Stimmungsbarometer

Ich öffne WordPress und scrolle mich durch Bilder von Krokusse, Regenbögen und positiven Mantren; all eure Beiträge strahlen so, leuchten. Bei mir leuchtet gar nichts; außer meiner Glühbirnen oder meines Handydisplays. Halt, ich habe den flackernden Bildschirm meines Fernsehers vergessen.

Auch sonst strahlt bei mir nicht viel; meinem jetzigen Gefühl nach möchte ich mich am liebsten in eine dicke Decke einhüllen – für einen langen, sehr sehr langen Winterschlaf.

Ich fühle mich wie Dornröschen im hell-wachem Zustand; nur ohne den Prinzen und ohne Rettung in Sicht. Gerettet habe ich mich sowieso immer selbst, denn auf die Prinzen war nie Verlass; sie entpuppten sich schnell als die Drachen, die sie vorher für mich getötet hatten.

Ehrlich gesagt, fällt mir sogar das Schreiben schwer; alles „fühlt“ sich irgendwie ausgekotzt, gepresst an. Ich schreibe nun mal mit dem Herzen; in dem ist derzeit nicht wirklich viel los.

Ich könnte nun „sagen“, dass der Lockdown schuld an meinem Stimmungstief hat; sicherlich trägt die damit verbundene Monotonie nicht dazu bei, meine Stimmung zu erhellen – doch, es ist etwas anderes, das die Temperaturen meines Stimmungsbarometers nach unten zieht; an den Außentemperaturen kann es nicht liegen. Ich hänge gedanklich fest; an dem nicht angenommen Kontakt- bzw. Beziehungsangebot.

Einerseits bin ich einfach sehr traurig, andererseits auch irgendwie „wütend“ auf mich; ich frage mich, warum ich mir solche Dinge zu Herzen nehme, mir stundenlang Gedanken dazu mache und einfach „zu“ sensibel bin – denn, obwohl ich weiß, dass meine Sensibilität auch einer meiner Stärken ist, erschöpft sie mich zurzeit einfach nur.

Enttäuschung spielt ebenfalls eine große Rolle in meiner jetzigen, dunklen Farbpalette; ich wollte es einmal „anders“ machen, wollte mutig sein, wollte erwachsen damit umgehen – ganz viel wollte, das nicht funktioniert hat; zumindest dem Ergebnis nach.

Feststeht, dass sich durch mein Aktionismus nichts an meiner Situation verbessert hat; man könnte auch von einer Verschlimmbesserung sprechen. Ich falle in alte Verhaltensmuster zurück, den gewünschten Kontakt habe ich nicht herstellen können und wie ich mich beim nächsten Aufeinandertreffen verhalten soll, weiß ich auch nicht.

Zumindest ist mir beim Kreiseln bewusst geworden, das es um viel mehr geht, als „nur“ um ein nicht angenommenes Kontakt- bzw. Beziehungsangebot.

Die Reaktion „vom anderen ignoriert zu werden“ stellt meinen wunden Punkt dar; sie triggert mich, versetzt mich in den Zustand meiner Kindheit, mein inneres Kind schreit; meine Eltern haben oft ähnlich reagiert, vorherige Lebenspartner übrigens auch, was nicht wirklich überraschend ist. Meine vergangenen Erfahrungen, verbunden mit der aktuellen Situation, lassen mich jetzt „so“ dramatisch fühlen, mich „so“ klein fühlen.

Doch was mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis? Ich weiß es nicht; sie erleuchtet mich nicht, sie macht mich eher ratlos. Vielleicht wäre es auch einfach „zu schön“ gewesen, eine Gegenerfahrung sammeln zu können, anstatt die, die ich schon zu genüge kenne; die Erfahrung, die mir die wohl bekannte Melodie, „Du bist nicht gut genug, habe ich dir doch gleich gesagt“, trötet. Von dieser Melodie wird mir nur noch schlecht, ich will sie nicht mehr hören.

Ich habe beschlossen auf Akzeptanz und Zeit zu setzen; es ist immer eine Frage der Zeit, bis „Wunden“ heilen. Eins steht fest; ich werde alles daran setzen, dass „diese Wunden“ nie wieder aufreißen; zu tiefe Narben heilen einfach nicht.

Wichtig ist jetzt, Kraft zu tanken, wieder positiv zu denken, loszulassen, um nicht von den „Gedankenmonstern der Vergangenheit“ aufgefressen zu werden; alles im Hier und Jetzt. Auch, nicht die Hoffnung aufzugeben, irgendwann eine Gegenerfahrung sammeln zu können, wenn ich mich gegenüber Menschen öffne, die ich „besonders“ mag.

Verzeiht mir daher bitte, dass ich keine Blumen Bilder, klangvolle Musik oder positive, poetische Reime veröffentlichen kann; mir ist es einfach wichtig, authentisch zu bleiben, indem ich Beiträge veröffentliche, die „mich“ widerspiegeln; in meinem Herzen blühen zurzeit keine Krokusse – doch irgendwann werden sie es wieder, so viel steht fest.

Ich wünsche euch einen schönen Abend mit blühenden Blumen und klangvoller Musik. Lieben Dank an euch alle; ihr folgt mir, lest meine Beiträge und scheint sie zu mögen – ich bin dankbar dafür! Daher ein großes Dankeschön an euch.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

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