Hunderte Male

Ich bin gestorben, Hunderte Male; lebte im Dunkel der Erinnerung, allein im Land der Dämmerung.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; vergaß meinen Namen und wer ich bin, verlernte zu fühlen, wie glücklich meine Stunden sind.

Ich bin gestorben, Hunderte Male; doch dann, dann bin ich aufgewacht, mit einem Herz das liebt und einer Seele, die lacht.

Augenblick

Ich war hier, für einen kurzen Augenblick;

war bei dir und fand mein größtes Glück.

Ohne Worte

nach Artmajour, Grazyna Federico
Nach Pinterest

Abc.Etüde: Museum der Erinnerung

Informationen zum Projekt findet ihr hier. Danke an alle Organisatoren und Mitstreiter.

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/11/14/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-46-47-21-wortspende-von-erinnerungswerkstatt/

Angelika saß auf dem Boden, um sie herum lagen Fotos verteilt. Ihre Eltern hatten kommendes Wochenende goldenen Hochzeitstag. Sie und ihre Geschwister wollten ihnen als Geschenk ein Fotoalbum überreichen.

Angelika betrachtete die Fotos. Es kam ihr vor, als ob sie ein Museum betreten würde; verstaubte Relikte aus vergangener Zeit flüsterten ihr zu. Sie fühlte sich mehr als unwohl.

Sie betrachtete die Fotos, auf denen ihr Gesicht zu sehen war; müsste sie die Fotos biografisch einordnen, gäbe es nur zwei Kategorien: Bedrückt oder unglücklich.

Auf all den Fotos war ihr Gesicht aschfahl, ihre Mundwinkel nach unten gezogen und ihr Blick gesenkt. Sie begann, sich an ihr kindliches Ich zu erinnern.

Sie war damals nicht sonderlich beliebt gewesen; weder im Kindergarten noch in der Schule. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern hatte sie wenig Freunde oder Freude am Leben. Ihre Eltern sagten oft zu ihr: „Angelika, deine Geschwister sind glücklich, lachen und genießen ihr Leben. Warum kannst du das nicht?“

Dieses Warum blieb, quälte sie und erst Jahre später, fand sie eine Antwort darauf. Es war ihre fehlende Selbstliebe, die ihr das Leben schwer gemacht hatte. Sie seufzte und begann die Fotos zu sortieren.

Nach einer Stunde, hatte sie alle Fotos eingeklebt. Eine Seite war noch leer. Plötzlich hatte sie eine Idee. Sie ergriff ihre Polaroidkamera und machte ein Foto von sich. Sie betrachtete das sofort entwickelte Bild, auf dem sie lachte und glücklich war. Dann klebte sie es ein, nahm einen Stift und schrieb darunter: „Liebe Mama, lieber Papa. Ich wünsche euch alles Gute zum Hochzeitstag. Danke für alles, was ihr für mich getan habt. Ich wollte euch noch sagen, dass ich euer Warum von Damals beantworten konnte und jetzt glücklich bin.“

Dann klappte sie das Buch zu und lächelte.

Myriades Impulswerkstatt: Wege

Informationen zum Projekt gibt es hier: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2021/11/04/varianten-impulswerkstatt/.

Wege entstehen, wenn man mit dem Herzen sieht.

Schaue in dein Herz und frage dich:

„Bin ich glücklich, mit meinem Ist oder habe ich mich mit meiner Situation nur abgefunden, weil ich glaube, dass ich das Glück nicht verdiene?“

Bin ich der Mensch, der ich sein will bzw. das Wesen, das ich wirklich bin oder folge ich bloß meinen erlernten, negativen Glaubenssätzen über mich und das Leben?“

Weiß ich, was ich zum Glücklichsein brauche bzw., was ich mir vom Leben wünsche oder habe ich verlernt zu träumen?“

Entscheide dich, für dein Glück, dein wahres Ich und für deine Träume, dann mache deinen ersten Schritt.

Gehe deinen Weg und lasse dich von Kurven, Kreuzungen oder Hindernissen nicht beirren. Halte nur kurz inne, atme tief durch und dann gehe weiter.

Dein Weg zeigt sich, wenn du deinem Herzen folgst.

Farbenmeer

Erinnerungen fallen als Farbenmeer auf mein Herz wie Blei so schwer;

es träumt im Schlaf von vergessener Zeit, umhüllt sich im Braun seiner Traurigkeit.

Dann nimmt es Abschied, von seinem Sommernachtstraum; die Farben fallen, wie Blätter vom Baum.

Ketten

Es ist die Liebe, die unsere Ketten aus Angst oder Wut sprengt und die Mauern unserer Verletzungen abträgt; Liebe ist der Ursprung von allem, unser Sinn des Lebens, der uns Glück und Dankbarkeit erfahren lässt.

Was wäre wenn…

„Was wäre wenn“; seit Stunden drehten sich ihre Gedanken um diesen einen Satz. Sie hatte sich vorgenommen, einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen, um an einen Schreibwettbewerb teilnehmen zu können. 7.000 bis 10.000 Zeichen sollte ihr Text beinhalten; bis jetzt hatte sie drei halbe Sätze notiert, deren Worte sie verzweifelt hin und her schob.

„Was wäre wenn“; philosophisch für sie wichtige Fragen schossen ihr durch den Kopf. Fragen wie: „Wäre die Welt ein besserer Ort, wenn Menschen lieben anstatt hassen würden?“ „Wäre unsere Gesellschaft heute weniger zerrissen und unzufrieden, wenn sie 2020 nicht durch einen Virus, der Impfstreitigkeiten und Verschwörungstheorien mit sich zog, durchgerüttelt worden wäre?“ Ihr Kopf brummte, sie fand keine Frage, die es ihrer Meinung nach wert war, 10.000 Zeichen zu widmen; sie nippte an ihrem Kaffee, zündete sich eine Zigarette an und blickte zum Fenster heraus.

Der Tag verlor sich in den Abend und das gelb-orangene Licht der untergehenden Sonne vermittelte ihr ein Gefühl von Wärme und Wehmut. „Alles endet irgendwann“, dachte sie bei sich; „selbst die schönen Momente, die irgendwann nur noch im Herzen weiterleben – als Erinnerung, lebendig gehalten in Bild und Ton.“

Sie ließ ihre bildhaften Erinnerungen Revue passieren; Momente, die zwar vergangen waren, sich aber immer wieder in ihr Herz schlichen, ihre Seele berührten und Sehnsüchte weckten, die sie scheinbar vergessen hatte. Sie ließ sich in diese Momente fallen, spürte die Sehnsucht in ihnen und erinnerte sich an ihr „was wäre wenn“; sie dachte an ihn.

Sie würde niemals vergessen, welche Gefühle er in ihr ausgelöst hatte; 100 Millionen Volt trafen ihr Herz von jetzt auf gleich. Damals hätte sie niemals geglaubt, dass man sich Knall auf Fall in einen Menschen verlieben kann. Sie war eher die pragmatische Person, die oberflächliche Beziehungen führte; nicht, weil sie es so wollte, sondern, weil diese Art von Beziehungen keine Gefahr für ihr Herz darstellten.

Doch dann kam er in ihr Leben und mit ihm, dieses exosive Gefühl. Eigentlich hatte er ihr schon immer gefallen, doch das hatte sie verdrängt. Man kannte sich, doch mehr als sporadischer Kontakt bestand nie. Sie war damals in einer Beziehung, in einer Pragmatischen; eine, die ihr Herz kaum berührte.

Es begann ganz plötzlich, nach einem Tag mit etwas mehr Kontakt als sonst; eigentlich war alles wie immer, doch irgendwie auch nicht.

Er rief sie danach an, sie wunderte sich, denn seine Stimme klang anders als sonst. Sie trafen sich, um sich beruflich auszutauschen, wie er sagte.

Da saß sie nun; lauschte seinen Worten, verfolgte seine Mimik und betrachtete immer wieder sein Gesicht. Und dann passierte es; von einem Moment auf den anderen, fuhr ihr Herz Achterbahn und Schmetterlinge flatterten in wilden Kreise. Sie verstand ihr Herz in diesem Moment nicht und blockierte dieses Gefühl; doch je mehr sie ihre Gefühle ignorierte, desto stärker wurden sie. Und mit jedem Wiedersehen, versank sie nur noch mehr in ihren Sehnsüchten, bis sie an nichts mehr anderes denken konnte, als an ihn.

Er ging ihr nicht mehr aus den Kopf, vereinnahmte ihr Herz und dennoch ging sie ihm aus den Weg; was nicht sein durfte, wollte sie nicht zulassen. Doch irgendwann entschied ihr Herz, ihren Gefühlen nachzugeben, diese voll und ganz zu fühlen, weshalb sie ihre pragmatische Beziehung beendete.

Von da an hätte alles so einfach sein können, hätten ihr ihre Selbstzweifel und ihr geringer Selbstwert nicht immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt; Stolpersteine, die sich im Laufe der Jahre zu Gebirgsketten entwickelt hatten und die nun ihr Herz verschlossen.

Zwischen ihnen beiden entstand ein Tanz, der durch schiefe Melodien und falsche Einsätze geprägt war; ein Paartanz entwickelte sich nie. Es wurden Andeutungen ausgesprochen, Blicke ausgetauscht, doppeldeutige Aussagen getroffen oder indirekte Botschaften in verschachtelte Sätze verpackt; sie schaffte es nicht, sich aus ihrem selbst gebauten Gefängnis mit seinen Gitterstäben aus Selbstzweifeln und negativen Glaubenssätzen zu befreien. Irgendwann wurde es zur Normalität, ihm gegenüber so zu tun, als sei er ihr egal bzw. als hätte sie keine Gefühle für ihn; anstatt ihm zu sagen, dass sich seine Umarmungen für sie wie ein sicherer Hafen anfühlten, ging sie weiter auf Abstand zu im. Sie ignorierte auch, dass sie eine besondere Verbindung zu ihm fühlte, sich ein Stück in ihm erkannte; in seinen Selbstzweifeln, Unsicherheiten und auch in seinen Ängsten.

Sie tat so, als sei er irgendwer; jemand, der ihr nicht wichtig ist. Doch innerlich, da träumte sie von einem „was wäre wenn“.

In ihrem „was wäre wenn“ Träumen war sie mutig und er war es auch. Sie stellte sich vor, dass sie ihm ihre Gefühle offenbarte und sie sich finden; in ihrer Gemeinsamkeit der Verletzlichkeit. Sie malte sich ihre Begegnungen in den schönsten Farben aus, doch ihre Zusammentreffen färbte sie weiterhin in Schwarz oder Weiß; immer in der Hoffnung, er würde ihre wagen Äußerungen und geheimen Zeichen der Zuneigung verstehen.

Und obwohl sie ihm gern gesagt hätte, dass er etwas in ihr auslöste, den Wunsch nach Liebe und Geborgenheit in ihr verstärkte, tat sie es nicht. Stattdessen handelte sie wider ihrer Wünsche, ging immer weiter auf Abstand zu ihm, bis sie sich irgendwann vollkommen in ihren Ambivalenzen und ihrem „was wäre wenn“ verlor.

Sie wurde ein Grau, das durch die Gegend schlich und sich nach einem Weiß sehnte, das sie erhellte. Ihre Ambivalenz, ihre unterdrückten Gefühle, die sie fast jeden Tag in einem „was wäre wenn“ begrüßten, fraßen sie auf. Sie wurde eine andere und beschloss daher, den Kontakt zu ihm abzubrechen, um aus ihrem Gefängnis auszubrechen; sie wollte wieder zu sich selbst finden, indem sie ein Ist ohne ein „was wäre wenn“ kreierte.

Also tat sie etwas, was sie gelernt hatte, um ihr Herz zu schützen; sie verabschiedete sich von ihm und ging davon. Doch es war nur scheinbar ein Abschied gewesen, denn ihr Herz ließ ihr „was wäre wenn“, ihre Sehnsucht nach ihm nicht los.

Nach einer Zeit des Abstands begann ihr alt bekannter Tanz von vorne, ohne, das sich etwas verändert hatte. Beide tanzten nach derselben arrhythmischen Musik und stolperten bei den einfachsten Takten; die Melodien harmonierten nicht, es kam zu keinem Zusammenspiel. Die Töne klangen schief, gingen nicht ineinander über und es schien so, als ob eine versteckte Melodie im Hintergrund spielt; keiner von ihnen beiden traute sich, Töne direkt anzuspielen.

Irgendwann wurde ihrem Herzen von den immer wiederkehrenden „was wäre wenn“ Tänzen schwindelig, weshalb sie beschloss, ihre Takte klarer zu spielen; sie verfasste eine neue Melodie, in der Hoffnung, das er sie hörte, verstand und in sein Herz aufnahm.

Doch er antwortete ihrer Melodie nicht, so dass ihr Herz verstummte.

Ihr wurde bewusst, dass sie diesmal wirklich gehen musste, um sich aus ihrer „was wäre wenn“ Phantasie befreien zu können. Und so ging sie; diesmal ganz, nicht nur ein bisschen und ließ ihr „was wäre wenn“ endgültig zurück.

Ein paar Tage vor ihrem Abschied antwortete er ihrer Melodie doch noch; wie gewohnt, spielte er keinen klaren Ton. Sie reagierte nicht, spielte nicht zurück, denn ihre Melodie war verklungen; ihr „was wäre wenn“ war verstummt.

Ein Geräusch, das sie aus ihrem Abendtraum riss, ertönte. Sie blickte erneut aus dem Fenster. Der Mond leuchtete und der Bildschirm ihres Laptops war schwarz. Sie war in ihre Gedankenwelt versunken und hatte die Zeit darüber vergessen. Sie schlug den Laptop zu; für heute hatte sie genug von ihrem „was wäre wenn“, das nach so langer Zeit immer noch ihr Herz berührte.

Sterne

Nachts singen Sterne meine Lieder für dich,

in leisen Tönen ein vergiss‘ mich nicht;

nachts formen Sterne meine Worte an dich,

der Himmel schreibt, ich denke an dich.

Wandel

Wir werden zu einem Hauch von Ewigkeit, durch Momente, in denen wir lieben, glücklich sind, Dankbarkeit für unser Leben und für die Menschen um uns herum empfinden.

Dieser Hauch von Ewigkeit bleibt bestehen, auch wenn wir längst gegangen sind; er wandelt sich zu einer positiven Energie, die das Herz von anderen berührt und für immer verändert.

Wir sterben niemals, wir wandeln uns nur; durch unsere Liebe für das Leben und für andere.