November

Drabble: Halloween mal anders

Vollmond, Kälte, Knochen

Vollmond geht auf, Kälte legt sich über die Gräber, in denen die Knochen Verstorbener ruhen.

Inschriften an den Gedenkstätten von Hinterbliebenen funkeln im Licht. Sie erinnern an das Leben von einst, sind Zeugen der Liebe, die niemals erlischt.

Auf dem Friedhof finden alle Menschen Ruhe. Entweder in prunkvollen Grabmälern oder in schlicht gehaltenen Ruhestätten. Wir sind alle gleich. Am Anfang des Lebens und am Ende. Was uns unterscheidet, ist die Zeit dazwischen; ob wir sie nutzen oder nicht.

Sabine legt einen weißen Strauß Rosen auf das Grab ihrer Mutter. Sie hat ihre Zeit genutzt. Sie liebte bedingungslos und hat geliebt.

Herbst

Angst und Zweifel

Uns wird kalt, wenn wir die Zehenspitzen unter der Decke aus Angst rausstrecken. Es kribbelt in den Beinen, im Po und im Bauch. Der Kopf dreht sich und das Herz rast. Neues Leben schlägt in uns. Wir sehen uns um, kriechen vorsichtig unter der Decke hervor, stehen auf und beginnen zu laufen.


Unter der Maske

liegt unser ich, will werden

was es ist – genug.


Ich

bin müde

vom davonlaufen – Angst

treibt mich an, Flucht

vor mir selbst.


Graue

Katzen laufen

über die Bettdecke

und kriechen ins Herz

Nachtreime.


Die Schafe zählen

graue Gedankenstille

Nächte, die laut sind.

Nachtflügel

Verweht

Gedanken

Lachen

Sternenlicht

Instagram Madeleine_lass_liebe_da

Drabble: Genug

China, Ärger, erfolglos

„Das ist mir so egal, als ob in China nen Sack Reis umfällt“, macht sie ihrem Ärger zu Hause Luft. Während ihre Suche nach einem Freund erfolglos bleibt, hat ihre Freundin einen Partner gefunden. Einfach so, beim Einkaufen im Supermarkt.

Ihre Wut verfliegt und Zweifel kommen auf. Was stimmt mit ihr nicht? Warum ist sie für keinen Mann genug? Dann wird ihr bewusst, dass es diese Gedanken sind, die ihr Herz festhalten.

Sie beschließt loszulassen, nicht mehr nach Liebe im Außen zu suchen; stattdessen will sie ihr „ich bin genug“ finden. Ein genug, mit dem alles stimmt. Auch ohne Partner.