Selbstliebe – lernen, sich selbst zu lieben

Wir alle kennen das Gebot „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“; damit wir unseren Nächsten lieben können, ihm Mitgefühl oder Empathie entgegenbringen können, müssen wir uns demnach ebenso lieben.

Selbstliebe ist somit kein Ausdruck von Egoismus oder Narzissmus. Es geht nicht um ein übersteigertes Selbstbild, sondern darum, sich als Mensch radikal anzunehmen; die Sonnen- und die Schattenseiten seiner Selbst.

Selbstliebe kann man demnach lernen, wenn man sich mit sich selbst auseinander setzt; vor allem mit seinen Schattenseiten. Oft liegt deren Ursprung in unserer Kindheit; wenn wir also unsere Ansichten über uns und über die Welt verändern wollen, lohnt sich ein Blick auf unser inneres Kind. Mehr noch, ein Blick darauf ist unabdingbar.

Selbst als Erwachsene behalten wir unser inneres Kind. In ihm sind unsere prägendsten Bindungserfahrungen, die sich in Schatten- und Sonnenseiten ausdrücken, gespeichert. Sie prägen auch unser Selbstbild und beeinflussen somit unsere Möglichkeiten, Selbstliebe praktizieren zu können oder eben nicht.

Schattenseiten, die unser Selbstbild „negativ“ beeinflussen, müssen identifiziert, akzeptiert und – wenn möglich – verändert werden. Dadurch können alternative Erfahrungen gesammelt werden, die langfristig unsere Denk– und Handlungsmuster ändern.

Der Prozess der Identifizierung von Schattenseiten kann äußerst schmerzhaft sein. Dinge, die wir vergessen wollten, kommen ans Tageslicht. Doch genau diese Verdrängung verhindert die radikale Akzeptanz unserer Selbst und die Möglichkeit, sich selbst zu lieben.

Hat man erst mal seine Schattenseiten identifiziert, geht es darum diese als sinnvoll bzw. wertvoll einzustufen. Sie waren notwendig und haben uns Schutz geboten. Sie sind also weder falsch, noch böse, sondern einfach ein Teil unseres Selbst. Auch wenn wir sie heute nicht mehr benötigen, aktivieren sie sich in Situationen, die uns an damals erinnern und beeinflussen unser Denken und Handeln – auch im Umgang mit uns Selbst.

Erst mit radikaler Akzeptanz unserer Selbst können wir wirklich anfangen, Selbstliebe zu praktizieren. Hierzu können wir auf zahlreiche Methoden zurückgreifen, die in unterschiedlichen Ratgebern benannt werden. Jedem sagt eine andere Methode zu. Es gilt Unterschiedliches auszuprobieren, um für sich etwas Passendes finden zu können.

Selbstliebe ist nicht ohne „Arbeit an sich selbst“ zu erreichen. Es gilt, sich Selbst zu entdecken, Schattenseiten zu identifizieren bzw. zu akzeptieren, um dann im nächsten Schritt durch alternative Erfahrungen – hier in Form von Methoden, Selbstliebe zu praktizieren –Denk- und Handlungsmuster langfristig verändern zu können.

Erlernte Denk- und Handlungsmuster sitzen sehr tief. Daher müssen Methoden, die diese verändern, bis zu 1000 Mal praktiziert werden, damit sie Wirkung zeigen. Je nachdem wie tief das Erlernte sitzt, haben sie unser Selbstbild unterschiedlich geprägt. Manchmal bedarf es Hilfe von Außen, um eine Veränderung erreichen zu können. So oder so, es lohnt sich mit dem Lernprozess „Selbstliebe“ zu beginnen.

Selbstliebe steigert nicht nur unsere Lebensqualität, sie bereichert uns auch. Wir lernen in uns zu ruhen und uns nicht ständig in Frage zu stellen. Ein in sich ruhender Mensch, der sich selbst liebt wie er ist, ist in der Lage, andere Menschen zu lieben, wie sie sind; um ihretwillen und nicht, um seinen Selbstwert zu steigern oder eigene Schattenseiten auszugleichen.

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Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

2 Kommentare zu „Selbstliebe – lernen, sich selbst zu lieben

  1. Wie sagt man doch so schön, Beziehung ist Arbeit. Diese Kraftanstrengung schließt dann folglich auch das eigene Selbst ein. In der ungebrochenen Hoffnung, daß man sich schlußendlich doch zu seinem eigenen Lieblingsmenschen werden möge …

    Gut Nacht nun gen Westen, der El

    Gefällt 1 Person

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