wir stehen für uns ein. Selbst wenn sich – wenn wir bei dem Beispiel des Verliebt seins bleiben – nichts ergibt, ist die Beziehung geklärt. Entweder es entsteht etwas anderes oder eben nichts. Beim nächsten haben wir vielleicht Glück und der andere empfindet genauso.
Ich habe dieses Beispiel gewählt, da ich es gut nachempfinden kann. Letztlich ist es immer wichtig, zu seinen Gefühlen zu stehen und sie zu äußern. Egal, in welcher Situation. Wir können es lernen, manchmal auch mit dem anderen zusammen. Wir sollten es lernen – für unsere Beziehungen, egal welcher Art.
Wie
Wie der Wind, streife ich einsam umher, durch Wege und Straßen; verbiege Gräser und Sträucher, gehe über Bäume und Hauser, bis ich einfach verschwinde.
Wie die Sonne, gehe ich jeden Tag auf, wärme die Menschen und die Natur; spende ihnen Licht und gebe ihnen Hoffnung, schenke Freude und helle Stunden, bis ich wieder untergehe.
Wie der Regen, wirke ich auf die Erde ein, benässe die Blumen und die Bäume; sorge für Wachstum und Erneuerung, reinige die Luft und nähre ihr Leben, bis ich langsam verdunste.
Loslassen
Loslassen bedeutet nicht nur, Menschen gehen zu lassen. Es meint auch, sich von eigenen gedanklichen Widerständen zu verabschieden, um im Hier und Jetzt Momente wahrhaft mit allen Sinnen erleben zu können.
Toxische Beziehungen oder das langsame vergiften der Seele
Das Wort toxisch wird meist in Verbindung mit menschlichen Beziehungen genannt – toxische Beziehungen heisst es oft. Viele Artikel oder Aufsätze beschäftigen sich damit. In manchen werden sogar unterschiedliche toxische Menschen mit ihren Eigenschaften beschrieben.
Beim Durchlesen der benannten Eigenschaften schreit der gesunde Menschenverstand förmlich und schnell kommt man zu der Auffassung: „Wer sich an solche Menschen bindet, ist selbst schuld. Mir würde so etwas nicht passieren“. So „einfach“ wie man denkt, ist es aber nicht. Toxische Menschen sind nicht nur toxisch. Sie haben auch eine äußerst charmante Seite, die sie gezielt einsetzen und mit der sie lange vieles überdecken.
Zunächst muss klargestellt werden, dass toxische Menschen keine bösen oder schlechte Menschen sind. Sie wollen lieben und sich geliebt fühlen, so wie jeder andere auch. Und sie wollen sich binden. Jedoch ist die Form ihrer Liebe toxisch. Dir Anwendung von Strategien wie Liebesentzug oder Schuldzuweisung haben sie früh von zu Hause aus gelernt. Es ist ihr Modell von Liebe – ein Modell, dass ihre Partner lange nicht verstehen oder begreifen.
Am Anfang stellen sich toxische Menschen oft stark und selbstbewusst da. Sie sind der strahlende Held, der Ritter in der Rüstung, der sich bemüht und aufmerksam ist. Doch dieses Bild hält nicht lange, der Held fällt irgendwann in sich zusammen.
Irgendwann verliert sich der Charme und der wahre Mensch kommt zum Vorschein; oft ein unsicherer mit wenig Selbstbewusstsein bzw. keinen gesunden Strategien für Konflikte oder Kommunikationsfähigkeiten.
Sie haben andere Strategien, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und Kommunikation auszuführen; Manipulation, Druck, Liebesentzug etc. Meistens geschieht dies auf der psychischen Ebene und schleicht sich ganz langsam ein – wie ein Gift, dass langsam die Seele betäubt.
Statt der charmanten Seite wird immer öfter die toxische gezeigt. Dramen, oft um Kleinigkeiten, nehmen zu. Kommunikation ist meistens nicht möglich oder schwierig. Schwierigkeiten können nicht angesprochen werden – entweder ist der andere Schuld oder die vorherigen schlimmen Erfahrungen des toxischen Menschen. So oder so, es ist nicht seine Schuld. Er übernimmt keine Verantwortung. Mehr noch, du übernimmst sie; vielleicht auch mit der Idee den anderen helfen oder retten zu wollen. Retten sollten wir aber lieber uns selbst. Irgendwann brennt man aus, nichts ist gut genug. Man ist als Person ungenügend und liebt nicht genügend – zumindest für den anderen.
Je mehr Zeit voranschreitet, um so mehr betäubt die Seele. Sie schluckt einfach zu viel Gift. Man wird klein gemacht und wird klein. Die ständige Schuld, die man vom anderen (un)bewusst vorgehalten bekommt, vermittelt einem mit der Zeit, dass man auch Schuld hat. Und zwar alleine. Das Selbstbild entspricht immer mehr dem Bild, welches der andere einem vermittelt. Man wird eine andere Person, Schritt für Schritt. Irgendwann kommt man zu dem Entschluss, dass irgendetwas mit einem nicht stimmen muss.
Es geht immer um Macht; Liebe und Bindung zu erreichen durch Ausübung von Macht über den anderen. Es hört sich subtil an, leicht durchschaubar auch. Da es aber schleichend geschieht, sind diese Prozesse schwierig zu durchschauen. Man darf auch nicht vergessen, dass es immer wieder gute Phasen gibt. Phasen in denen der andere so charmant wie am Anfang ist, alles verspricht, um doch nichts davon einzuhalten. Da man „liebt“ glaubt man, auch weil eine Ablösung aus Macht Strukturen generell schwierig ist. Doch die guten Phasen werden immer weniger, während die Kämpfe zunehmen. Meistens erzählt man Freunden oder der Familie nichts davon. Sie würden es kaum glauben. Fatal ist nämlich, dass sich toxische Partner gegenüber der Familie und Freunden oft anders verhalten. Das Bild des charmanten Ritters wird dort aufrechterhalten.
Es dauert lange sich aus solchen Beziehungen zu lösen und es kostet viel Kraft. Selbst danach, ist die Seele noch vergiftet. Man fühlt sich klein und ungenügend. Die Seele muss heilen, wachsen und das dauert. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um nicht an den nächsten toxischen Menschen zu geraten oder andere Menschen dafür zu benutzen, zu heilen. Erst, wenn man selbst einen Heilprozess angestoßen hat, ist man fähig eine neue Partnerschaft einzugehen, ohne ständig an alte Bilder erinnert zu werden bzw. ohne selbst toxisch zu handeln – aufgrund nicht verarbeiteter Erfahrungen.
