Mein müdes Selbst

Manchmal ist die Maske, die wir derzeit alle tragen muss, auch ziemlich hilfreich; wie ich heute feststellen konnte.

Momentan sehe ich aus wie Quasimodo; also im Gesicht, nicht am Rücken. Wie schön war es heute, sich für den Einkauf mit Maske nach draußen zu begeben. Ich gewinne sie langsam lieb. Vielleicht bleibe ich dabei; wenn ich keine Lust habe, jemanden zu sehen, ziehe ich sie mir einfach über die Augen. Mit Maske im Gesicht muss ich mich nicht mal schminken; wirklich vielseitig einsetzbar, diese Maske. Mancher Vorteil zeigt sich eben erst mit der Zeit.

Eigentlich möchte ich mir zurzeit die Maske über meinen ganzen Körper, meine Seele ziehen; um mich zu schützen, vor all dem Grau und der Kälte des Lebens. Ich merke, dass es mir zurzeit nicht sonderlich gut geht; ich treibe dahin, ohne einen besonderen Antrieb zu haben. Das klingt paradox, aber so ist es.

Es fühlt sich an, als ob sich mein Selbst auflöst, zumindest all die positiven Anteile, die ich mir in letzter Zeit mühsam erarbeitet habe. Natürlich ist das Schwachsinn, mein Selbst löst sich nicht auf; so esoterisch ist es einfach nicht. Ich glaube, es ist einfach müde; so, wie ich es in einem meiner gestrigen Beiträge geschrieben habe. Es braucht einfach eine Pause, um wieder das „Licht“ sehen zu können. Das wird es auch wieder, wenn es ausgeruht ist. Ich stelle eben fest, es wird doch ein wenig esoterisch; aber nur ein bisschen.

Zur Verteidung meiner „Jammertiraden“ muss ich erwähnen, dass die jetzige Kälte in meine Knochen gezogen ist; immerhin hat sich die Vorbeuge beim Yoga heute nicht wie eine Kreissäge, die meinen Rücken entzweit, angefühlt. Ich fand tatsächlich etwas Entspannung; wieder zeigt sich, man sollte für die kleinen Dinge des Lebens dankbar sein. Dennoch sollte ich mich langsam bei einem orthopädischen Geschäft meines Vertrauens nach einem Korsett oder einem Rollator umschauen, anstatt andauernd bei Vinted Röcke und Kleider zu kaufen; leider gibt es beides nicht als Retro-Variante, mit Rüschen, Schleifen und so. Daher wird es doch nur Novalgin; ein Hoch auf Novalgin. Es lebe hoch, dreimal hoch.

Genug des Jammerns, ich werde mich nun weiter auf meiner Couch „breit“ machen, mit Decken und Wärmflasche. Immerhin hatte ich heute Urlaub, morgen auch noch; es sei mir gegönnt. Ich schleppe noch von meiner Bandscheiben OP aus dem vorletzten Jahr Resturlaub vor mich hin; sinnvoller ist es, ihn zu nehmen. Eigentlich wollte ich ihn mir für eine Auszeit im Ausland aufheben; doch ich denke, dass auch dieses Jahr wieder das gute alte „Germania“ als Urlaubsziel erhalten muss. Ansonsten baue ich mir hier meinen eigenen Ashram auf; hätte auch etwas. Vor allem für mein müdes Selbst, was sich jetzt schlafen legt, um in den nächsten Tagen wieder etwas Licht verbreiten zu können; grau gibt es nämlich schon genug.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

9 Kommentare zu „Mein müdes Selbst

  1. Ruh dich aus, du LIEBE…
    derweile fliegen hier ein paar Zeilen
    zu dir hinüber… 🤗

    Ich schenke dir ein Lächeln,
    das selbst ich einst erhalten habe.
    Ich schenke dir ein Lächeln,
    umhüllt von einem Sonnenstrahl.

    Ich schenke dir ein Lächeln,
    strahlend hell und voller Freude.
    Ich schenke dir ein Lächeln,
    es strahlt in alle Ecken rein.

    Ich schenke dir ein Lächeln,
    mitten in dein Herz hinein.
    Ich schenke dir ein Lächeln,
    ob du wohl ahnst warum?

    Ich hab dich einfach lieb…

    💜🤗💜

    (Kleiner Auszug)https://lebenalsmensch.wordpress.com/2020/12/11/ich-schenke-dir-ein-lacheln/

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  2. Der „Like“ da oben ist ein Zeichen des Verstehens, ist Zeichen für eine Schulter, an die Du Dich virtuell anlehnen magst, wenn Du willst.

    Ich lese kein „Jammern“ in und aus Deinen Zeilen, ich lese Erschöpfung und die zu beklagen ist nur eins: legitim. – Das Medikament, das Du nennst, lässt einen Schauer in mir zurück. Ich weiß etwas von sehr starken Schmerzmitteln, weißt Du? Und ich mag mir nicht vorstellen, dass Du solche Schmerzen hast (Auch ich hatte im letzten Jahr eine OP an der Wirbelsäule …)

    Ich wünsche Dir eine geruhsame Nacht, liebe Lene, meinetwegen mag sie traumlos sein, wenn sie Dir nur Erholung schenkt. Erholung, die Deinen Urlaubstag morgen, so sein lässt, dass Du Dinge tun kannst, die Du magst, die für Dich sind. –

    Ich schicke nachher eine Bitte für Dich in den Himmel (ich habe da so ein ganz spezielles Abendritual, das ich seit einigen Jahren pflege). Von heute an,werde ich das immer tun.

    Liebe, sternflüsternde Grüße an Dich ❣✨

    Gefällt 4 Personen

    1. Ganz lieben Dank für deine Worte und die Umarmung, dich gerne annehme. Aktuell ist es echt eher bescheiden; weißt du noch, was du über den Regen gesagt hattest.
      Ja, leider. Mir fehlt das Training, das geht ja leider alles derzeit nicht. Da kann man zu Hause machen, was man will. Ersetzt kein Kieser Training. 🙃 Aber ich bleibe positiv, was das betrifft. Sind immer wieder Schmerz Phasen, so ist das nun mal. 😊
      Danke fürs Einschließen, aber schön auch dich einschließen. Ganz allerliebste Grüße ❣️🤗 Gute Nacht!! ✨✨

      Gefällt 4 Personen

  3. Guten Morgen, liebe Madeleine! Ich wünsche dir, dass dein müdes Selbst hat ausschlafen können, wieder ausgeruht und entspannt ist, und dein dir ganz eigener Lichtstrahl wieder in die Welt hinaus leuchtet. Die Selbst-Ironie gefällt mir, der bittere Unterton nicht, aber er ist zu verstehen. Every day is a new day – have a nice day! Liebe Grüße, Bernd (-:

    Gefällt 1 Person

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