Spiegel

Der Spiegel wirkt fleckig. Angela reinigt ihn und blickt hinein. „Alles schön sauber, nur mein Spiegelbild bleibt fleckig. Die Nase zu groß, der Mund zu schmal, das Kinn zu dick.“ Sie wischt erneut über den Spiegel, doch alles was sie sieht, ist ihr unperfektes Spiegelbild. Den Tränen nahe reibt sie wie von Sinnen mit einem Tuch über die Fläche, bis ihre Kraft nachlässt. Mehrere Minuten verharrt Angela in Stille, bis sie zu fühlen beginnt; ihre Erschöpfung und die Enge ihres Perfektionismus-Korsetts. Sie verspürt den Drang ihre Ketten zu sprengen, in die Weite zu atmen und blickt erneut in den Spiegel.

Das fleckige Bild setzt sich neu zusammen. Angela kann in ihm kleine Schönheiten entdecken; die Farbe ihrer Augen, die vollen Augenbrauen, die Grübchen am Kinn. Sie atmet tief ein und aus. Es ist wie es ist, ihr unperfektes perfektes Spiegelbild. Zufriedenheit kommt in ihr auf, der Kampf ist vorbei. Zumindest für einen kleinen Moment. „So fühlt sich Frieden an; ein Moment, in dem man liebt.“


Die Augen öffnen,

für die Schönheit des Lebens,

dein Spiegelbildblick.

Sein

Der Ozeanblick,

auf Vergänglichkeit des Seins,

in Ebbe und Flut.


Ein Tropfen Leben,

im Ozean allen Seins –

und wir dazwischen.


Einatmen –

Ich bin,

ein Kind Gottes,

das Leben empfangen darf.

Liebesstille.

Leichtigkeit und Träume

Der Kopf zieht uns mit seinen Gedanken in die Tiefe, unter Wasser fällt atmen schwer. Auftauchen, Luft holen, das Herz schlägt im Hier&Jetzt, fern von allem was war und sein wird. Mutig voran, Richtung Träume, auch wenn die Tiefe lockt, weil Gedanken flüstern. Immer wieder.

Ohne Träume, die uns auftauchen lassen, sind wir verloren.


Weltenentdecker –

Kinderaugen leuchten trotz

aufgeschlagener Knie

läuft der Mut weiter.


Kopf,

voller Gedanken,

Träume in Herzen,

verpackt – sie schlagen nicht;

stillstandtod.


Und Gedankenleicht,

schlagen Herzen – Atemtakt –

Das Leben leben.


Federleicht,

die Zeit verstreicht,

in Herzen schlagen,

die träumen wagen.

Träume

Aus den Gedanken,

in das Leben – Jetzt und Hier –

mach Platz für Träume.


Der Gedankenkopf,

verpasst die Herzmomente,

die Leben schlagen.

Gedanken


Tiefe Gewässer,

wir tauchen ein und finden,

ein Stück von uns selbst.


Kälte, winterhart –

immergrün erblüht für uns,

im Seelengarten.


Seelengebet

Die Nacht kehrt ein,

zum Mondlichtschein,

ein Nachtigalllied,

das Herzen wiegt,

zum Träumen bereit,

jenseits von Zeit,

der Schlaf uns fängt,

weil nichts mehr denkt,

nur Atem, der trägt

zum Seelengebet.

Wurzeln

Es fängt mit einem kleinen Samen an. Ein verborgener Gedanke, der tief in uns flüstert: „Ich bin gut genug.“ Mit der Zeit wird unsere Eingebung lauter und der Samen beginnt zu sprießen. Erste zarte Blätter strecken sich der Sonne entgegen, sie wachsen und wollen erblühen.

Jahreszeiten ändern sich, Stürme ziehen auf und Regen stürzt herab. Bereits gewachsene Blätter fallen ab, Knospen, kurz vorm Aufbrechen, ziehen sich wieder zurück. Alles ruht, außer unsere Gedankenwurzeln. Sie bleiben bestehen, wachsen noch tiefer in unsere Erde und breiten sich aus

Es kommt der Frühling. Wir werden blühen. In voller Pracht. Die Liebe findet uns.

Wind und Leben

Mit dem Leben leben anstatt dagegen.


Bäume biegen sich,

zum Lied des Windes – bereit,

für Veränderung.


Wind rauscht in Bäumen,

zur Melodie des Lebens –

stetiger Wandel.

Diebisch

Diebisch stiehlt die Zeit,

Leben huscht an uns vorbei –

wer ist die Elster?

Liebe

Himmel auf Erden,

Seelen treiben, wolkenlos,

in Liebeswellen.


Du Zeitdieb,

mit deinen Armen aus Gold,

in denen ich ruhe, wie im sanften Ozean, Wellen, die mich tragen – deine Liebe –

Tage werden zu Minuten, Sekunden, in denen mein Herz schlägt, lebt – Dunkel zu Hell –

alles ist mit dir, vor allem wir.