Loslassen im Yoga

Wer mir schon einige Zeit folgt, weiß, dass ich seit längerem Yoga praktiziere; vorwiegend Hatha Yoga.

In der Philisophie des Yoga lassen sich einige interessante Ansätze finden, die unser Leben bereichern können. Man muss sich jedoch nicht unbedingt mit der Philsophie des Yoga beschäftigen, um Veränderungen in seinen Denk- und Handlungsansätzen anregen zu können; es regelmäßig zu praktizieren genügt.

Das regelmäßige Praktizieren von Yoga verändert mit der Zeit Körper und im Geist; in positiver Hinsicht. Ein Veränderungsprozess, der durch die regelmäßige Yogapraxis ausgelöst wird, ist das Loslassen eigens gesteckter Grenzen bzw. Blockaden, um sich in Neues ohne Angst hineinfließen lassen zu können. Dieser Prozess wird durch das Einnehmen und Halten unterschiedlicher Asanas, Positionen im Yoga, angeregt.

Nun denken viele Menschen, dass es im Yoga darum geht, den Körper möglichst weit zu verrenken; darunter wird das Einnehmen und das Aushalten bzw. Halten von Asanas, die für den Körper schier unmöglich zu sein scheinen, verstanden – Verrenkungen eben. Allein dieser Denkansatz setzt Grenzen; unser Körper ist gelenkiger als wir denken, er lernt dazu, wenn wir ihn nicht begrenzen, sondern mit ihm üben. Vergessen wird auch, dass es im Yoga nie um Perfektion geht, sondern darum, sich im eigenen Tempo bzw. nach eigener Möglichkeit, Schritt für Schritt von Blockaden und Grenzen seiner selbst zu lösen,indem man sich in die Asanas fließen lässt.

Nun hat jeder Mensch, rein körperlich gesehen, andere Grenzen; manchen Menschen sind dehnbarer und gelenkiger als andere. Doch der pauschale Denkansatz, „diese Asana schaffe ich nie, dafür ist mein Körper nicht geschaffen“, fußt eher auf selbst gesteckte mentale Grenzen und auf innere Blockaden, als auf eine realistische Sichtweise seines eigenen Körpers; meistens sind diese Grenzen erlernt und die inneren Blockaden im Laufe des Lebens durch negative Erfahrungen entstanden.

Auch schwierigere Asanas, wie zum Beispiel die Krähe, das Rad oder der Handstand sind möglich; mit Geduld, Zeit und vor allem dann, wenn man „loslässt“, damit man sich in diese Positionen hineinfließen lassen kann. Dies geht wiederrum nur, wenn man sich vorab nicht mit einem „ich schaffe das sowieso nicht“ mental begrenzt oder innere Blockaden, sprich Glaubenssätze wie „ich bin ungelenkig“, aktiviert. Immer, wenn ich frei und lösgelöst an Asanas herangehe, gelingen sie mir. Schwierig wird es immer nur dann, wenn ich vorab einer Position denke, „diese Asana schaffe ich sowieso nicht“.

Loslassen, sich nicht begrenzen und innere Blockaden auflösen; Themen, die auch auf Lebensbereiche außerhalb des Yoga anwendet werden können.

Wir alle setzen uns Grenzen; beispielsweise im Umgang mit dem Thema Liebe oder in Partnerschaften sowie bei der konsequenten Verfolgung von Träumen oder bei der Akzeptanz von Veränderungen am Arbeitsplatz. Wir begrenzen uns, indem wir an unseren erlernten Glaubenssätzen festhalten, die uns oft vorab zu bestimmten Themen oder vor zu erwartenden Veränderungen innerlich zuflüstern, „das schaffst du nicht, es funktioniert sowieso nicht“; anstatt loszulassen, um innerlich frei und losgelöst an das Leben heranzugehen, vertrauen wir auf alt bewährte und vertraute Glaubenssätze, die meistens negativ sind. Ein Scheitern ist nahezu vorprogrammiert, wird quasi selbst prophezeit; ohne, dass wir vorher überhaupt etwas versucht oder ausprobiert haben.

Wenn wir nun die Praxis des Yoga, das Loslassen, das Hineinfließen in die Asanas, ohne sich vorab durch negative Glaubenssätze mental zu begrenzen bzw. sich zu blockieren, auf andere Lebensbereiche übertragen, bedeutet dies Folgendes: Losgelöst von eigenen, mentalen Grenzen, hinter denen oft Ängste, die auf negative Glaubensansätze bzw. Erfahrungen fußen, stecken, bemerken wir, dass wir die Themen des Lebens wie Beziehung, Liebe und Partnerschaft etc. unbeschwerter angehen können bzw. diesen offener gegenüber stehen; dies gilt übrigens auch für Veränderungen, denen wir mit mehr Mut begegnen. Denn wir bemerken mit der Zeit, dass wir mehr schaffen, als gedacht bzw. zu mehr fähig sind, als wir vorher angenommen haben. Diese Erfahrung führt, je öfter sie gemacht wird, dazu, dass wir uns bzw. unseren Fähigkeiten sowie dem Leben selbst mehr Vertrauen schenken; alles in allem, ein echter Gewinn an Lebensqualität.

Solch eine Veränderung geschieht nicht über Nacht, sie braucht Zeit und Geduld und eine regelmäßige Yogapraxis; 14-tägig 60 Minuten Yoga zu praktizieren reicht hierfür nicht aus, stellt aber einen Anfang dar. Zeit und Geduld sind Dinge, die man im Yoga ausgiebig erfährt und übt.

Natürlich weiß ich, dass Yoga nicht für jeden geeignet ist; manche halten diese Stille, dieses bei sich sein auf Dauer nicht aus. Sicherlich gibt es auch viele andere Wege, die oben beschriebene Veränderung als Prozess mental und körperlich auszulösen; für mich ist es nun mal meine Yogapraxis, weshalb ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen wollte.

Ich persönlich habe durch meine regelmäßige Yogapraxis den Begriff „Loslassen“ komplett neu für mich erfasst; früher hatte diese Begrifflichkeit für mich die Bedeutung, das Menschen, die einem nicht gut tun oder negativen Dingen, von einem losgelassen werden müssen. Heute bedeutet Loslassen für mich, eigenes, was mich blockiert oder begrenzt, durch das Hineinfließen in das Leben, gehen zu lassen.

Praktiziert man diesen Ansatz des Loslassens nicht nur im Yoga, sondern auch in anderen Bereiche des Lebens, werden diese mit der Zeit automatisch mit davon beeinflusst. Plötzlich gelingen zum Beispiel Sachen, die vorher nicht gelungen sind; man wächst, gewinnt Vertrauen in sich und das Leben, was einem näher zu sich selbst bringt und einem eine Art von Urvertrauen schenkt. Negatives, in Form von Menschen, die einem nicht gut tun oder Situationen, die einen verletzen, gehen irgendwann von sich aus, da kein Platz mehr für sie ist.

Ich nutze meine Yogapraxis regelmäßig, um weiter innere Ängste und Blockaden lösen zu können oder vielmehr, diese besser loslassen zu können: irgendwann möchte mich nicht mehr begrenzen, mich in das Leben, auch wenn es anfangs weh tut, hineinfließen lassen.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

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