abc.Etüden – das Angstmonster –

Die abc. Etüden sind eine Schreibeinladung von Christiane. Information zum Projekt findet ihr hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/06/06/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-23-24-21-wortspende-von-nellindreams/

Wie immer, maximal 300 Worte; ohne Triggerwarnung, Überschrift oder Erklärung.

Die Worte lauten: Picknickdecke, recherchieren und verwegen. Ich halte die Reihenfolge ab dem zweiten Wort ein.

Marie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, Patrick jemals näher zu kommen; doch dann fragte er sie, ob sie zusammen picknicken gehen.

Sie hatte sofort zugesagt, als Patrick sie um eine Verabredung bat. Marie freute sich auf den Tag und zählte die Stunden bis dahin. Doch um so näher die Verabredung kam, desto größer wurde ihre Angst; ihr altes Angstmonster kam zurück. Ihr Herz und ihr Kopf begannen zu recherchieren, was Schlimmes passieren könnte, wenn sie sich auf Patrick einließ. Er könnte kurz vorher das Treffen absagen, sie am Treffpunkt stehen lassen oder, was am schlimmsten wäre, sie verletzen. Ihr Angstmonster hatte Marie bald fest im Griff. Sie war kurz davor, das Treffen abzusagen; damit ihr Monster endlich die Klappe hielt. Doch, als Marie zum Handy griff, sprach auf einmal ihr Herz zu ihr; ein kleiner, mutiger Teil flüsterte ihr zu: „Du magst Patrick doch und möchtest ihn gerne kennenlernen; wenn du jetzt absagst, gewinnt die Angst und ich, dein Herz, verliere. Bitte mache nicht wieder denselben Fehler“. Marie hatte die mutigen, flüsternden Worte ihres Herzens vernommen; ihr Angstmonster war plötzlich still. Sie blickte in ihren Spiegel und lächelte mutig, fast verwegen: „Diesmal höre ich auf mein Herz, nicht auf meine Angst“, sagte Marie zu sich. Sie legte ihr Handy weg.

Nun war Marie mit Patrick hier; in diesem schönen Moment.

Patrick breitete die Picknickdecke auf der Wiese aus. Das Herz von Marie schlug Purzelbäume; so aufgeregt war sie. Sie trug ein leichtes Sommerkleid und einen Blumenreif in ihrem lockigem Haar. Es wehte ein leichter Wind und die Sonne wärmte angenehm. Marie schloss die Augen, sie genoss den Augenblick; sie lächelte Patrick an, er lachte zurück. Ihr Herz drehte sich; es hatte keine Angst, sondern fühlte, wie besonders dieser Moment war – vielleicht der Beginn von etwas ganz Wunderbarem.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

24 Kommentare zu „abc.Etüden – das Angstmonster –

  1. Es ist so schwierig, mit dem eigenen Angstmonster ein Auskommen zu finden, denn es sind ja unsere Erfahrungen (und Ängste, und viele wohlbegründet), die sich da manifestieren. Wie schön, dass Marie auf ihr Herz gehört hat, wie schön, dass sie sich entschieden hat, den Schritt zu machen. 😁🧡
    Danke dir, eine leichte Etüde über eine schwere Entscheidung. Schön! 😁👍
    Sonnige Morgenkaffeegrüße 😁🌞🌼☕🍩👍

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    1. Da sagst du was. Angst blockiert in so Vielem leider; je mehr man ihr folgt, um so tiefer verwurzelt sie sich. Das Herz sollte sich öfter melden; es wäre leichter. 🤗 Liebe Grüße an dich und danke für deine Worte. ❤️🤗

      Gefällt 2 Personen

      1. Nächste Woche muss ich noch schaffen, die hat es noch einmal in sich. Dann ist noch eine, die hoffentlich etwas ruhiger wird, und dann kommt eine Strecke freie Zeit …

        Eine liebe Umarmung für Dich, Lene❣🤗💞

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      2. Das hört sich gut an. 😊 Freie Zeit macht manchmal Angst, aber tut auch gut. Ich räume zurzeit meinen Speicher auf. Schön auf dich aufpassen. 🤗💕

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      3. Du bist mir schon wieder sehr nah‘ mit Deinem Gedanken, denn, ja, freie Zeit kann Angst, sorge zumindest machen. Mir geht es damit für die kommende ebenso. Es klingt vielleicht komisch, aber ich werde mich dieser Zeit in gewisser Weise stellen und darin (m)einen Weg finden müssen. – Deinen Wunsch nehme ich mir zu Herzen. 💞

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      4. Ich kann das absolut nachvollziehen; man ist total auf sich zurückgeworfen. Das kann schon Angst machen. Die ersten Tage waren auch echt hart für mich, mittlerweile geht es. Ich habe mir andere Sachen gesucht, die ich tun kann; habe aber auch viel reflektiert. Unter anderem die abc.Etüde, die natürlich, wie alles was man schreibt ein Stück ich ist; vielleicht wollte ich ein anderes Ende schreiben. 🤗😊Schön, ich wünsche dir einen tollen Tag mit schönen Momenten!

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