Große Momente

Ameisenklein,

unser Leben,

das Glück schreibt

zwischen Tränen und Lachen

großemomente.

Drabble: Amsel

Während Arbeitskollegen über Verkaufszahlen diskutieren, sehnt sie sich nach Mittagspause; Zeit, um ihren von Teamsitzungen durchgetakteten Tag zu unterbrechen. Produktiv ist anders – schuldig im Sinne der Anklage.

Sie sitzt im Speisesaal und stochert in ihrem welken Salat. Alles um sie herum wirkt grau. Übliche Smalltalk Fetzen fegen an ihr vorbei. Sie seufzt, schaut aus dem Fenster und entdeckt eine Amsel, die auf einem Baum sitzt. Der Vogel putzt seine Federn, schüttelt sich und fliegt davon. In diesem Moment versteht sie, dass sie sich nach Freiheit sehnt. Sie steht auf und geht, um etwas zu finden, was sie wirklich glücklich macht.

Montagspoesie

Instagram, Wort Spiegel.

Spiegelpoesie,

ein altes Foto von uns,

am Weihnachtsabend –

rot zu vergilbt, dann schwarzweiß,

zur Erinnerung.

Juniverse

Die letzten Juniverse, bevor der Juli anklopft.

Flanieren,

im Moment,

Gedanken verlieren sich,

das Herz will erzählen;

Schönheitdesseins.

Zappenduster,

Seelen irren,

im eigenen Gefängnis,

zwischen Angst und Sorgen;

Depression.

Schabernack treiben,

kitzelt das innere Kind,

lachend, glücklich, frei.

Großstadtlyrik

Großstadtlyrik –

Herzen hungern gierig,

in grauem Beton

mit stillem Telefon,

und Schimmerlicht,

während Fernsehen spricht –

Seelentaubheit,

Verse voller Einsamkeit.

Juniverse

Juniverse

Huckepack tragen,

über Stock und Stein – Liebe –

bahnt sich ihren Weg.

Juniverse

Liebäugeln,

mit Träumen,

bis sie verfliegen,

Pegasus davon gerannt ist;

machen.

Blaue Lagune

Instagram Montagspoesie zum Wort „Blau“

Blaue Lagune;

die Liebe heilt unser Herz,

für das Lebensmeer –

schwimmen in Wellen, ohne

unterzugehen.

ABC.Etüden: Samstag Abend

Samstag Abend, ihre High Heels stehen im Schrank, der Putzlappen liegt gut in der Hand.

Während der Fernseher säuselt, besprüht sie die Spiegelflächen großzügig mit Glasreiniger. Anstatt Disconebel, umgibt sie Sprühnebel von einem Reinigungsmittel. „Riecht immerhin besser. Ist vielleicht auch gesünder“, denkt sie. Nach dem Wischen kontrolliert sie ihren Spiegel auf Schmierstreifen. Dabei fällt ihr Blick auf ihr Gesicht und ihr Outfit. Sie seufzt. „Sturmfrisur, mit Augenringen und Pferde T-Shirt. Elegant ist auch anders.“

Mittlerweile verbringt sie die meisten ihrer Wochenenden allein zu Hause. Freundinnen, mit denen sie früher um die Häuser gezogen ist, sind nun in festen Partnerschaften. Lustigerweise die, die immer gesagt haben, dass sie keine Beziehung brauchen, um glücklich zu sein. Sie sehnt sich nach einer Partnerschaft und äußert dies auch. Das Universum hört genau das Gegenteil. Die besten Komödien schreibt das Leben selbst. Ihre ältesten Freundinnen sind längst verheiratet und haben Kinder. „Alle sind bei jemanden angekommen. Nun bin ich auch; auf meiner Couch, auf der ich später schlafen werde, weil der Weg ins Bett zu lang ist.“

Unglücklich ist sie nicht. Sie hat ihre Hobbys und ihre Arbeit, doch niemanden, mit dem sie all dies teilen kann. Und Zeit rennt erbarmungslos davon.

Wenn sie Freundinnen von ihrer Sehnsucht oder ihrer wachsenden Einsamkeit erzählt, hört sie Dinge wie: „Das wird schon“, oder „Dann mach doch bei Freizeittreffs mit.“ Es wird nur nicht. Der Platz neben ihr bleibt leer. Am Tisch und auch im Bett. Fremde, die sich für eine Weile neben sie setzen, hinterlassen oft nur Leere.

Nach ihrem Gedankenausflug blickt sie wieder in den Spiegel. Der Mensch, der immer für sie da ist, der sie auch mit Augenringen, Sturmfrisur und Pferde T-Shirt liebt, steht vor ihr. Sie selbst. Manchmal muss das genügen. Das tut es auch in diesen Moment. Und Morgen ist ein neuer Tag.

Seifenblasentanz

Seifenblasentanz –

das Leben auf der Erde,

in seinen Formen,

schimmert die Vergänglichkeit,

von Gottesfunken.