Gefühle und so

Gefühle können manchmal richtige Arschlöcher sein; hierzu könnte ich ganze Gedichtbände veröffentlichen, um diese Behauptung zu untermauern.

Meistens sind „diese Gefühle“ aber Arschlöcher, weil wir sie dazu machen bzw., weil wir irgendwann einmal gelernt haben, dass sie welche sind; sie haben uns verletzt oder uns weh getan. Der Schmerz ist es, den wir eigentlich vermeiden wollen. Manchmal ist es auch die Angst, erneut leiden zu müssen, wenn wir „diesen“ Gefühlen nachgeben. Daher gehen wir manchmal auch positiven Gefühlen aus dem Weg, boykottieren diese sogar, um nicht wieder erleben zu müssen, dass Gefühle eben doch nur das sind, von dem wir glauben was sie sind: Arschlöcher eben.

Leider boykottiert man sich mit dieser Taktik auf lange Sicht gesehen auch selbst. Das blöde daran ist, dass man vor dem wegläuft, was man eigentlich will: Das schöne, positive Gefühl. Daneben besteht die Gefahr, dass man irgendwann, wenn man bei dieser Taktik bleibt, verlernt seine Gefühle zu fühlen, sie zu nutzen oder auf sie vertrauen; was äußerst schade ist, da man sich so einiger Dinge, die das Leben lebenswert machen, beraubt.

Gefühle sind sind nicht nur Arschlöcher, auch wenn sie uns dies manchmal fühlen lassen. Vielmehr machen sie unser Leben erst bunt. Ohne sie wären wir Roboter, die ihre Zeit damit verbringen, zu funktionieren, anstatt zu leben. Denn wenn wir fühlen, leben wir: Liebe, Zuneigung, manchmal eben auch Schmerz oder Leid.

Wir müssen lernen, mit unseren Gefühlen umzugehen, sie lieben lernen, damit wir sie verarbeiten, annehmen und auch äußern können; auf die Weise, wie es uns individuell möglich ist.

Dinge zum Beispiel, die wir für Menschen fühlen bzw. die wir ihnen sagen wollen, sollten wir ihnen auch mitteilen; tun wir dies nicht, leiden wir irgendwann, bis wir schlussendlich abstumpfen oder uns destruktiv verhalten; gegenüber uns und anderen. Nicht ausgesprochene bzw. ausgelebte Gefühle belasten unsere Seele schwer. Irgendwann fühlt es sich so an, als schleppe man zentnerschweren Ballast mit sich herum. Die Seele kann in sich zusammen brechen, sich verdunkeln oder verstummen. Für die Aufrechterhaltung einer Beziehung, egal welcher Art, ist dies übrigens auch nicht förderlich; dem anderen nicht zu sagen bzw. zu zeigen, was man für ihn fühlt (jeder, wie er kann) ebenfalls nicht.

Es bringt uns auf Dauer auch nicht weiter, Gefühle die uns Angst machen zu verdrängen oder auszuschließen. Dahinter stecken Erfahrungen, die uns verletzt haben. Verdrängen wir diese Verletzungen, graben sie sich nur tiefer in unsere Seele. Zwar spüren wir sie dann nicht mehr, doch beeinflussen sie uns bei unseren Entscheidungen; leider oft nicht positiv, da sie uns blockieren, Dinge zu fühlen oder zu äußern. Aus Angst erneut verletzt zu werden vermeiden wir Situationen oder auch Beziehungen, die uns neue Erfahrungen ermöglicht hätten.

Ich für meinen Teil habe mich entschlossen zu fühlen und mich mitzuteilen, anstatt weiter meine Seele zu belasten. Es wird Tage geben, da werde ich dies schaffen, an anderen wiederum nicht. Dennoch werde ich mich dem stellen, was mir gefühlsmäßig Angst macht, damit meine Entscheidungen nicht weiter von dieser beeinflusst werden und ich neue, heilende, Erfahrungen sammeln kann.

Welche neuen Wege sich dadurch für mich eröffnet werden, wird sich zeigen; es bleibt spannend, es wird anstrengend, doch ich freue mich darauf.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

8 Kommentare zu „Gefühle und so

  1. Liebe Lene,
    ich denke, selbst die kleinsten „Arschlöcher“ haben einen Sinn im Leben.
    Man kann sie unterdrücken, aber sie werden stark sein, bis sie von selbst verblassen.
    Schau es Dir an: Es ist nur ein „A…“ Es scheidet etwas aus, das wir vergessen können, ohne irgendwann zu platzen.

    Herzliche Grüße
    Gisela

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich fühle so viel, so sehr. So, dass ich kaum etwas anderes bin als Gefühl. So war das schon immer. Und lange habe ich mich deshalb selbst für den „A…“ gehalten, weil es so oft kaum auszuhalten war und ist.

    Ich halte es nach wie vor kaum aus, aber ich habe begriffen und gelernt, mich deshalb nicht mehr als A … zu sehen. Bei anderen Menschen, die so viel und so intensiv fühlen, habe ich das nie getan, wäre nicht im Entferntesten auf den Gedanken gekommen, das zu tun. Nur bei mir, da habe ich es ganz „selbstverständlich“ so gemacht.

    Sich selbst zu akzeptieren, sich selbst zu mögen, gehört zum Schwersten …

    Von Herzen liebe Grüße an Dich, liebe Lene❣💞🙂

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    1. Das kenne ich…
      Viele kommen damit nicht zurecht. Immer so eine Sache mit den Gefühlen.
      Ich würde das auch niemals tun, aber Menschen sind denke ich schnell dabei zu bewerten. Leider.
      Ja, das Leben macht es einem nur manchmal echt schwer.. Und andere Menschen auch.
      Dir auch ganz liebe Grüße 😊 💕❣️

      Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.

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