Wie es ist verliebt zu sein

Es ist schön verliebt zu sein, das beste Gefühl überhaupt. 1000 Schmetterlinge, die im Bauch rumfliegen. Dieses „Hochgefühl“, welches man ständig hat, wenn man mit der auserwählten Person spricht oder sie ansieht; einfach alles an ihr ist toll – rosarot betrachtet.
Es fühlt sich wie nicht endende Achterbahnfahrt nach oben an- bis der Fall kommt. Verliebt zu sein, ist ein schönes Gefühl; doch was ist, wenn einem dieses Gefühl Angst macht?

Angst kann man aus unterschiedlichen Gründen haben. Meistens beruht sie auf Erfahrungen, die man mit diesem Gefühl gemacht hat. Eben keine guten. Man hat beim Geständnis seiner Gefühle erfahren, dass man selbst zwar verliebt war, der andere aber eben nicht. Man war nicht genug für den anderen, es hat nicht gereicht.Dieses tolle Gefühl wurde also nicht erwidert. Der tiefste Fall, den man sich vorstellen kann. Die Schmetterlinge verwandeln sich in kleine widerspenstige Stiche, die weh tun und die man nur noch klein halten will. Oder auslöschen.

Letztlich beruhen diese Ängste nicht nur auf Erfahrungen, die man mit dem Gefühl des Verliebt seins gemacht hat, sondern auf unsere gesamten Bindungserlebnisse; vor allem auf die, der frühen Kindheit. Man hat schon früh gelernt, dass man nicht gut genug ist oder etwas mit einem nicht stimmt. Man hat sich nicht „genügend geliebt“ gefühlt, also liebt man sich selbst nicht. Man hat es einfach nicht gelernt, keiner hat einem gezeigt, wie es geht. Leider holen einen diese Erfahrungen im Erwachsenenalter wieder ein: Denn, wenn man sich selbst nicht liebt, dann kann einen auch kein anderer lieben. Man schafft es nicht, dieser Person die Möglichkeit dafür zu geben. Die Angst, dass das was man gelernt hat eintritt, ist stärker. Um dieser Angst zu entgehen, gibt es nur zwei Möglichkeit: Flucht oder Kampf. Ich flüchte eher.

Was heißt es, aus Angst zu fliehen? Man geht Situationen, in denen dieses Gefühl verspürt, aus dem Weg. Somit der Person, in die man verliebt ist. Mehr noch, man blockt sie ab und stellt sich besonders „blöd“ an; man tut quasi alles dafür, dass sich die bekannte Erfahrung „der andere will mich ja doch nicht“ bestätigt. Man kreiert sozusagen durch seine bekannten Erfahrungen seine Realität. Die Bilder, die wir im Kopf haben, von Ablehnung etc. werden zu unseren Mantren. Und so verhalten wir uns dann gegenüber der Person.
Angst ist ein starkes Gefühl, manchmal ein gutes; aber nicht, wenn es Handlungen und Ansichten permanent beeinflusst.

Was bringt es zu fliehen? Richtig, nichts. Man klärt Dinge nicht, bestätigt nur wieder seine negativen Bilder und im schlimmsten Fall handelt man beim nächsten Mal genauso.
Das ist die logische Schlussfolgerung, denn man hat nichts dazu gelernt.

Man muss sich seinen Ängsten stellen, wenn man etwas ändern will. Das geht nur, wenn man sich fragt, woher die Ängste kommen. Diese Erfahrungen sind die Basis der Ängste. Man muss sie aufarbeiten, auch wenn es schmerzhaft ist. Nur, wenn man Denk- und Handlungsmuster hinterfragt, bricht man sie auf und lernt neue Handlungsmöglichkeiten kennen, mit denen man mit angstvollen Situationen anders umgehen kann.

Allen, denen es genauso geht, wünsche ich Mut für die Liebe und den Willen, Ängste zu hinterfragen.

Auch ich wünsche mir mehr Mut, weniger Gedankenkreisel und eine nicht so rasante Achterbahnfahrt. Und die Erkenntnis, dass ich dem anderen genügen kann – wenn ich eben mutig bin, mich auf das Gefühl einlasse und bin, wie ich eigentlich bin. Denn eins darf man nicht vergessen: Angst verändert einen und beeinflusst Denk- und Handlungsmuster. Du bist nicht du, wenn du Angst hast. Und das ist schade! Du kannst anderen genügen, doch zu allererst musst du dir selbst genügen und dich lieben lernen. Also: Liebe dich selbst, genüge dir selbst und stelle dich der Angst. Erst wenn du das tust, wirst du dich von anderen Menschen lieben lassen können.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

2 Kommentare zu „Wie es ist verliebt zu sein

  1. „Man hat beim Geständnis seiner Gefühle erfahren, dass man selbst zwar verliebt war, der andere aber eben nicht. Man war nicht genug für den anderen, es hat nicht gereicht.Dieses tolle Gefühl wurde also nicht erwidert. Der tiefste Fall, den man sich vorstellen kann.“ – Da hast Du sicherlich nicht unrecht, derlei Tiefdruckgebiete sind mir auch nicht unbekannt. aber denk Dir auch mal, wie es denn wäre, wenn man überhaupt nicht lieben könnte ….

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