Versuch

Letztlich steht jede Schramme, jede Narbe in unserem Herzen für einen „Versuch“ zu lieben, geliebt zu werden.

Unser Herz ist stark genug, Schrammen „abzubekommen“, für Narben hat es ausreichend Platz; sie heilen, verblassen mit der Zeit. Aber nur, wenn wir nie damit aufhören es zu versuchen; zu lieben, geliebt zu werden.

Perfekt – füreinander

Wir zwei, du und ich, nicht perfekt; viele Ecken, Kanten und Spleens –

sind perfekt für den jeweils anderen, passen ineinander, sind füreinander bestimmt.

Flügel

Ich weiß, du schaffst es zurzeit nicht, alleine zu fliegen; deine Flügel sind gestutzt, dir fehlt die Kraft.

Du kannst mit mir fliegen, ich leih‘ dir meine Flügel; wir fliegen zusammen, solange, bis du es wieder alleine kannst.

Besonders

Deine Seele, mit Kurven und Zacken; unterbrochenen Linien, hellen und schwarzen Punkten dazwischen;

sie strahlt, so wie sie ist, weil du bist, wie du bist: Etwas Besonderes, in dem sich all deine Anteile mischen.

Sonne

Es weht der Sturm, es strömt der Regen, das Herz bleibt stumm – für einen kurzen Augenblick.

Es braucht die Ruhe, die Zeit für sich, wartend auf die Sonne – sie kehrt irgendwann zurück.

Luftballon

Ich fülle einen Luftballon mit der Luft meines Herzens; mit meinen Wünschen, Hoffnungen und Träumen

– dann denke ich an sie, denk‘ an dich, lass ihn fliegen.

Linien

Dein Gesicht ist das schönste Kunstwerk, das ich jemals gesehen habe; die feinen Linien deiner Züge, deiner Lippen. Immer, wenn du schläfst, bewundere ich sie, zeichne sie mit meinem Finger nach; bis ich mich ganz in ihnen verliere.

Zu viel

Ich fühle; meistens zu stark und oft zu viel. Das Leben, die Menschen; das Schöne und das Traurige um mich herum.

Manchmal wirbelt dieser Strom der Gefühle zu sehr in mir; er verknotet mein Herz, bis dieser Knoten platzt und sich in Tränen löst.

Doch nicht alle Tränen sind von Übel, manche reinigen; dein Herz, deine Seele – all der „Schmutz“ von Außen, der sich im Inneren festgesetzt hat, wird weggespült.

Vielleicht fühle ich zu viel, zu stark; doch, das bin ich. Ich kann „nur“ fühlen, lieben und Wärme geben – für das Leben und die Menschen; „nichts“ fühlen, kann ich einfach nicht – nur der Hass und die Wut, sind beides „nichts“ für mich.

Zeiten

Halt mich fest; bis ich bereit dazu bin, meine Augen wieder zu öffnen, dem Leben entgegen zu treten. Solange möchte ich in deinen Armen liegen; mein Herz schlägt durch deine Wärme, meine Seele füllt sich durch dein Licht – und ich weiß, es wird Zeiten geben, in denen du ähnlich fühlst, mich brauchst; so, wie ich jetzt dich.

Wellen

Mein Boot schwimmt auf dem Meer, die Wellen schlagen dagegen; sie kommen mit voller Wucht und verschwinden leise, ebben sterbend ab. Manchmal bringen sie mein Boot fast zum Kentern.

Es ist kein Hafen in Sicht, für mein Boot; nur kurzweilige Ankermöglichkeiten, die keine Ruhe oder Sicherheit bieten. Sie fordern schnell zur Weiterfahrt auf; zurück ins dunkle, kalte Meer.

Mein Boot schwimmt weiter, umgeben von Wellen; die Gefahr zu kentern, ist ihm wohl bekannt. Es wirft seine Anker nur noch selten aus; es sucht einen Hafen, an dem es bleiben kann. So lange schwimmt es weiter, mit den Wellen; manchmal gegen sie, doch immer in der Gewissheit, dass es nie untergehen wird – selbst beim stärksten Wellengang.