Tore und Türen

Das Tor der Träume –

Ich bin der blaue Himmel,

der unendlich ist.


Türen gehen auf,

zu unserem Feenland –

Gedankenflügel.

Drabble: Aschermittwoch

Sie öffnet die Augen. Aschermittwoch. Ein voller Eimer steht neben ihrem Bett. Alles dreht sich, als sie aufsteht.

Auf dem Weg in die Küche, blickt sie in den Spiegel. Ihre weiße Nase schimmert kontrastreich zum dunkel verschmierten Make Up und ihren rot unterlaufenen Augen.

Nach dem Abschminken betrachtet sie ihr nacktes Gesicht. Sie fragt sich, wer sie eigentlich ist. Abseits der Partys mit Alkohol, ihrer Kostümierungen und den namenlosen Begleitern, mit denen sie ihre Zeit verbringt. Sie will es herausfinden. Sie beschließt zu fasten; die Zeit mit sich selbst zu verbringen. Allein. Bis sie die Antwort auf ihre Frage kennt.

Gedanken

Ich bin,

Gott geküsst,

in meinen Händen,

ein Universum,

Leben, Zug um Zug – atmen,

der lange Weg nach Hause;

der erste Schritt, drei nach vorne, zehn zurück-

Vertrauen oder Zweifel?

Angst oder Mut?

Glaube oder Wut?

Alles liegt in mir, ich kann wählen, zwischen all den Möglichkeiten, bleibt Leben,

in meinen Händen,

ein Universum aus Ich bin.


Der blaue Himmel,

wolkenklare Sicht – Flüstern –

Leben blickt auf uns herab,

durch Gottes Augen.

Tief

Montagspoesie zum Begriff tief.


Tief,

der Ozean,

von allem Leben –

Wellen aus kurzen Momenten,

verebben.


Wir sind Wellen,

im tiefblauen Ozean,

tauchen auf und ab.


Wie tief die Liebe,

wenn sie Seelen ergründet –

bei Schatten und Licht.

Herzschläge

In zwei Herzschlägen,

liegt ein Moment von Liebe –

Blicke treffen sich.


Herzschläge,

dazwischen Raum,

dieser eine Moment,

in dem wir leben –

Atemgeschenk.


Hinter der Zeit rennt

Leben hinterher und ist

alles, nur nicht sein.

Drabble

Eine blöde Idee, Robert beim ersten Treffen in ihrer Wohnung mit selbst gemachten Sushi zu überraschen. Angestrengt versucht Sabine eine Rolle aus Reis mit Füllung zu formen. Es klappt nicht. „Mist“, entfährt es ihr. Ihre Haut spannt und fängt an zu jucken. Zur Beruhigung nippt sie an ihrem Cocktail.

Es klingelt. Sabine betrachtet sich im Spiegel. Ihr Gesicht ist mit roten Flecken übersät. Angespannt öffnet sie die Tür. Robert steht vor ihr. „Da ist jemand genauso nervös wie ich.“ „Wie meinst du das?“ Anstatt zu antworten, zieht er seinen Schal aus und deutet auf seinen knallroten Hals. Beide umarmen sich.


Fabienne steht suchend am Tresen. Ihr Reis ist abhanden gekommen. Es ist Karneval und ihr Faschingskostüm mit einer Freundin stellt Sushi da. Zwischen all den Prinzessinnen, Elfen oder Funkemariechen kommt sie sich als verkleidetes Lachsstück nun dämlich vor.

Ihr Cocktail ist leer. Sie verspürt ein starkes Jucken ihrer Haut, die Hitze ihres Kostüms wird unerträglich. Sie beschließt, die Party zu verlassen.

Kurz vor dem Ausgang fängt sie ein Mann, der als Reis kostümiert ist, ab. „Dich habe ich gesucht. Ich habe meine Lachs verloren. Lust zu tanzen?“ Fabienne blickt in strahlend blaue Augen und fühlt sich plötzlich wie eine Königen.

Augenblick

Ein Augenblick,

schaut zurück,

was Leben war

und Liebe sah,

am Ende zählt,

Glück, das wählt,

die Dankbarkeit,

für unsre Zeit.


Nur ein Augenblick

und doch ein ganzes Leben –

als wir uns trafen.


Der Moment trägt uns,

in all seiner Schönheit blickt

das Leben auf uns.

Vorhang

Gedanken zum Sort Vorhang. Instagram, Montagspoesie.


Der Vorhang geht auf,

hinter dem Schleier aus Angst,

spielt Leben für dich.


Offenbarung,

von Seelen,

hinter dem Gedankenvorhang,

liegt unser Göttlicher Funke –

Liebe.

Wir

Hier,

mit dir,

ein Platz,

vertraut,

die Liebe laut,

schlägt den Satz,

zu Hause sein –

unser wir im Königheim.


Die Eiskönigen,

lernt lieben – Winterstille,

das Herz schlägt Frühling.

Drabble

Nagel, Hang, züchten

Melanie schlägt den Nagel in die Wand. Sie will ein Bild, dass seit Tagen im Flur steht, aufhängen. Während sie hämmert, fällt ihr Blick auf verdorrte Orchideen. Mit ihrem schwarzen Daumen kann sie höchstens Kakteen züchten. Sie legt den Hammer weg, um die Pflanzen zu entsorgen. Auf dem Weg zum Mülleimer stolpert sie über einen Wäscheberg. Ihr Hang, alles an ihrem freien Tag erledigen zu wollen, führt zu Chaos. Sie sehnt sich nach Erholung, trotz der anstehenden Arbeiten. Sie beschließt, sich selbst zur Priorität zu machen. Zehn Minuten später liegt sie auf ihrer Couch und genießt die Ruhe in sich.


Ypsilon, Auto, winken

Sie steht an der Ampel und erblickt ihn in seinem neuen Ypsilon. „Er fährt dieses Auto, als ob es ein Porsche wäre. Was der sich einbildet.“ Hannah verdreht genervt die Augen. Ein Hupen ertönt, Jan beginnt zu winken, bevor er das Fenster herunterkurbelt. „Na Hannah, alles gut. Lust auf eine Spritztour?“ „Mit dir, nein Danke.“ „Was hast du eigentlich gegen mich?“ „Was sollte Hannah Panna gegen dich haben?“ „Ach komm schon, das ist Jahre her. Ich war ein dummer Schuljunge. Es tut mir leid. Frieden?“ Seine Grübchen lachen einladend. Sie spürt, dass zwischen ihnen etwas neues entsteht und lächelt zurück.