Wasser

Mutter des Lebens,

Prana der Erdengeburt;

alles war Wasser.

Wasser schlägt Wellen,

mein Herz ruht bei dir – Liebe –

Fels in der Brandung.

Füße im Wasser,

ausatmen im Augenblick,

ein Moment Leben.

Maskerade

Maskerade,

lächelt trügerisch,

aus verschwommenen Spiegelbildern,

erblicken Antworten die Frage:

„Werbinich?“

Spiegelbild

Verletzlichkeit schreit,

im nackten Spiegelbild reist

die Seele zum Kern: Liebe,

die wahre Stärke.

Drabble mal Drei

Die letzten drei Drabble in einem.

Lisa sitzt an der Bar, nippt an ihrem Cocktail und schaut sich um. Sie ist eine von vielen; ein Wanderer auf der Suche nach der wahren Liebe, die das Herz still stehen lässt. Zumindest für heute Abend, einen kleinen Moment.

Schmeichlerisch gleiten Blicke von Männern über ihren Körper, bis sie weiterziehen, weil sie jemand anderen entdeckt haben. Die Oberflächlichkeit siegt, während ihre Hoffnung, dass heute Abend die berühmten Funken fliegen, verliert. Lisa ist enttäuscht. In ihrem mit Spitzenmanschetten verziertem hautengem Kleid kommt sie sich nun schon fast lächerlich vor; nackt und verletzlich, weil sie anderen zu offensichtlich zeigt, wer sie ist und was sie sucht.

Sie kämpft mit ihren Tränen über ihre Enttäuschung, will sich jedoch nichts anmerken lassen und fokussiert die Ornamente auf ihrem Armband. Sie stehen für Ausgelassenheit und Lebensfreude. Lisa wird bewusst, dass sie weder glücklich noch ausgelassen ist. Sie wendet sich der Spiegeltheke zu und betrachtet sich. Ihr Blick wirkt starr, ihre Mimik eisern, fast schon ausgestopft. Wer sollte sie so auch ansprechen?

Lisa holt tief Luft und denkt nach. Was sucht sie wirklich hier? Liebe oder Bestätigung? Ist sie diese Frau im Abendkleid, die verführen will? Warum ist es ihr so wichtig, Anerkennung von Männern zu erhalten, die Liebe mit körperlicher Nähe gleichsetzen? Was ist Liebe überhaupt für sie? Zeigt sie anderen wirklich wer sie ist oder spielt sie ihre Verletzlichkeit nur, weil es einfacher ist, einer Rolle nachzugehen, als authentisch zu sein. Zu dem zu stehen, wer man ist und was man vom Leben will. Lisa versucht diese Gedanken zu halten. Nach und nach wird ihr klar, dass sie all diese Fragen nicht beantworten kann. Solange sie nicht weiß, wer sie ist und was sie will, wird sie nichts finden, was sie glücklich macht. Bei niemandem. Sie trinkt ihren Cocktail aus, bezahlt und geht.

Wort Strand

Spaziergang am Strand,

Zeit wird zum luftleerem Raum,

im Wellenrauschen.

Einen strandtaglang

dann rauschten Wellen über

Buchstaben im Sand.

Zu neuen Ufern,

Füße im Sand, Kopf im Himmel,

ankommen im Jetzt.

Dazwischen

Tag und Nacht,

dazwischen

unendlicher Raum,

Leben, schlägt in uns,

zum Takt des Universums.

Zwischen uns die Welt

und doch lieben zwei Herzen;

ein Mikrokosmos.

Gute Nacht

Gute Nacht sagst du,

dann küsst du mich,

ich mach die Augen zu,

verabschiede dich,

der Mond scheint still,

zu dem was ich will,

bis der Tag anbricht

mein Herz zerbricht,

weil nichts übrig bleibt,

von unserem Stück Unendlichkeit.

Wind

Wind rauscht in Bäumen,

Blätter fallen zu Boden,

Atem des Lebens,

erzählt seine Geschichten,

vom Wandel der Zeit.

Sonne,

nach Regenschauern,

getragen vom Wind,

alles kommt und geht;

Veränderung.

Windflüstern,

Leben erzählt,

wer wir waren,

bis Atem uns verlässt –

Vergänglichkeit.

Schaukelwind

Im Schaukelwind,

wieder Kind,

gedankenblind,

das Herz gewinnt –

Fliegen, dorthin, wo die Träume sind.

Leben

Leben,

einmalige Poesie,

schreibt seine Verse,

in uns allen immerzu;

menschsein.