Den Einen oder Keinen?

Wie viele andere Frauen liebe ich die Serie „Sex and the City“ und die Filmreihe „Bridget Jones“. Ansonsten kann ich mit romantischen Filmen wenig anfangen, weil ich diesen romantischen Kitsch, der darin gezeigt wird, albern finde. Einfach, weil er der Realität selten entspricht: Männer /Frauen ändern sich nicht über Nacht (auch nicht in drei Wochen) oder bekunden immerzu ihre Liebe. Ehe und Partnerschaften machen nicht immer glücklich oder haben ein Happy End. Liebe ist nicht nur dann erstrebenswert, wenn sie besonders kompliziert ist und es erst nach der „großen Katastrophe“ zum lang ersehntem glücklichen Ende kommt. Ok, es gibt durchaus noch ein paar weitere Ausnahmen, die ich mir ebenfalls gerne ansehe, weil sie nicht diesem Klischee entsprechen. Meine Favoriten bleiben aber „Sex and the City“ und die gute alte Bridget. Die Frau, die sich so sehr anstrengt endlich an den Mann zu kommen und dabei in jedes erdenkliche Fettnäpfchen tritt, so dass man sie einfach lieben muss. Und wer kennt sie nicht, die „Heulabende“ alleine vor dem Fernseher, mit Musik, Wein und/oder Schokolade oder die Gespräche mit den Single Freundinnen über die weniger erfolgreichen Dates, verbunden mit Ratschlägen und dem Slogan, den man sich gegenseitig (schon fast als Kampfparole oder Schlachtruf) zuruft: „Wir bleiben nicht alleine“. Man kann sich einfach zu gut mit Bridget identifizieren, weil das Leben als Single Frau oft genauso aussieht. Mit Carrie würden sich gerne einige Frauen identifizieren, was aber aufgrund der Dolce & Gabbana Garderobe eher schwer fällt; und kaum eine von uns Durchschnittsfrauen wiegt gefühlte 45 Kilogramm, aber: Jede von uns kennt einen „Mr. Big“ . Einer, der immer mal wieder in unserem Leben auftaucht, uns durcheinander bringt, unser Herz bricht, um dann wieder in den endlosen Weiten der (Single) Welt zu verschwinden.

Was haben die beiden Frauen gemeinsam? Richtig, die Suche nach „dem Einen“, die gekennzeichnet ist durch das schier endlose Daten von Männern, die nicht zu ihnen passen und das Erleben allerlei Kuriositäten, sowie Peinlichkeiten, die das Leben als Single Frau so bietet. Eine weitere Parallele ist die Sehnsucht nach dem Mann, den sie eigentlich wollen, der sie aber entweder nicht beachtet oder aber nicht beziehungsfähig ist; der sich dann jedoch, obwohl es am Anfang schier aussichtslos schien, in Mr. Right verwandelt. Eben in „den Einen“ , von dem wir (fast) alle insgeheim träumen. Ich weiß, natürlich ist das auch kitschig, aber humorvoller verpackt – deswegen kann ich mehr damit anfangen.

Jedesmal wenn ich eine der beiden Filmreihen ansehe bin ich anfangs amüsiert, in der Mitte überrascht und am Ende glücklich bis leicht frustriert. Unweigerlich frage ich mich: Wo ist mein Mr. Right? Gibt es überhaupt „den Einen“ für mich? Ist er mir bereits über den Weg gelaufen und ich habe es nur nicht bemerkt, weil ich mit meiner Suche zu beschäftigt war? Wenn man „den Einen“ verpasst hat, muss sich mit dem Zweitplatzierten begnügen? Oder ist es so, dass wir mehrere „Mr. Rights“ in unserem Leben haben, die uns nur für eine gewissen Zeit begleiten, bis sie sich zu „Mr. Wrong“ entwickeln?

Ich habe auf all diese Fragen keine Antworten und doch hätte ich sie gerne. Wenn ich bezüglich meines Liebeslebens ein Resümee ziehe, finde ich weder ein Happy End, noch eine glückliche Wendung á la Hollywood. Dafür habe ich Erfahrung im Küssen von Fröschen sammeln können und im Herzschmerz, so wie viele andere auch. Ein Mr. Big / Mark Darcy ist nicht einmal ansatzweise in Sicht. Also, wo ist er denn nun, mein Mr. Right?

Diese Frage bleibt erst einmal unbeantwortet, aber meine Sehnsucht nach „Kitsch“ besteht weiterhin. Ich bemerke, dass mir dieser “Kitsch“, den ich vorhin noch kritisiert habe, insgeheim fehlt und, dass mich die Idee von meinem Mr. Right (mit kleinen Abstrichen, dass ist mir schon klar) bei der Stange hält, die Hoffnung nicht vollkommen aufzugeben.

Wahrscheinlich muss man sich mit der Vorstellung anfreunden, dass es nicht „den Einen“ gibt, sondern „mehrere Eine“, die sich auf dein Leben verteilen, passend zu deiner Lebensphase. Und derjenige, der besonders gut zu dir passt (und du zu ihm) und der sich für dich „perfekt“ anfühlt, der bleibt – bis zum Ende. Manchen finden ihn schneller, andere brauchen länger. Das hört sich nur bedingt romantisch, ist aber besser als zu sagen: Der Eine oder Keine.

Bis dahin bleiben uns die Weinabende mit Schokolade, die verquollenen Augen und die tröstenden Worte unserer Freundinnen, wenn wir mal wieder nur den Frosch geküsst haben. Und vergessen wir nicht, auch Bridget und Carrie mussten viele Pleiten durchleben, bevor sie ihren Mr. Right trafen. Einen Mr. Right, an den keiner mehr geglaubt hat; der, auch wenn man es anfangs nie für möglich gehalten hätte, am Ende der Suche sagte: „Du bist die Eine für mich“.

Stehe ich auf Kitsch? Eindeutig ja, denn an dieser Vorstellung halte ich fest – auch, wenn ich dafür 100 Frösche küssen muss.

Veröffentlicht von Lene

Ich würde mich als emphatische und entspannte Person bezeichnen, die versucht, ihre Erlebnisse in Wort und Schrift darzustellen. Also alles was mein Herz in irgendeiner Art und Weise berührt, verarbeite ich schriftlich. Ich bin kein Meister der Poesie. Manches mag sich holprig anhören, aber so ist mein Schreibstil. Ich bin auch nicht festgelegt auf eine Art von Text, jedenfalls noch nicht. Ich probiere gerne mal aus, dass merkt man auch an meiner Website: Sie ist recht bunt. Ich denke gerne bunt, denn für mich ist es das Leben auch. Mich freut es einfach, wenn der ein oder andere etwas mit meinen Texten anfangen kann oder sich vielleicht sogar darin wiederfindet. Viel Spaß beim Lesen. Und danke für euren Abstecher in meine kleine, bunten Welt. Vielleicht bis bald. 🤗 Lene

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