Träume

Träume,

Herzen sprechen,

Sehnsüchte der Seele,

um groß zu wachsen;

einlebenzumleben.

Daheim

Trägst mein Herz fort,

an einen Ort,

im endlosem Sein,

fühl‘ ich daheim,

weil du Liebe bist

und mein Denken vergisst.

Flügelschlag

Sternenweltenkind,

Atemhauch, Schöpfen und Sein,

Flügelschlag Leben.

Wunder

Hoffnung grünt im neuen Jahr,

in Himmelslichtern, hell und klar.

Altes geht, um zu verblassen,

Zeit zu träumen, loszulassen.

Und Minne besingt in einem Lied,

Leben ist Wunder, das uns geschieht.

Endlos

Nachthimmel,

leuchtende Sternenkarte,

ins endlose Universum,

Weite, die uns flüstert,

unendlichesleben.

Atemglück

Allen ein glückliches neues Jahr.

Flügelmutschuhe,

jeder Moment ist Leben,

Atemglück ist Jetzt.

Land

Zwischen den Meeren,

liegt Unendlichkeit für uns;

Seelenland in Sicht.

Stille

Die Stille küsst,

Verstand, der weiße Flagge hisst.

Es gibt nichts zu tun, außer zu sein,

zu fühlen, zu horchen, in die Seele hinein.

Zeit

Hinter deiner Angst liegt weites Land und blauer Himmel; Zeit zu leben.

4. Advent

Es war einmal die Liebe, Ursprung allen Lebens und Seins. Sie formte die Erde, mit all ihren Wundern und Schöpfungen. Daher war jede Schöpfung, ob Stein, Pflanze, Tier oder Mensch, ein Teil von ihr. Alles Leben war durch sie miteinander verbunden. Die Liebe erfreute es, allen Lebewesen zu vermitteln, dass sie in ihrer Beschaffenheit einzigartig und liebenswert sind.

Während andere Lebewesen die Liebe als gottgegeben annahmen, wurde sie im Wandel der Zeit für Menschen zu etwas, was sie verloren und daher in anderen suchten. Zunehmend wurden ihr auch andere Bedeutungen, zum Beispiel körperliches Begehren, zugeschrieben, was sie traurig machte. Doch die Liebe war nicht bereit, die Menschen aufzugeben. „Wie kann ich ihnen nur vermitteln, dass ich seit ihrer Geburt ein Teil von ihnen bin, sie lebenslang begleite; dass sie nichts tun müssen, um meiner wert zu sein, sie niemand anderen benötigen, um mich als Gefühl auszulösen. Ich werde einen Weg finden, damit sich die Menschen daran erinnern, dass sie selbst die Liebe sind.“ Mit diesen Worten brach sie auf und ging auf Wanderschaft.

Am vierten Advent, dem heiligen Abend, brannten drei Lichter. Die Hoffnung, das Vertrauen und der Glaube. „Wir brennen nun seit mehr als drei Wochen. Nichts hat sich verändert. Uns fehlt das vierte Licht. Wir werden die Menschen nicht erreichen. Alle Hoffnung ist verloren.“ „Ich kann dir nur zustimmen. Das vierte Adventslicht hat bestimmt sein Vertrauen verloren. Daher ist es nicht gekommen.“ „Mir fehlt mittlerweile auch der Glaube, dass wir etwas ausrichten können. Es macht keinen Sinn, weiter zu brennen. Doch immerhin haben wir es versucht.“ Die drei Adventslichter sahen sich an. Mit einem leisen Seufzen erloschen sie nacheinander. Es wurde dunkel.

Die Liebe war schon eine zeitlang unterwegs gewesen, als sie auf Dunkelheit und drei erloschene Lichter traf. Sie fröstelte und hatte Angst. Doch dann begriff sie, dass sie das vierte Licht war. Als Ursprung allen Lebens und Seins, war es ihre Aufgabe die Menschen daran zu erinnern, wer sie wirklich sind. Liebe konnte Hoffnung, Vertrauen und Glaube neu entfachen. Sie lächelte, glücklich einen Weg gefunden zu haben, die Menschen an ihre wahre Bedeutung erinnern zu können. Dann entzündete sie sich, um ihr Licht mit den erloschenen Adventslichtern teilen zu können.