Familienbande

Gedanken zu eigenen inneren Familie.


Angelika spazierte nach einem anstrengenden Arbeitstag durch den Wald. Die kühle Luft, die sie einatmete, verschaffte ihr Klarheit, mit der sie ihren Anteil an einem Konflikt mit einer Kollegin zur anstehenden Weihnachtsfeier reflektieren konnte. Aus ihr hatte die Wut gesprochen. Ihr inneres Kind hatte wie so oft bei diesen Thema das Steuer übernommen. Verärgert über sich selbst setzte sie ihren Spaziergang fort.

Es dunkelte, Angelika seufzte. Im Dunkeln zur Arbeit fahren, im fast Dunkeln nach Hause kommen. „Wo bleibe ich, wo meine Selbstfürsorge oder die Zeit, etwas Schönes zu unternehmen, um die Seele baumeln zu lassen?“ Sie brummelte verärgert vor sich hin, bis sie erschrocken feststellte, dass erneut die Wut aus ihr sprach. Um zur Ruhe zu kommen, blieb sie an einem See stehen und beobachtete die Schattenspiele auf der Wasseroberfläche. Dann sah sie sich um und erspähte halbnackte Bäume, deren verlorenes Laub einsam am Boden lag. Auf einmal überkam sie eine tiefe Traurigkeit. Es roch nach Winter, nach Weihnachten und ihrem Geburtstag, der sich erneut jährte. Eine Jahreszeit mit besonderen Tagen, die sie wieder allein verbringen würde. Ohne einen Partner an der Seite, engen Freunden oder Familienmitgliedern. In diesem Moment erinnerte sie sich an die bisherigen Weihnachtsfeste und Geburtstage, die sie fast alle alleine verbracht hatte. Angelika schluckte, doch wich ihrem Schmerz nicht aus. Sie fühlte ihn mit all seiner Intensität, tröstete sich und nahm sich selbst in den Arm. Bis der Schmerz verschwand. Mit ihm die Traurigkeit und ihre Wut.

Als sie ihre Wohnung betrat, war ihr Licht wieder an. Ihr war klar was passiert war. Sie hatte die Gefühle ihres inneren Kindes als Erwachsenen- Ich nicht fühlen wollen. Erst als sie ihre Trauer- und die Wutgefühle zuließ, konnte sie für sich selbst Mutter- und Vater sein, um sich Liebe und Geborgenheit zu schenken. Sie beschloss, sich heute besonders gut um sich zu kümmern. Der Waldspaziergang mit tröstender Umarmung war erst der Anfang gewesen.

5 Minuten später kochte sie hingebungsvoll Grießpudding für sich, den sie mit heißen Kirschen dekorierte. Der Tisch hatte sie schön eingedeckt. Es brannte eine Kerze, während der heiße Kakao mit Schlagsahne dampfend auf sie wartete. Angelika begann zu essen. Mit jedem Löffel des warmen Grießpuddings wurde ihr wärmer ums Herz. Sie war glücklich und zufrieden.

Angelikas inneres Kind fühlte sich geborgen, in den Armen von Mutter und Vater, die es liebevoll in seinem Schmerz erkannten und es mit Liebe umsorgten. Es fühlte sich zu Hause, an einem Ort, der immer da sein wird, wo Angelika ist.


– Mutter, Vater, Kind –

Familienbande in dir,

die dich lieben will.


Kindergeflüster,

lauter werdend,

Angst und Wut –

in Vater- und Mutterarmen,

findetsichheimat.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

4 Kommentare zu „Familienbande

  1. So kehrt das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit zurück, und die Seele weitet sich und spürt Verbundenheit mit allem Lebendigen….🩷🧡🌱🌿🌸🩵✨🌲🍂🍁🫒🐞

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  2. Das innere Kind ist ein Thema, das viele ein Leben lang begleitet, ohne davon zu wissen. Toll, dass du es aufgreifst und daran erinnerst, dass es eine Heimat hat.

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