Mutprobe

Es ist immer so eine Sache, wenn der andere einem nicht antwortet; als Erklärung können unterschiedliche Theorien herangezogen werden. Vielleicht hat sich der andere einfach in Luft aufgelöst oder die Erde hat sich aufgetan und ihn verschlungen; diese Möglichkeiten bestehen, auch wenn sie eher unwahrscheinlich sind.

Manches benötigt nach Ansicht des anderen auch keine Antwort, nur ein mit den Schultern zuckendes „zur Kenntnisnahme“; blöd nur, wenn diesbezüglich unterschiedliche Meinungen bestehen. Feststeht jedoch, dass unbeantwortete Nachrichten immer Fragezeichen mit sich ziehen; zumindest beim Absender. Vor allem, wenn er dem Empfänger ein „Beziehungsangebot“ unterbreitet hat.

Mittlerweile habe ich gelernt, dass es müßig ist, nach den Gründen zu suchen, warum einen der andere „ignoriert“; diese können vielfältig sein. Weder muss es zwingend mit einem selbst zu tun haben, warum der andere nicht antwortet noch muss eine böswillige Absicht dahinter stecken; die Theorie mit „der verschlingenden Erde“ ist daher immer noch im Rennen – solange es keine andere, plausible Erklärung hierfür gibt. Spaß beiseite; schön ist es nicht, wenn der andere einem nicht antwortet und weh tut es auch – zumindest, wenn man den Menschen, der einem nicht antwortet, besonders mag.

Für einen Menschen wie mich, dessen Selbstwert eher bei Milimetern anstatt Kilometern liegt, führt solch eine Reaktion oft zu dem Rückschluss, etwas „falsch“ gemacht zu haben. Während ein anderer denken würde, „Ok, er hat keine Zeit oder kein Interesse an einem tieferen Kontakt mit mir; entweder er meldet sich noch einmal bei mir oder eben nicht“, suche ich den vermeintlichen „Fehler“, der dieses Verhalten begründet, bei mir. Auf das Thema Selbstwert komme ich aber später noch einmal zurück; interessanter ist es, die dazugehörige Situation, die zu diesen Gedanken geführt hat, konkreter zu beschreiben.

Ich habe, auch bedingt durch den Austausch mit euch, einem Menschen, der mir einmal etwas bedeutet hat, ein Kontakt- bzw. Beziehungsangebot unterbreitet. Die meisten von euch können sich sicherlich denken, um welchen Menschen es sich handelt. Der Gedanke hinter diesem „Versuch“ war, in diese für mich oft holprig wirkende Beziehung Leichtigkeit einziehen zu lassen; natürlich bestand auch der Wunsch, da ich diese Person nun einmal mag, eine andere Form von „Beziehung“ mit dieser aufbauen zu können. Mit dieser Idee „des Neuanfangs“ stehe ich jedoch alleine da; mein Gesuch wurde nicht beantwortet. Sprich, es wurde auf mein Kontakt- bzw. Beziehungsangebot nicht reagiert. Wahrnehmungen sind nun einmal verschieden; vor allem zu Beziehungen. Während der eine denkt, es gäbe eine, weiß der andere gar nichts von dieser; Missverständnis sind auf diese Weise vorprogrammiert.

Ich habe nach einigen Tagen der „Problemanalysen“ beschlossen, meine Grübeleien diesbezüglich aufzugeben; es hat mich nur müde gemacht, „mehr“ hatte ich nicht davon.

Natürlich geht es mir mit dieser Situation und den damit verbundenen Gedankengängen nicht sonderlich gut; Purzelbäume schlage ich jedenfalls nicht – wohl eine normale Reaktion, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Dabei habe ich nichts Genaues erwartet; ein „Ja“ oder „Nein“ wäre schön gewesen, denn ein „nichts“ ist auch irgendwie ein „nichts“ und bleibt es auch. Doch da es nun mal ein nichts ist, nehmen ich dieses einfach so an, wie es ist. Punkt.

Schön ist, dass ich das erste Mal mutig gewesen bin und klar formuliert habe, was ich möchte, ohne vorher gedanklich Analysen zu „schreiben“. Dann habe ich es auch noch durchgezogen; großes Kino zur „Prime Time“, zumindest für mich.

Es stellt sich mittlerweile auch ein kleines Gefühl von Freiheit ein; die selbst anerlegte „Fessel“ wurde etwas gelöst. Dies sogar durch eine eigene Handlung, die mutig gewesen ist; etwas Neues für mich. Auch wenn ich mir ein anderes „Ende“ gewünscht hätte, ist es zumindest eins; eins, das Klarheit bietet und einen Rahmen für zukünftige Kontakte bietet.

Zurzeit wackelt dieses erlesende Gefühl von Freiheit noch; ich fühle mich eher wie ein „geprügelter Hund“ – wobei ich natürlich weiß, dass dieses Gefühl durch mein ohnehin schon weniger vorhandenes Selbstwertgefühl und meine Sensibilität verstärkt wird; an dieser Stelle kommen wir wieder auf das Thema Selbstwert zurück.

Zum Thema Selbstwert kann ich aus meiner „Mutprobe“ einiges lernen; egal was passiert, zweifle nicht gleich an dir selbst bzw. stelle dich nicht in Frage – und das nur, weil du die Reaktionen anderer nicht verstehst. Es bringt auch nichts, Gedankenschleifen zu verfallen, die einen selbst geiseln; der andere macht sich oft weitaus weniger Gedanken – meistens macht er sich gar keine.

Auch bei mir ist es am wahrscheinlichsten, dass sich der Mensch, dem ich eine Nachricht übermittelt habe, sich keine Gedanken dazu macht; auch nicht zu einer möglichen Antwort. Er nimmt es wohl einfach „freundlich“ nickend zur Kenntnis, man „sieht“ sich halt.

Es wurde weder ein Heiratsantrag schriftlich übermittelt noch ein Seelenstriptease durchgeführt; es war ein „einfaches, schlichtes“ Kontakt- bzw. Beziehungsangebot.

Dennoch möchte ich, auch wenn es nur eine Interpretation von mir ist, verinnerlichen, dass bei diesem Menschen einfach nicht genügend Interesse für einen tieferen Kontakt vorliegt. Diese Geschichte, Follower, die mich schon länger lesen, wissen welche ich meine, geht einfach zu lange; ich bin müde „davon“ sie immer wieder zu hören – es kommen keine neuen Kapitel hinzu; selbst, wenn ich meine Ängste ausblende oder mutig bin. Ich möchte auch offen für etwas Neues sein; für jemanden, mit dem ich zusammen „Geschichte“ schreiben kann.

Blöd an meiner mutigen Tat ist, dass sich auf Dauer ein weiterer Kontakt zu diesem Menschen nicht vermeiden lässt; doch kommt Zeit, kommt Rat. Vorerst werde ich den Kontakt jedoch lieber meiden bzw. diesen nicht noch forcieren; man muss es sich nicht noch schwerer machen, als es sowieso schon ist. Irgendwann, mit etwas Zeit die vergeht, regelt sich alles von alleine.

Ich konzentriere mich jetzt einfach auf die positiven Dinge; zum Beispiel auf die Sonne, die heute scheint. Dieses Wochenende lasse ich sie in mein Herz scheinen; damit ihm wieder etwas wärmer wird. Diese Wärme kann ich für die kommenden Wochen gut gebrauchen; mir ist schon ein wenig kalt ums Herz.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

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