Herzschmerz

Ich hatte erst überlegt, meinen Herzschmerz in eine schöne Geschichte zu verpacken. Doch wie soll man solch ein Gefühl schön umschreiben? Ich weiß es einfach nicht. Daher gibt es anstatt einer Geschichte nur ein paar Zeilen, die zurzeit in meinem Herzen stehen.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich zu reflektieren und meine Anteile an der Geschichte herauszufiltern. Ich habe sortiert, verpackt und versucht in meinem Inneren aufzuräumen. Aufgeräumt ist es nun. Alles wurde hübsch in Kisten verpackt und auf den Speicher gestellt. Leider ignoriert der Herzschmerz das hübsch aufgeräumte Zimmer, auch wegpacken lässt er sich einfach nicht; er verschwindet nicht.

Doch zumindest schlage ich mich ganz gut, mit meinem Herzschmerz, mit diesem unschönen Gefühl. Ich überlege mir neue kreative Projekte und umgebe mich am Tage mit Dingen, die mein Herz glücklich machen. Leider ist der Herzschmerz recht hinterlistig; abends kommt er heimlich oft zurück.

Mir ist klar, dass bei Herzschmerz generell wenig hilft; vor allem nicht, sich in Kreisen um ihn herum zu drehen oder sich mit aller Gewalt von ihm ablenken zu wollen. Ab und an kommt er einfach zurück, auch bei mir. Er flüstert abends in mir oder klopft am Tage in stillen Momenten an meine Tür. Dann höre ich ihm zu, lasse ihn in mein Herz und fühle ihn; bis er nicht mehr in mir flüstert oder anklopft bei mir.

Nur die Zeit kann meinen Herzschmerz lindern, ihn blasser werden lassen; er wird leiser, mit jedem Moment, in dem ich glücklich bin.

Daher warte ich die Zeit ab, gehe das Tempo meines Herzschmerzes mit; mit dem Wissen, das es nur ein Herzschmerz ist, der leichter wird, von Moment zu Moment.

Heimlich wünsche ich mir trotzdem, jetzt genau in diesem Moment, es wäre anders; ohne Herzschmerz, durch ein Hier mit dir.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

6 Kommentare zu „Herzschmerz

  1. Ich würde es einmal pro-aktiv versuchen: wenn ich weiß, dass der Herzschmerz „heimlich“ [er kommt ja nicht wirklich heimlich, in Wirklichkeit ist er ja ständig da – so ein Grundrauschen], also, wenn ich weiß, dass er eh heimlich kommt, dann mache ich ein Ritual daraus: ich lade ihn täglich zu einem bestimmten Zeitpunkt ein, sich zu zeigen und ich führe ein Zwiegespräch mit ihm. Und irgendwann, früher oder später, kommt der Punkt, an dem ich erkenne, dass es dieses Zwiegespräches nicht mehr bedarf, man verabschiedet sich freundschaftlich oder liebevoll und sagt sich Lebewohl. Liebe Grüße, Bernd

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