Nach Oben

Ganz unten angekommen, kann es nur wieder nach oben gehen. Der Weg nach oben ist oft beschwerlich, zeitintensiv und von Rückschlägen geprägt. Kaum bist du oben angekommen, fällst du auch schon wieder. Das ist normal. So ist das Leben. Es schlägt in Wellen. Niemand bleibt immer nur „oben“.

Darum geht es auch gar nicht. Es kommt nur darauf an, nicht gleich immer so tief zu fallen und darauf, nie aufzuhören, sich wieder nach „oben“ zu kämpfen.

Angebrochenes Leben

„Und, was machst du jetzt mit diesem angebrochenen Leben?“

„Ich weiß es nicht. Einfach glücklich zu sein, wäre ein guter Anfang.“

Verlieren

Du hast mich gefragt, wann genau wir uns verloren haben. Ich kann dir darauf nur antworten, dass ich es selbst nicht weiß. Es gibt keinen genauen Zeitpunkt, den ich dir nennen kann.

Es waren viele kleine Momente, welche zwischen uns Distanz geschaffen haben. Vergessene Versprechen und enttäuschte Erwartungen, die sich auf summiert haben. Worte, die im Streit gesagt wurden; die wie Pfeile unsere Herzen trafen und die nicht mehr zurückgenommen werden können. Aus einer anfänglichen Distanz wurde ein eisiges Schweigen. Wir haben nicht mehr miteinander gelebt, sondern nebeneinander her. Es war am Ende mehr Kampf als Liebe zwischen uns.

Unsere Liebe starb langsam, Stück für Stück. Jeden Tag ein bisschen mehr. Ich kann es nicht an einem einzelnen Moment festmachen. Wir haben uns allmählich verloren, im Laufe der Zeit. Vielleicht auch, weil wir vergessen haben, was wir an uns hatten und uns für selbstverständlich genommen haben.

Ich glaube, so ist das mit der Liebe. Sobald man aufhört, sich um sich zu kümmern, vergeht sie. Sie kann nur wachsen, stärker werden und bleiben, wenn sich beide für sie entscheiden. Und das jeden einzelnen Tag.

Tut weh

Liebe tut manchmal weh, ich weiß; vor allem, wenn einer von beiden plötzlich nicht mehr liebt oder deine Liebe nicht erwidert wird.

Doch betrachte es einmal aus einer anderen Perspektive: Du fühlst etwas und du kannst Liebe empfinden. Viele können dies nicht.

Und wenn du einmal lieben konntest, dann wirst du es auch irgendwann wieder tun können.

Jeder einzelner Tag

Einfach lieben, frei von Gedankenmonstern, Unsicherheiten oder unbegründeten Ängsten.

Du sein – wie Du bist. Beim anderen fallen lassen, zusammen sein im Hier und Jetzt.

Ein Ich bleiben, ohne das Wir loszulassen.

Gefühle zulassen; dem anderen sagen und zeigen, es gibt kein richtig oder falsch – nur ein „tu“ es.

Sich beschützen und füreinander einstehen, Schwäche zu zeigen gehört dazu.

Miteinander reden – über alles, auch über die unangenehmen Dinge.

Zeit geben und füreinander nehmen, um miteinander wachsen zu können.

Gefühle sind ein Anfang, aus denen Liebe entstehen kann.

Es braucht Mut für die Liebe; ein klares Ja oder Nein, aber kein Vielleicht.

Und das jeden einzelnen Tag.

Größe

Es fällt manchmal schwer, sich „groß“ zu sehen. Es gibt Tage, da fühlst du dich klein und unscheinbar – fast, als seist du gar nicht da. Botschaften von Damals flüstern dir leise zu „Du bist nicht gut genug“. Sie wirken vertraut, also hörst du zu. Selbst, wenn du heute so viel größer bist und es eigentlich besser weißt.

Es braucht Zeit, bis alte Botschaften verblassen. Menschen, die deine Größe erkennen und dir helfen, sie nicht zu vergessen. Dein Wille, an dich zu glauben und wachsen zu können, zählt. Du wirst dich mit Geduld und Arbeit öfter an deine Größe erinnern können. Auch an schlechten Tagen. Und es kommt die Zeit, da vergisst du sie nie mehr.

Schwarze Flecken

Es bringt nichts, schwarze Flecken überkleben oder übermalen zu wollen. Aufkleber werden rissig und schwarze Flecken werden höchstens ockerfarben.

Ähnlich verhält es sich mit Lücken. Sie nachträglich auszufüllen macht sie nicht geradliniger. Es wird niemals perfekt.

Lebe mit den schwarzen Flecken und den Lücken. Akzeptiere sie. Sie gehören zu dir und Teil deiner Geschichte. Doch sorge dafür, dass du für deine neuen Geschichten ausreichend bunte Farbe zur Verfügung hast.

Das offene Herz

Es ist so eine Sache, mit dem offenen Herzen. Man verteilt zu schnell Einladungen für einen Eintritt darin. Zu vieles lässt man zu nah an sich heran. Emotionen und Stimmungen anderer. Sie lagern sich wie Salz im Herzen ab, verbrennen und verkrusten es. Jedesmal, wenn neues Salz hinzukommt, brennt und verkrustet es ein wenig mehr. Das Herz zu schließen, macht es nicht besser. Einladungen überlegter auszusprechen verhindert, dass sich weniger Salz ablagern kann.

Lächeln und Wärme

Manchmal sind dein Lächeln und deine Wärme die einzigen Dinge, die du hast. Egal, wie dich die Welt behandelt oder wie sich andere dir gegenüber verhalten, verliere beides nie. Dein Lächeln lässt dich strahlen und durch deine Wärme leuchtest du. Beides hilft, um dunkle Tage zu überstehen. Es sind dein Lächeln und deine Wärme, die dich von anderen unterscheiden; von denjenigen, die durch die Kälte der Welt erstarrt sind oder verlernt haben zu lächeln.

Vergeben und Verzeihen

Wenn du weder vergeben, noch verzeihen kannst – dir selbst oder anderen – trägst du dein ganzes Leben Wut oder Hass in dir. Es macht dein Leben nicht einfacher. Es bereichert es auch nicht. Du bist nur ein hasserfüllter, wütender Mensch, der zu leben vergisst. Mehr nicht.