Heimlich

Immer noch fällt mein Bild von dir,

ganz heimlich, in mein Jetzt und Hier,

erinnere ich mich,

an mein Spiegel-Ich;

es war eigentlich klar, doch ich verstand nicht,

was ich nun weiß, weil mein Herz es ausspricht:

Ich erkannte dich,

in meinem Ich

und fand in dir,

einen Teil von mir.

Fragen und Suchen

Wir fragen und suchen nach

Liebe und Geborgenheit,

Sicherheit und Stabilität,

Mitgefühl und Empathie,

Fülle und Sinn.

Wir haben vergessen, dass von Geburt an alle Antworten und all das was wir suchen, in uns zu finden ist.

Blind

Ich wär’ so gern ein Luftballon,

federleicht, flog ich davon;

eingehüllt im warmen Wind,

trägt mich Liebe – vollkommen, blind.

Ego

Unser Ego weint, wütet, hat Angst oder leidet, weil es glaubt, dass alles wahr ist, was es „sieht“ – doch wahr wird es nur, da wir es erst denken, dann glauben und schlussendlich sehen.

Etiketten

Sie zündete ein Räucherstäbchen und eine Kerzen an, um das neue Jahr zu begrüßen. Gedanklich ließ sie alte Bilder Revue passieren; Menschen, Situationen, Erfolge und Misserfolge, die ihr in ihrem Leben widerfahren waren.

Ihr wurde bewusst, dass all diese Erfahrungen zu ihren Etiketten geworden waren; Sätze, wie „du bist nicht gut genug“ oder „du musst noch härter (an dir) arbeiten“ waren ihre Lebensbegleiter. Sie zog ihre Zuschreibungen, die sie nach Geburt fleißig gelernt hatte, immer wieder aufs neue an.

Männer zeigten ihr, dass sie nicht liebenswert genug war und Freunde spiegelten ihr wider, wie gut sie zuhören konnte. Sie fand sich in Situationen wider, die ihr bekannt vorkamen. Wie ein Hamster im Laufrad rannte sie vor ihren Etiketten, die sie letztlich immer wieder einholten, davon.

Ihre letzte Runde im Laufrad endete mit dem Satz: „ Das ist mein Muster. Ich verunsichere und verletze Menschen.“

Sie hatte die Bedeutung dieses Satzes erst nach einer Weile verstanden. Zunächst war sie erneut in ihre alten Zuschreibungen gefallen; zu bekannt waren sie ihr, passend schmiegten sie sich an ihre Zweifel und wie Leim klebten sie an ihrem Ich, um ihre erlernte Identität zusammenzuhalten.

Doch jetzt, in diesem Moment der Stille, verstand sie, dass sie nur sich selbst begegnet war; ihren Mustern und erlernten Etiketten. All die alten Bilder bekamen eine andere Bedeutung; sie wurden zu Geschenken, die sie auszupacken hatte. Sie begriff, dass sie ihre alten Zuschreibungen loslassen konnte, um andere zu finden; Sätze, wie „du bist von Geburt an liebenswert“ oder „du verdienst das Allerbeste und all das Glück der Welt.“

Sie blickte auf das ausgebrannte Räucherstäbchen und die flackernde Kerze. Dann schloss sie die Augen und spürte Frieden. Das Wettrennen im Hamsterrad war beendet. Sie überlegte, ob sie nach anderen Etiketten suchen sollte. Dann lächelte sie und blies mit geöffneten Augen die Kerze aus. Sie war Mensch, Gottes Kind und universelle Liebe, andere „Zuschreibungen“ benötigte sie nicht. Sie war sich sicher, dass sie nun auf Menschen treffen würde, die genau dies in ihr sahen bzw. für sie fühlten.

Danke

Die letzten Stunden des alten Jahres vergehen; Vergangenes verblasst, Neues ist am Entstehen.

Zeit für Rückschau und Reflexion, um Altes loszulassen, das Herz für Neues zu öffnen; Herzenswünsche zu formulieren, die in den nächsten 365 Tagen nach Erfüllung sehnen.

In Dankbarkeit 2022 verabschieden und 2023 begrüßen.

Guten Rutsch und ein Danke an alle Follower, Leser und Interessierte.

Euer Lene von Herzpoeten.

Willst du?

Willst du deine Vergangenheit lebendig halten, indem du ständig von ihr erzählst und sie dadurch wiederholst oder möchtest du in der Gegenwart leben und neue Momente kreieren, die dich glücklich machen?

Atemluft

Dein Name, geschrieben in Atemluft, verblasst, wie einst unser Liebesduft; wir waren, für eine gewisse Zeit; es bleibt mein Herz, das um dich weint.

Zeit

Kopf aus, Herz an; das Leben fühlen, den Moment erleben. Zeit ohne social media, Raum für die Seele; Dinge tun, die glücklich machen, sich um sich selbst kümmern. Fokus auf die schönen Seiten des Lebens, Dankbarkeit praktizieren; jeden Atemzug genießen, Liebesflügel wachsen lassen, um nach den Sternen zu greifen.

Wünsche

Allen Lesern wünsche ich besinnliche und friedliche Weihnachten; lasst uns dieses Fest zum Anlasse nehmen, jeden Tag als besonders zu betrachten und als Möglichkeit, Liebe und Frieden zu verbreiten.