Drabble: Innehalten

Nachtstille und Dunkelheit klappern, Eintönigkeit färbt Seelen grau. Zweifel haben sich in Herzen geschmuggelt, Träume rücken in weite Ferne, weil die Sehnsucht angstvoll schweigt.

Zwischen sollen und müssen, verschwimmt das Wollen, während Zeit undankbar voranschreitet. Wo ist das Leben hin? Eine Handvoll breit wird irgendwann zu Staub. Zwischen verblassten Erinnerungen bleibt nichts zum festhalten und nichts, was gewiss ist. Außer das irgendwann die Ewigkeit zum Sternenstaub ruft.

„Stop“, innehalten. Gedanken sind Regenwetter oder Sonnenlicht. Es bleibt genug Zeit, wenn Mut und Liebe Leben im Jetzt schreiben. Es sind diese Momente, die alles sind. Augenblicke, die kein irgendwann im später brauchen.

Notausgang

Gedanken zum Wort Notausgang; Montagspoesie Instagram.

Vielleicht,

reicht für, 

Kommen und gehen, 

das Herz bleibt stehen; 

Notausgang. 

Sommerwir

Orangenbäume,

über uns,

der Wind weht,

während du mich küsst;

sommerwir.

Weltwunder

Die Weltenwunder,

liegen in Herzen, liebend

zu neuem Leben.

Küsse

Küsse,

betten Herzen,

auf sanftem Seelengrund,

der wie Frühling erblüht,

Erwachen.

Wie ein Frühlingskuss,

ist die Liebe für Herzen;

Seelensommerwind.

Drabble: Ein Stück entgegen

Ella hat für heute reserviert; Familienzusammenkunft. Fünf Jahre hatte sie ihren Vater nicht gesehen.

Ihre Beziehung war immer schwierig gewesen. Ella fühlte sich von ihm als Kind weder angenommen noch geliebt. Nach dem Tod ihrer Mutter schien sie nichts mehr zu verbinden. Nicht einmal der Schmerz über ihren gemeinsamen Verlust. Bei dem Gedanken an ihre letzte Auseinandersetzung, konnte sie sich ein Gefühl von Wut nicht verkneifen.

Ihr Handy summte. Ella kehrte in den jetzigen Moment zurück. Eine Nachricht von ihrem Vater. „Ich bin auf dem Weg zu dir.“ Sie zahlte und stand auf; bereit, ihm ein Stück entgegen zu gehen.

Wundermoment

Im Wellenrauschen

erzählt Leben von Freiheit,

die Herzen ergreift;

loslassen, Jetzt und Hier, fühlt

den Wundermoment.

Sehnsucht

Nachtschönheiten,

seufzen leise,

zur sanften Mondstille,

die ihre Herzen ergreift –

Sehnsuchtspricht.

Liebeshymnen

Raum

ohne Zeit;

ein Stück Liebe –

in unserem Wir singen

Liebeshymnen.

Spieglein, Spieglein

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Gut ist nicht gut genug, flüstert es –

Gedanken; die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Köpfchen.

Die Krone rutscht, Aschenputtel im Spiegelbild;

bis das Herz sich öffnet, all seine Kraft spürt und als liebende Königen spricht: „In meinem Land regiere ich und mir ist vollkommen egal, wer die Schönste irgendwo anders ist.“