Du erkennst mich nicht wieder. Es reicht nicht mehr, um ein Wir zu sein. Ich erblicke ein altes Foto von uns und fühle mich verloren. Du und ich. Wir waren immer zu zweit. Nun waren wir einmal und ich bin allein. Ein bitteres Gefühl steigt in mir hoch. Du bist anders. Ich bin anders. Alles ist anders. Auf einmal. Wir sind kalt gewordener Kaffee, zwei bekannte Fremde, zwischen denen Welten liegen. A und B. Herz und Verstand. Ich bin immer noch auf dem Mond, du bist längst auf der Erde angekommen.
Du hast nichts mehr zu sagen, ich bleibe still. Zu unseren unausgepackten Kartons kommt ein weiterer hinzu. Ich packe meinen Koffer und nehme nichts mit, außer mein Herz. Du brauchst es nicht mehr, ich um zu heilen umso mehr.
Zwischen Tür und Angel fällt floskelhaft ein wir können Freunde bleiben. Ich höre, dass ich ja sage, obwohl ich eigentlich nein meine. Machs gut, der Vorhang fällt. Dunkelheit. Während ich mein heimatloses Scherbenherz behutsam nach draußen trage, wird mir bewusst, dass du schon lange vor mir gegangen bist. Dorthin, wo ich dich nicht finden konnte. Einen Ort, an dem wir ein Vielleicht wurden und ich für dich zu einem Jein.
Nun bin ich wieder ein Ja. Ein Ja für mich. Eindeutig und klar. Es tut weh. Doch für jemanden ein Vielleicht zu sein oder ein Jein schmerzt noch viel mehr.

Fühl ich! Total!
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Ja, sehr schmerzhaft so etwas.
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