Fair

Das Leben ist nicht immer fair. Das wird es nie sein und das war es auch noch nie. Es kann auch nicht immer fair und gerecht sein. So ist es nun mal. Akzeptiere es, anstatt deswegen wütend zu sein. Deine Wut ändert nichts an dieser Tatsache. Das Leben wird nicht fairer, wenn du deine Wut darüber an anderen auslässt. An Menschen, die nichts für deine Situation können. Das ist ebenfalls nicht fair. Deine Wut wird auch nicht abnehmen. Es ändert sich nichts für dich, wenn du immer wütend bist.

Sei du fair zu anderen, indem du sie respektvoll behandelst. Sei freundlich und warm gegenüber den Menschen. Du weißt nicht, welche Kämpfe sie gerade ausfechten.

Vielleicht ist es diese Einstellung, die das Leben ein wenig fairer macht.

Eiszeit

Es ist kalt. Die Welt und in mir. Ich habe mein Herz auf Eis gelegt. Es soll nichts mehr fühlen, bis es sich erholt hat. Ich konserviere es und halte es frisch. Sozusagen jung. Seine Verletzungen haben es alt und rissig gemacht. Es darf nicht noch mehr Risse bekommen. Solange sich mein Herz erholt, hole ich tief Luft. Ich sammle mich, um wieder hoffen zu können; darauf, dass irgendwann jemand kommt, der mein „Eis-Herz“ zum Schmelzen bringt, ohne ihm weitere Risse zuzufügen.

Liebe heute?

Nach meiner letzten Dating-Pleite, stelle ich mir folgende Fragen: Ist es heutzutage noch möglich, Liebe zu finden? Lohnt es sich danach zu suchen, wenn man doch wieder nur enttäuscht wird?

Mein letztes „Date“ (die passendere Bezeichnung wäre eher Intermezzo) dauerte in etwa drei Minuten. Vielleicht gehe ich damit ins Guinnessbuch der Rekorde ein. Das wäre immerhin etwas. Nach drei mit einander gesprochenen Sätzen beendete mein Gegenüber unser Treffen. „Ich sei nicht sein Typ“, meinte er. Und „Es würde zwischen uns nicht passen“. Ok, so ein Satz sitzt. Er nagt am Selbstbild. Aber immerhin ist es ehrlich.

Das dachte ich zumindest auf meiner Fahrt bis nach Hause. Zu Hause angekommen, musste ich mir dann von meinem Speed-Date per WhatsApp (heutzutage ist es wohl normal, solche Dinge nicht mehr face to face zu klären) „anhören“, dass ich nicht mit offenen Karten gespielt hätte. Und dann eröffnete er mir den wahren Grund, warum er das Date beendet hatte. „Ich sei keine Frau“, meinte er (er hat es wirklich so benannt), „sondern ein Mann“. Bähm. Ich war baff. So eine Begründung ist mir noch nie zu Ohren gekommen und ich habe schon so einiges erlebt. Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte.

Es war so absurd, dass ich mich auf weiteren Schriftverkehr nicht mehr eingelassen habe. Erstes spricht man meiner Meinung nach so etwas persönlich an, zweitens hat mich noch nie jemand für einen Mann gehalten. Das liegt wohl daran, dass ich keiner bin. Aber selbst wenn ich mal einer gewesen wäre, (immerhin hätte ich dann keine Cellulite oder meine Periode, wäre also nicht so schlecht) war das Verhalten meines Gegenübers inakzeptabel. Punkt. Doch eins habe gelernt: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Sicherlich kann man diese Erfahrung als kurios einstufen und abhaken. Das tue ich hiermit auch. Aber in der Gesamtheit weiterer Erfahrungen beim Daten macht sie noch mehr mit mir: Ich beginne mich ehrlich zu fragen, ob man heutzutage noch Liebe finden kann und, ob sich der Aufwand dieser Suche überhaupt lohnt.

Ich weiß nicht, wann sich ein Mann das letzte Mal wirklich um mich bemüht hat. Damit meine ich nicht, Zuneigung über Materielles auszudrücken. Mir geht es um ehrliches Interesse, dass der andere zeigt. Dranbleiben, Zeit und Mühe investieren, um den anderen wirklich kennenlernen zu können. Es müssen heutzutage keine Gräben oder Burgen mehr erklommen werden. Aber vielleicht ist „kontinuierliches Interesse zu zeigen“ zu einem unüberwindbarer Graben geworden. Oft bleibt es larifari, eben an der Oberfläche. Und wenn irgendein Detail nicht passt spricht man nicht darüber, sondern schweigt und zieht von dannen. Oder klärt es online, weil es eben einfacher ist, als face to face.

Vielleicht liegt es auch an mir und ich habe falsche Vorstellungen von der Liebe. Ich kann mich nicht mit der Vorstellung anfreunden, mit irgendjemand der mir nicht wirklich etwas bedeutet, zusammen zu sein – nur damit ich nicht alleine bin. Alleine zu leben ist nicht Schlimmes für mich. Ich komme gut damit klar. Für mich hatte Liebe immer etwas von dem Modell „Partner in Crime“ – jemand, mit dem du dein Leben teilen kannst. Bei dem du dich fallen lassen kannst und dich so zeigen kannst, wie du bist. Halt was Echtes irgendwie. Kein stumpfsinniges „Nebeneinander Herleben“, wie es in vielen Beziehungen zu finden ist. Damit meine ich nicht den Alltag, der Liebe schon mal zerstören kann, aber eben notwendig ist, um ein gemeinsames Leben bestreiten zu können.

Ich meine damit Beziehungen, in denen man unglücklich ist, in denen man aber bleibt, weil man nicht alleine sein will. Oder, weil man muss. Wegen der Kinder. Wegen dem Haus, etc. Man redet nicht mehr miteinander und geht eigene Wege – manchmal, auch mit anderen. Aber immerhin hat man einen sichern Hafen, den man immer wieder aufsuchen kann, wenn es einem zu stürmisch wird.

Langsam beginne ich mich zu fragen, ob mein „Partner in Crime“ Modell nur eine idealistische Träumerei ist. Vielleicht bedeutet Liebe, oberflächliche Beziehungen zu suchen und in ihnen zu leben. Eventuell ist dass, die einzige Möglichkeit Liebe zu finden. Sich eben damit abzufinden, dass ein „Nebeneinander her leben“ Liebe ist. Ich kann ja auch falsch liegen, mit meinen Vorstellungen.

Ich weiß nur eins: Mit jedem Date, dass auf diese Weise abläuft, schwindet meine Lust, nach Liebe zu suchen. Die Motivation sich anderen zu öffnen, nimmt ebenfalls ab. Auch ich will nichts mehr investieren oder jemand mein Vertrauen schenken. Es lohnt sich meistens nicht und der Preis, mein Herz, ist einfach zu hoch. Ein Teufelskreis.

Vielleicht ist dies den Männern, die ich getroffen habe, auch passiert. Sie haben vertraut und sind enttäuscht worden. Nun sind sie misstrauisch und nicht mehr bereit etwas zu investieren. Sie vergessen aber, dass nicht alle Frauen so sind. Es gibt noch andere – mich zum Beispiel und viele andere auch.

Die Chance Liebe zu finden, ist ungefähr so hoch, wie ein 6er im Lotto zu haben. Also nicht sehr groß. Diejenigen, die sie gefunden haben, beglückwünsche ich. Haltet sie bloß fest, damit ihr nicht mehr aufs „Spielfeld“ müsst. Denn ich sage euch eins: Die beste Deckung oder Ausrüstung schützt euch nicht vor Verletzungen. Ich kann es bezeugen.

Für mich heißt es erst einmal „Time out“. Vielleicht besorge ich mir eine bessere Schutzausrüstung und arbeite an meiner Deckung. Vor allem muss ich noch eine Weile darüber nachdenken, ob ich nicht etwas suche, was es eigentlich gar nicht gibt….

Jemand

Jemand, der sich um dich ehrlich bemüht, 

der dir sagt was er denkt und für dich fühlt. 

Einer, der mit dir zusammen in der Sonne steht, 

der auch an schlechten Tagen nicht einfach geht. 

Jemand, der dich sein lässt wie du nun einmal bist, 

der trotz deiner Dämonen ein Freund für dich ist. 

Einer, dem etwas ohne dich im Leben fehlt, 

für den das versprochene Wort noch etwas zählt. 

Und jemand, der dein Herz und deine Seele erkennt, 

der seine Liebe ohne etwas dafür zu verlangen schenkt. 

Ein Gespräch

Sie sagte zu mir: „Ständig versuche ich, für andere perfekt zu sein. Eigentlich möchte ich nur, dass andere mich mögen. Daher ziehe ich verschiedene Kostüme an. Ich glaube nicht, dass mein eigenes ausreicht oder für andere gut genug ist. Doch manchmal weiß ich gar nicht mehr, welches Kostüm ich gerade anhabe. Ich habe vergessen, wer ich wirklich bin und was ich eigentlich möchte. Und trotz meiner Kostüme und meiner Bemühungen, habe ich ständig das Gefühl, nicht zu genügen. Ich kann die Ansprüche anderer nie zu 100% erfüllen. Meine Bemühungen reichen einfach nie aus. Es bleibt immer ein Rest von Zweifel zurück. Es ist anstrengend. Ich weiß nicht, wie lange ich meine unterschiedlichen Kostüme noch auseinanderhalten kann, ohne zu vergessen wer ich wirklich bin und vollkommen in Selbstzweifel verfalle.“

Ich erwiderte: „Es ist verständlich, dass du anderen gefallen möchtest. Ich kann auch verstehen, dass du dir wünschst, dass andere Menschen dich mögen und schätzen. Jeder möchte gesehen und gemocht werden. Das ist ein ganz natürliches und menschliches Bedürfnis. Doch niemand wird von allen gemocht. Selbst dann nicht, wenn er die Bedürfnisse anderer immer erfüllt. Es ist auch nicht wichtig, von allen gemocht zu werden. Du darfst nicht vergessen, dass du zu allererst dir gefallen musst. Du brauchst keine Kostüme tragen. Sie verdecken nur dein wahres Ich und sperren deine Bedürfnisse ein. Das macht dich nicht glücklich. Du wirst auch nicht als die Person gesehen, die du wirklich bist. Und das möchtest du eigentlich. Hänge deine Kostüme in den Schrank. Zeige dich, wie du bist. Überlege dir, wer du sein willst und was du dir vom Leben wünschst. Sage auch mal „Nein“ zu anderen und habe keine Scheu davor, „unperfekt“ zu sein. Macken und Fehler machen uns individuell und schön. Im „unperfekt sein“, steckt die wahre Schönheit. Du wirst bemerken, dass du dich ohne deine Kostüme freier fühlen wirst. Deine Selbstzweifel werden abnehmen, da es dir nicht mehr wichtig ist, was andere über dich denken. Du bist einfach wie du bist. Du wirst Menschen finden, denen das ausreicht. Menschen, für die du kein Kostüm anziehen musst, damit sie dich mögen. Auf diese Menschen kommt es im Leben an.“

Sie schaute mich lange an und dachte nach. Sie sagte kein Wort. Dann stand sie auf. „Ich habe viel zu tun“, sagte sie. „Zu allererst, werde ich meinen Kleiderschrank entrümpeln.“

Zurzeit

Ich fühle mich zurzeit verloren. Uneins. Nicht ganz.

Vielleicht finde ich jemanden, dem es genauso geht. Wir könnten uns zusammen finden und „ein Ganzes“ bilden.

Schmerz und Akzeptanz

Lasse Schmerz zu. Akzeptiere ihn. Setze dich mit ihm auseinander. Fühle ihn – so intensiv wie möglich.

Schmerz zu verdrängen bringt dich nicht weiter. Es wirft dich nur zurück.

Alles was du verdrängst, holt dich irgendwann ein und setzt dich „Schach Matt“.

Schmerz zu akzeptieren reduziert dein Leid. Nach einiger Zeit nimmt der Schmerz ab. Er wird dich nur noch ab und an besuchen. Irgendwann kannst du ihn vollkommen loslassen.

Angst

Angst bildet keine gute Grundlage für eine Entscheidungsfindung. Vor allem nicht, wenn es um Liebe, Freundschaften oder menschliche Beziehungen grundsätzlich geht.

Unsere Ängste sind meistens surreal und Reste früherer Verletzungen, die uns Menschen in der Vergangenheit zugefügt haben. Diese nicht verarbeiteten Reste unserer Verletzungen machen uns unsicher, prägen unser Bild von Beziehung und lassen uns glauben, dass uns andere Menschen nur verletzen wollen.

Wir fühlen uns verwundbar, sobald Menschen uns zu nahe kommen. Nähe macht Angst, denn sie kann uns verletzen. Das hat uns die Vergangenheit gelehrt.

Wir vergessen, dass wir mehr als unsere Verletzungen sind. Wir haben viele Geschichten erlebt, auch gute. Doch diese Geschichten verdrängen wir, unsere Angst überlagert sie.

Unsere Angst wird allmächtig, sie kontrolliert uns – immer dann, wenn ein Mensch uns zu nahe kommt.

Ohne es zu bemerken, sitzen wir in einem eigens gebauten Käfig, der aus Angst besteht; und in den gute Geschichten keinen Weg mehr hinein finden.

Clown

Die Narrenkappe trage ich gern für dich wartend, bis du wieder denkst an mich.

Tanzend um dich, der Clown der lacht der für dich springt und Saltos macht.

Hoffend, der Narr der dich so gern mag der hier auf dich wartet – Tag für Tag.

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Sometimes I think that my sadness and my pain are the only things I have. I don't know when I was last happy. The feeling never lasted long - it got lost. But my sadness and pain are always there. They are the only reliable constants in my life. Why should I give up something reliable for something fleeting like happiness?