Oktober

Glück

Weißt du noch

Der Schmetterling auf der Hand – weißt du noch, unser Sommer? Unbekümmert, mit nackten Füßen, liebten wir, als gäbe es kein Morgen, sondern nur uns.

Wir tanzten unter der Sonne, auf Wiesen, mit Blumen im Haar, gingen uns unter die Haut und jede einzelne Sommersprosse von dir war ein Wunder für mich, das es zu entdecken galt. Unsere Herzen, ganz nah beinander, im Purzelbaum schlagen und Seelentaumeln, ließen sich treiben, im eigenen Fluss, von dem sie dachten, das er niemals versiegt.

Dann kam der Herbst, nahm unseren Sommer mit.

Liebe zerrann wie Sand in der Hand und alles verrauschte zur bloßen Erinnerung. Wir, ohne Sonne, in dicken Schuhen und Jacken, stolperten auf nassen, unebenen Straßen, ließen uns los, um selbst weiterzukommen, bis wir uns nicht mehr sehen konnten. Alles so weit weg, der Fluss, die Purzelbäume und das Taumeln; die Schmetterlinge sind davon geflogen.

Ich kann deine Wunder nicht mehr sehen, im Winter, der sich still um uns legt.

Funken

Herbst

Die Schönheit des Sommers schwindet dahin, lernt die Endlichkeit kennen; Leere Bänke, einsame Alleen, buntes Laub, das in den Straßen tanzt und verendet. Herbst legt sich über unsere Herzen, alles kommt zum stehen, wird leise, für einen stillen Moment der Innenschau. Der Winter naht.

Was kann gehen? Was darf kommen? Was soll wachsen? – Aussäen, in der langen Ruhe, die vor uns liegt, um den Schatz, der in uns liegt, zu entdecken, zum neuen Lenze, der sprießen will.

Der nächste Sommer ist nicht weit, mit Wiesen, die blühen wollen. Jedes Jahr ein bisschen mehr.

Leben, ein Ausdruck von Werden und Vergehen.


Ein alter Baum wiegt

sich im Herbstwind und verliert

die Sommerkleider.

Raum

Heimat

Wir

Nachtlyrik

Leben